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Spannung in der zweiten Reihe

Alle Formel 1 Teams der Saison 2015. Die Favoritenrolle ist vergeben, wer auf der Suche nach Spannung ist wird in der zweiten Reihe fündig.

12.03.2015 APA

Alle Formel-1-Teams der Saison 2015

Mercedes AMG Petronas F1 Team

Mit 16 von 19 möglichen Rennsiegen waren die Deutschen das Maß der Dinge im Jahr 2014. Auch diesmal sollten sie die überlegene Mannschaft sein. Die Hauptfrage ist, wie sehr sich die Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg wieder gegenseitig in interne Kleinkriege verwickeln. Hamilton peilt seinen dritten WM-Titel nach 2008 und 2014 an, Rosberg will das „Rückspiel“ unbedingt gewinnen. Dafür braucht der Deutsche mehr Siege als im Vorjahr.

Infiniti Red Bull Racing

Der entthronte Vierfach-Champion setzt 2015 auf die Jugend und auf eine PS-Steigerung des Renault-Motors. Daniel Ricciardo (25) war 2014 der einzige Nicht-Mercedes-Fahrer mit Siegen (3) und ist in seinem zweiten Jahr bei den Österreichern bereits Teamleader. Nach dem Weggang von Sebastian Vettel zu Ferrari wurde der 20-jährige Russe Daniil Kwjat vom Schwesternteam Toro Rosso in den zweiten RB11 gesetzt. Am Auto hat Adrian Newey nochmals Hand angelegt, der Star-Designer weilt auch in Melbourne. Die Winter-Testfahrten verliefen besser als im Vorjahr.

Williams Martini Racing

Das Traditions-Team war 2014 Aufsteiger des Jahres und hofft, auch 2015 dank Mercedes-Motoren und einem gelungenen Chassis, vorne mitzufahren. Mit Felipe Massa (BRA) und dem schnellen Finnen Valtteri Bottas sind die Fahrer gleich geblieben. Entwicklungspilotin ist nach wie vor Susie Wolff. „Wir wollen dort weitermachen, wo wir 2014 aufgehört haben“, sagte Bottas. „Es wird Zeit für Siege.“

Scuderia Ferrari

Die sieglose und schlechteste Saison seit über zwei Jahrzehnten soll mit Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen schnell vergessen sein. Die Italiener haben nicht nur Luca di Montezemolo ziehen lassen und mit Maurizio Arrivabene einen neuen Teamchef engagiert, auch Fahrer Fernando Alonso hat zu McLaren gewechselt. Der stattdessen von Red Bull gekommene Vettel soll wie einst Michael Schumacher mit deutscher Gründlichkeit für einen Aufschwung sorgen. „Ferrari hat sich definitiv verbessert und muss wieder an die Spitze“, sagte Vettel in Australien. „Es ist eine Ehre, für Ferrari zu fahren. Ich kann das erste Rennen kaum erwarten.“

McLaren Honda

Wird auch trotz – oder wegen – der neuen Honda-Antriebsstränge nicht so schnell aus der Problemzone kommen und noch länger auf den ersten GP-Sieg seit 2012 warten müssen. Zudem muss der zurückgekehrte Fernando Alonso nach einem dubiosen Testunfall in Australien passen, statt ihm fährt der Däne Kevin Magnussen neben Jenson Button. Alonso wird in Melbourne nicht viel verpassen, das mehrfache Weltmeisterteam kam im Winter auf nur wenige Testkilometer.

Sahara Force India F1 Team

Musste wie einige andere Nachzüglerteams eine Finanzspritze in Anspruch nehmen und hat nur drei Tage im Winter getestet. Für die Boliden von Nico Hülkenberg (GER) und Sergio Perez (MEX) spricht, dass sie Mercedes-Antriebe im Heck haben.

Scuderia Toro Rosso

Das zweite Red-Bull-Team geht mit den beiden Neulingen Carlos Sainz jr. (20) und Max Verstappen (17) und mit zusammen nur 37 Jahren dem jüngsten Fahrer-Duo der Geschichte an den Start. Trotzdem ist Platz fünf in der Team-WM das Ziel, was angesichts der Probleme von McLaren möglich erscheint. Zudem konzentriert sich Renault 2015 auf RBR und Toro Rosso.

Lotus F1 Team

Das neue Auto dürfte deutlich besser sein, dazu kommen Mercedes- statt Renault-Motoren. Für Romain Grosjean (FRA) und den Venezolaner Pastor Maldonado scheinen nach dem Durchhänger von 2014 Podestplätze wieder in Greifweite zu sein.

Manor Marussia F1 Team

Totgesagt und doch wieder dabei. Mit 2014er-Autos und alten Ferrari-Motoren will das gerettete Team antreten, obwohl man keinen einzigen Testkilometer im Winter bestritten hat. Der Brite Will Stevens soll nach Erhalt der Superlizenz die ganze Saison fahren, der Spanier Roberto Merhi ist vorerst nur für Melbourne fix.

Sauber F1 Team

Die Tragödie geht weiter. Nach einer inferioren Saison ohne WM-Punkt sorgte das Team der Österreicherin Monisha Kaltenborn für die Negativ-Schlagzeilen vor dem WM-Start. Guido van der Garde klagte erfolgreich seinen Platz als Stammfahrer ein, Sauber hat mit Marcus Ericsson und Felipe Nasr aber schon zwei Einsatzpiloten. Wer in Melbourne tatsächlich in den Sauber-Autos sitzt, war selbst einen Tag vor dem ersten Training noch ungewiss. Der neue C34 dürfte aber deutlich besser sein als das Vorjahres-Auto.

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