Sebastian Vettel nach dem GP der USA in Austin
Vettel jagt den nächsten Rekord
 

Austin: Vettel bricht Schumacher-Rekord

Sebastian Vettel hat einen „Rekord eingestampft, der eigentlich für die Ewigkeit hätte bestehen sollen“

20.11.2013 APA

Sebastian Vettel hat nach dem Rennwochenende in den USA guten Grund gehabt zu feiern, der Deutsche stellte mit seinem achten Sieg in Folge den Rekord von Michael Schumacher ein. Am Montag hieß es daher ausschlafen und dann Sightseeing in Austin.

Vettel bewegt

Unmittelbar nach dem Grand Prix der USA hatte Vettel diesen magischen Moment noch nicht richtig fassen können. Die Beteuerungen im Vorfeld, diese Bestmarke beschäftige ihn nicht so sehr und über seine Erfolge werde er vielleicht mit 50 oder 60 sinnieren, waren wie weggeblasen. Bei der Pressekonferenz wischte sich Vettel bewegt ein paar Tränen aus dem Gesicht. Es fiel dem sonst gern den coolen Lausbuben gebenden Deutschen sichtlich schwer, seine Gefühle zu kontrollieren.

Etwas ganz Besonderes

„Das ist der Wahnsinn“, meinte der Red-Bull-Star. „Jetzt haben wir einen Rekord eingestampft, der eigentlich für die Ewigkeit hätte bestehen sollen.“ In den verschiedensten Varianten wiederholte Vettel mehrmals, wie besonders diese Bestmarke sei und wie schwer er dies momentan begreifen und einordnen könne. „Das ist ein Tag, den wir alle nicht vergessen werden“, versicherte Vettel ergriffen. „Das, was wir hier erlebt haben, ist etwas ganz Besonderes.“

Noch nicht genug

Vor neun Jahren hatte sein Landsmann Michael Schumacher in einer Saison sieben Siege in Serie geschafft – eine Marke, die unerreichbar schien. Bis eben dieser Vettel kam. Und beim Saisonfinale am kommenden Sonntag in Sao Paulo kann der neue Dominator zwei weitere Rekorde einstellen.

60 Jahre alter Rekord

Gewinnt Vettel auch den Grand Prix von Brasilien – wofür alles spricht – zieht er mit Schumacher bei den Saisonsiegen gleich. Der siebenfache Champion und 91-malige Grand-Prix-Gewinner hatte 2004 insgesamt 13 Rennen für sich entschieden. Und der Uralt-Rekord des Italieners Alberto Ascari wackelt ebenfalls. Vor 60 Jahren glückten dem Ferrari-Fahrer neun Siege hintereinander – allerdings auf zwei Saisonen (1952 und 1953) verteilt.

APA-Grafik zu den Rekorden von Schumacher und Vettel

Schumacher 2000

Vettels außergewöhnliche Emotionalität erinnerte stark an Schumachers Gefühlsausbruch im September 2000 in Monza. Nachdem der Ferrari-Pilot ausgerechnet im Heimrennen der Scuderia die 41 Siege des 1994 in Imola tödlich verunglückten Ayrton Senna eingestellt hatte, übermannten den sonst so kontrollierten Superstar die Gefühle.

Schumacher relaxt

Dass sein „Kumpel“ sich wegen eines verlorenen Rekords grämen könnte, hält Vettel für undenkbar. „Ich habe mit Michael vor ein paar Wochen gesprochen und glaube, dass er glücklich ist mit dem, was er erreicht hat. Er schien ziemlich relaxt.“ Vettel wies auf die unzähligen Rekorde seines einstigen Jugendidols hin: „Ich denke, viele werden ewig halten. Diesen nahe zu kommen und jetzt einen davon gebrochen zu haben, ist außergewöhnlich.“

Dampfwalze Red Bull

Seit dem Grand Prix von Belgien am 25. August hat Vettel alle WM-Läufe gewonnen, meist sogar fast spielerisch. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali bezeichnete nach der erneuten Demütigung den zweiten Vizetitel für Fernando Alonso in drei Jahren als „kleine Belohnung angesichts der Dampfwalze Red Bull“. Der Spanier Alonso war „sehr stolz“ über den zweiten WM-Platz. Er sei praktisch „der Erste unter den ‚Sterblichen‘ hinter Red Bull“.

Mark Webber auf dem Podium

Teamchef Christian Horner freute sich über „die unglaubliche“ Leistung des Teams: „Sebastian hat einen neuen Rekord aufgestellt und wurde dabei von Mark auf dem Podium begleitet.“ Der Australier Webber komplettierte in seinem vorletzten Formel-1-Rennen als Dritter die Glückseligkeit des Branchenführers.

Mittwoch beginnt das Training für Brasilien

Vom Saisonfinale in Sao Paulo sprach an diesem historischen Tag keiner in der Red-Bull-Truppe. Vettel versicherte nur allgemein: „Auch wenn wir die WM im Sack haben, haben wir keine Probleme, uns zu motivieren.“ Am Dienstag fliegt er nach Brasilien – und am Mittwoch steht dort leichtes Training auf seinem Programm.

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