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Findet Adrian Sutil noch ein freies Formel-1-Cockpit?
 

Deutsches Fahrerfeld in der Formel 1 schrumpft weiter

2010 starteten noch 7 deutsche Piloten in der Formel 1, fünf Jahre später könnten es in der kommenden Saison nur noch drei sein. Adrian Sutil droht das Aus.

06.11.2014 APA

Michael Schumacher und Nico Rosberg bei Mercedes GP Petronas, Sebastian Vettel bei Red Bull Racing, Nico Hülkenberg bei Williams, Adrian Sutil bei Force India, Nick Heidfeld bei BMW Sauber und Timo Clock bei Virgin Racing – in der Formel-1-Saison 2010 waren gleich sieben deutsche Piloten in der Königsklasse unterwegs, ein Rekord. 2015 werden wohl nur noch drei Deutsche an den Start gehen.

Kein Platz für Adrian Sutil

Das Sauber-Team ist auf eine üppige Mitgift seiner Fahrer angewiesen, was dazu geführt hat, dass Adrian Sutil ausgebootet wurde. Damit ist die deutsche Fahrer-Gruppe in der Königsklasse des Motorsports erstmals seit 2005 auf drei Piloten geschrumpft.

„Anscheinend liegt das in anderen Händen“

Nach dem Großen Preis der USA in Austin äußerte sich Sutil wenig glücklich über seine derzeitige Situation. „Anscheinend liegt das in anderen Händen“, erklärte der in dieser Saison immer noch punktlose Pilot in Austin. Vor dem Austin-Auftritt ging er aber noch davon aus, auch kommende Saison bei Sauber zu fahren. Auf die Frage, ob er bleiben werde, antwortete der 126-malige Grand-Prix-Starter: „Es gab da keine Veränderung.“ Der Schweizer Rennstall und er seien eine Partnerschaft „für eine gewisse Zeit“ eingegangen.

Frühes Aus für Sutil in den USA

Dabei präsentierte sich Sutil in Texas in verheißungsvoller Form und wollte Eigenwerbung betreiben. Von Platz neun ging er in das drittletzte Saisonrennen, wo ihm jedoch Force-India-Fahrer Sergio Perez mit einer Kollision in der ersten Runde alle Hoffnungen auf die ersten Saison-Zähler für seinen finanziell gebeutelten Rennstall nahm. „Das war so unnötig, es ist zum Heulen“, sagte Sutil.

Beide Plätze bei Sauber fix vergeben

Ähnlich gestaltet sich seine Formel-1-Zukunft bei Sauber. Der von Sponsoren großzügig alimentierte frühere Caterham-Fahrer Marcus Ericsson ist als Stammpilot für 2015 gesetzt. Zudem ist eine Einigung mit dem Brasilianer Felipe Nasr erzielt worden. Somit sind der Mexikaner Esteban Gutierrez und Adrian Sutil bei den Schweizern draußen. Ob sich in dem aufgrund der immensen finanziellen Formel-1-Schieflage dezimierten Fahrerfeld so schnell eine neue Option bietet, erscheint äußerst fraglich. Sollten Caterham und Marussia nicht die drohende Zahlungsunfähigkeit abwenden, schwindet die Zahl der freien Cockpits.

Was passiert mit Hülkenberg, Rosberg und Vettel?

Den anderen drei deutschen Formel-1-Fahrern geht es da besser. Hülkenberg hatte sich vor zwei Wochen sein Cockpit gesichert. „Das Team hat große Ambitionen und ich glaube, dass wir für das kommende Jahr wieder ein konkurrenzfähiges Paket haben werden“, sagte der Pilot über seinen Verbleib bei Force India. Schon Mitte Juli hatte Titelkandidat Rosberg bei Mercedes ein Bekenntnis über „mehrere Jahre“ abgegeben. Vettel muss zwar auf die offizielle Bekanntgabe seines Wechsels von Red Bull zu Ferrari weiter warten, sein Platz für 2015 ist aber natürlich auch sicher.

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