Der Rennhunger von Alex Wurz ist mit 40 noch nicht gestillt. "Es macht noch irrsinnig Spaß" Bild: © FLORIAN SCHUH / APA / picturedesk.com
Der Rennhunger von Alex Wurz ist mit 40 noch nicht gestillt. "Es macht noch irrsinnig Spaß" Bild: © FLORIAN SCHUH / APA / picturedesk.com
 

Alexander Wurz denkt mit 40 noch nicht ans Aufhören

„Mein Ablaufdatum gibt die Stoppuhr bekannt“. Wurz will heuer den 3. Sieg in Le Mans holen und ist gespannt vor der neuen Formel 1-Ära.

10.02.2014 APA

Der frühere Formel-1-Pilot Alexander Wurz zählt sich auch mit 40 noch lange nicht zum alten Rennfahrer-Eisen. Der Niederösterreicher hat in diesem Jahr im Langstreckensport mit Toyota einiges vor. „Das Ziel ist zu 100 Prozent klar. Wir wollen die WM gewinnen und wir wollen in Le Mans gewinnen“, versicherte Wurz vor seinem runden Geburtstag kommenden Samstag der APA.

In Le Mans zählt nur der Sieg

1996 und 2009 hat der am 15. Februar 1974 in Waidhofen an der Thaya geborene Wurz bereits beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans triumphiert. Der Klassiker stellt auch in diesem Jahr am 14./15. Juni – eine Woche vor dem Formel-1-Grand-Prix von Österreich – den Höhepunkt der Langstrecken-WM dar. „Ein zweiter oder ein vierter Platz ist gehüpft wie gesprungen. Nach Le Mans gehe ich nur, um zu gewinnen“, versicherte Wurz. „Das treibt mich an.“

Seit dem Ende seiner Formel-1-Karriere 2007 hat Wurz im Langstreckenbereich überzeugt. „Ich habe kein Problem, irgendwann den Hut zu ziehen. Derzeit macht es aber noch irrsinnig Spaß“, erklärte der dreifache Familienvater, der mit Frau Julia sowie den Söhnen Felix, Charlie und Oscar in Monaco lebt. Wurz: „Mein Ablaufdatum gibt die Stoppuhr bekannt. Die weiß nicht, wie alt ich bin.“

Langstrecken-WM: „Höhere Geheimniskrämerei als in der Formel 1“

Toyota will den Kampf mit den WM-Rivalen Audi und Porsche aufnehmen. „Bisher läuft alles nach Plan, wir haben auch schon getestet“, verriet Wurz. „Ich bin guter Dinge.“ Durch eine größere Reglementumstellung seien Vorhersagen zur Stärke der Hybridboliden aber schwierig. „Überhaupt gibt es eine viel höhere Geheimniskrämerei als in der Formel 1.“ Saisonstart ist Mitte April in Silverstone.

In der Königsklasse werden die Karten am 16. März in Melbourne aufgedeckt. „Wir stehen vor einer Unbekannten“, sagte Wurz angesichts der größten Regelrevolution seit 25 Jahren. „Die Spannung ist groß, aber vielleicht gewinnt in Australien jemand mit einer halben Runde Vorsprung – oder die Hälfte des Feldes fällt aus“, erinnerte der 69-fache GP-Teilnehmer.

Die ersten Tests mit den neuen Turbomotoren Ende Jänner in Jerez waren vor allem für Red Bull ein Rückschlag. „Wir wissen, dass sich ein Hersteller ein bisschen mit der Kühlung verrechnet hat, das ist Renault“, sagte Wurz über den Motorenpartner des Weltmeisterteams, das dadurch vier Testtage verlor. „Das sind 33 Prozent der Testzeit, das ist eine Menge Holz.“

Job des F1-Teamchefs ist für Wurz bislang kein Thema

Wurz ist in der Formel 1 weiterhin Co-Kommentator und Experte für den ORF sowie Berater bei Williams. Einen anderen Job in der Königsklasse, etwa den des Teamchefs, lassen seine hauptberuflichen Verpflichtungen vorerst nicht zu. „Solange ich aktiver Rennfahrer bin, ist es kein Thema, in einer anderen Funktion in der Formel 1 tätig zu werden“, betonte Wurz.

Dafür hat der Sportfan in der Vorbereitung am Rande auch Zeit, die Olympischen Winterspiele in Sotschi zu verfolgen. „Es fasziniert mich, wie die Leute bei so einem Einzelsportereignis mit dem Druck umgehen“, erklärte Wurz. Besonders angetan haben es dem früheren BMX-Weltmeister die Ausdauersportarten Langlauf oder Biathlon. „Ich weiß, wie extrem hart das ist.“

Zum Geburtstag 100-km-Radausfahrt mit Freunden

Seinen 40. Geburtstag begeht der passionierte Radfahrer dennoch standesgemäß mit einer 100-Kilometer-Ausfahrt mit Freunden in seiner Wahlheimat – der Poggio, berüchtigter Schlussanstieg des Frühjahrsklassikers Mailand-San Remo, inklusive. Wurz: „Zum Glück gibt es dort auch einen guten Kaffee.“ Gefeiert wird erst am Abend.

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