Der verunglückte Allan Simonsen bei der Parade in Le Mans
Der verunglückte Allan Simonsen bei der Parade in Le Mans
 

117 Tote in 90 Jahren Le Mans

Mit Allan Simonsen war am Samstag der 8. Todesfall beim französischen Langstreckenrennen seit 1969 zu betrauern. Es war der erste Unfall mit tödlichem Ausgang seit 16 Jahren.

23.06.2013 APA

 

In 90 Jahren Le Mans kamen 117 Menschen bei dem französischen 24 Stunden-Rennen ums Leben. Der bis gestern letzte Tote war 1997 zu betrauern, als der Franzose Sebastien Enjolras in der Qualifikation ums Leben gekommen war. Am Samstag kam es bei der 81. Auflage des Klassikers dann zum nächsten Unfall mit tödlichem Ausgang: Der 34-jährige Däne Allan Simonsen raste mit seinem Aston Martin bei leichtem Regen in die Leitplanke. Er erlag seinen schweren Verletzungen wenige Zeit später im Krankenhaus.

Nach dem Unfall von Simonsen war schon nach neun Minuten die erste lange Safety-Car-Phase erfolgt. Fast eine Stunde lang mussten die Rennwagen auf die erneute Freigabe warten. Die im Rennen verbliebenen vier Aston Martins fuhren nach Angaben des Teams auf Wunsch von Simonsens Familie weiter.

Heute erneuter Unfall mit Aston Martin

Am Sonntagmorgen der nächste Schock: Der Franzose Frédéric Makowiecki krachte auf der Hunaudières-Geraden mit seinem Vantage frontal in die Leitplanken. Obwohl die Front des Fahrzeugs völlig zerstört wurde, konnte Makowiecki das Wrack ohne Hilfe und offenbar unverletzt verlassen.

8 Tote in letzten 44 Jahren

Seit 1969 sind insgesamt 8 Fahrer in Le Mans tödlich verunglückt. Der Österreicher Jo Gartner schlug mit seinem Porsche 962C in die Leitplanke auf der Mulsanne-Geraden ein und starb beim Aufprall. 1955 kam es beim französischen Langstreckenrennen zum bisher verheerendsten Unfall in der Geschichte des Motorsports, als bei einer Kollision des Mercedes-Pilots Pierre Levegh und des Briten Lance Macklin im Austin-Healey 100 Wrackteile in die Zuschauermenge geschleudert wurden. Dabei kamen neben Levegh 83 Zuschauen ums Lebens, 120 wurden verletzt.

  • Anna

    Tragisch – keine Frage !
    Aber warum sind Motorsportveranstaltungen nur dann besonders interessant, wenn ein Teilnehmer oder Zuschauer zu Tode kommt ?
    (Siehe Rainhard Fendrich: es lebe der Sport).
    Schade, denn die ungezählten sportlichen Höchstleistungen und Erfolge in 90 Jahren sollten doch eigentlich im Vordergrund stehen.

    Dasselbe gilt auch für die reisserischen Berichte über die legendären Motorradrennen auf der Isle of Man. Diese tolle Veranstaltung, die bereits seit über 100 Jahren ausgetragen wird, wird in den meisten Medien auch nur dann erwähnt, wenn jemand verunglückt ist.

    Seriöse Berichterstattung sieht für mich anders aus !!

  • tonitirol

    Der Beitrag hat fuer mich den Beigeschmack, dass man wieder einmal den Motorsport in Zweifel stellen moechte

    Es ist tragisch, wenn etwas passiert aber ich glaube, dass sich alle Beteiligten im klaren sind, dass bei diesem Sport etwas passieren kann…..

    – und wenn zumindest die ewigen Kritiker zu Hause
    blieben, waere auch schon ein Teilerfolg erzielt.

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