Toyota TS030 Hybrid 2014 nacht regen
Wurz kämpft im Toyota TS040 Hybrid um den Sieg. © Paul Gilham/Getty Images
 

24h Le Mans: 5 Österreicher am Start

Großes Porsche-Comeback bei 82. Auflage des 24-Stunden-Klassikers. Alonso gibt Startzeichen für fünf Österreicher.

11.06.2014 APA

Während die Welt schon im Fußball-WM-Fieber liegt, findet am Wochenende die 82. Auflage des Motorsport-Klassikers 24 Stunden von Le Mans statt. 2014 kommt es dabei wegen der Rückkehr von Porsche zu einem wahren „Titanenkampf“ zwischen Favorit Audi, Toyota und Porsche. Gleich fünf Österreicher mischen hinter dem Steuer mit, Alexander Wurz greift nach seinem dritten Sieg in der LMP1.

Niemand Geringerer als Ferraris Formel-1-Star Fernando Alonso wird am Samstag (15.00 Uhr MESZ) in Le Mans das Startzeichen geben und 55 Fahrzeuge auf die Reise des dritten Laufs zur Langstrecken-WM 2014 schicken. ORF1 überträgt trotz Fußball-WM mit Unterbrechungen bis zum Zieleinlauf am Sonntagnachmittag.

Audi Favorit?

Trotz durchwachsener Vorbereitung ist auch diesmal Seriensieger Audi wieder Favorit. Porsche ist die große Unbekannte, Formel-1-Expilot Mark Webber einer der Piloten im nagelneuen 919er. „Wir wollen der Konkurrenz auf Augenhöhe begegnen“, hat sich Fritz Enzinger vorgenommen. Der Steirer leitet das LMP1-Projekt, damit hat neben Audi (Wolfgang Ulrich) auch Porsche einen Österreicher auf dem Kommandostand.

Historie und Hybridtechnik verlangten nach Porsches Rückkehr

Einer der Gründe für die Porsche-Rückkehr in die höchste Liga war, dass wie in der Formel 1 nun modernste Hybridtechnologie gefragt ist. Der andere die Erfolgsgeschichte. Porsche ist mit 16 Siegen vor Audi (12) Rekord-Teilnehmer in Le Mans.

Wurz könnte Geschichte schreiben

Der im zweiten Werks-Hybrid-Toyota (Nr. 7) zusammen mit dem Franzosen Stephane Sarrazin und dem Japaner Kazuki Nakajima fahrende Wurz könnte österreichische Motorsportgeschichte schreiben. 1996 war der Niederösterreicher auf Porsche zum jüngsten Gesamtsieger aller Zeiten avanciert, 2009 – es war der einzige Nicht-Audi-Sieg der vergangenen zehn Jahre – wiederholte er das Kunststück in einem Peugeot.

Siege auf drei verschiedenen Marken sind aber nicht das, was Wurz vordergründig antreibt. „Das Einzige, das ich will, ist, am Sonntag ganz oben zu stehen. Dann kommt alles andere von selbst“, sagte Wurz, für den das Rennen natürlich das Highlight des Jahres ist. „Darauf bereiten wir uns 364 Tage vor.

Keine Quali für Wurz

Wegen des neuen Gewicht-Regulativs wird Wurz diesmal aber nicht die Qualifikation fahren, obwohl er vier Kilo abgenommen hat und bei einer Körpergröße von 1,87 m wie in seiner Formel-1-Zeit 79 Kilo wiegt. „Das müssen diesmal unsere Leichtgewichte erledigen.“

Wurz hofft, dank Toyota-Hybrid-Power im Kampf der 700 PS starken LMP1-Prototypen der lachende Dritte zu sein. Als Hauptkonkurrent wird ohnehin das Schwesternauto mit Anthony Davidson/Nicolas Lapierre/Sebastian Buemi und der Startnummer acht gehandelt. Wurz stuft aber auch Porsche hoch ein. „Eigentlich sind sie für mich Favorit, wäre nicht die Tatsache, dass sie zum ersten Mal antreten.“

Die Österreich hinterm Steuer

Aus dem rot-weiß-roten Langstrecken-Lager mit dabei sind weiters Dominik Kraihamer (Rebellion Toyota) in der LMP-1-L (ohne ERS, Privatfahrer), Christian Klien (Morgan Judd) in der LMP2 sowie Richard Lietz (Porsche 911 RSR) in der LMGTE Pro und Klaus Bachler (Porsche 911 RSR) in der LMGTE Am.

Klien hofft nach guten Vorstellungen in der europäischen Le-Mans-Serie in der zweitschnellsten Kategorie auf einen Podestplatz. „Es kommen hier zwar einige Teams dazu, vom Speed her sollte es aber möglich sein“, hofft der Vorarlberger vor seinem vierten Auftritt in Le Mans.

Lietz geht sogar schon auf seinen vierten Sieg im Motorsport-Mekka los. Nach seinen drei Triumphen 2007, 2010 und 2013 kommt der Niederösterreicher als Titelverteidiger an den legendären Circuit des 24 Heures an die Sarthe. „Le Mans ist das größte Rennen der Welt. Wenn ich nicht als Fahrer dabei wäre, würde ich mir eine Eintrittskarte kaufen“, so Lietz.

Wurz: „Jedes Zehntel summiert sich“

Die Gefährlichkeit dieses Rennens, zu dem jährlich an die 250.000 Fans pilgern, ist allen bewusst. „Die vielen langsameren Autos. Zudem stehst du unter viel Druck, weil sich jedes verlorene Zehntel über die 24 Stunden summiert“, weiß Wurz aus Erfahrung. „Eigentlich ist Le Mans der gefährlichste Motorsportevent Europas. Da fährt Riesen-Respekt mit.“

Für das bemerkenswerteste Fahrzeug sorgt wieder Nissan. Zwei Jahre nach dem dreirädrigen Delta Wing bringt man diesmal mit dem ähnlich aussehenden Zeod-RC den mit 300 km/h schnellsten Elektro-Hybrid-Rennwagen der Welt. Ziel ist, zumindest eine der 13,629 km langen Runden nur mit Elektroenergie zu schaffen.

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