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Probeführerschein: künftig 3 statt 2 Jahre?

In Österreich erhalten Fahranfänger, nach bestandener Prüfungen, einen Probeführerschein. Dieser könnte künftig 3 statt 2 Jahre gelten.

17.10.2016 Online Redaktion

Die neue Novelle des FSG (Führerscheingesetzes)soll einige Neuerungen bringen. Neben Änderungen bei der Ausbildung zum Mopedführerschein soll die Probezeit des Probeführerscheines von 2 auf 3 Jahre verlängert werden.

Was ist beim Probeführerschein besonders?

Aktuell werden alle Führerscheine, mit Ausnahme der Moped- und Traktorführerscheine, in den ersten zwei Jahren als Probeführerscheine ausgestellt. Das bedeutet:

  • Eine Alkoholgrenze von 0,1 Promille statt der danach geltenden 0,5 Promille
  • Anordnung einer Nachschulung bei schweren Delikten, dazu zählen momentan: Vorrangverletzung, Fahrerflucht, deutlich überhöhte Geschwindigkeit (mehr als 20 km/h Überschreitung im Ortsgebiet bzw. 40 km/ auf Freilandstraße), Geisterfahrten, Missachtung von Rotlicht, Überholen in einer Überholverbotszone bzw. unter gefährlichen Umständen, Fahren gegen die Einbahn und die fahrlässige Körperverletzung bzw. Tötung beim Lenken eines Kraftfahrzeuges.
  • Verlängerung der Probezeit um ein Jahr, wenn einer Nachschulung angeordnet wurde.
  • Verkehrspsychologische Untersuchung sowie amtsärztliches Gutachten bei neuerlichem Verstoß gegen die Probeführerscheinauflagen innerhalb der dritten Verlängerung der Probezeit.

Wie läuft eine Nachschulung ab?

Bei einer angeordneten Nachschulung handelt es sich um einen verkehrspsychologischen Kurs, der grundsätzlich als Gruppenkurs abgehalten wird. Gesetzlich vorgeschrieben ist der Besuch von mindestens vier Sitzungen, wobei diese Kurse nur von Anbietern abgehalten werden dürfen, die vom Verkehrsministerium dazu ermächtig sind.

Fahrstunde bei Nachschulung

Im Nachschulungskurs enthalten ist auch eine Fahrstunde mit einem Fahrlehrer, die anschließend in der Gruppe mit einem Verkehrspsychologen nachbesprochen wird.

Wie viel kostet eine Nachschulung?

Eine Gruppensitzung darf pro Kurseinheit von 33 bis maximal 37 Euro kosten, ein Einzelgespräch (falls angeordnet) ab 103 bis maximal 115 Euro.

Gibt es bei der Nachschulung eine Prüfung?

Kleiner Trost zum Schluss: Es ist keine abschließende Prüfung vorgesehen, bei der man durchfallen kann.

Probeführerschein neu: 3 statt 2 Jahre Probezeit

Im Zuge der neuen Gesetzesnovelle, die momentan in der Begutachtungsphase ist, ist angedacht, den Zeitraum, in dem diese verschärften Regeln gelten, von 2 auf 3 Jahre anzuheben. Auch die Missachtung des Handyverbotes am Steuer soll in den oben genannten Deliktkatalog aufgenommen werden und somit zu einer Verlängerung des Probeführerscheines führen.

Pro und Contra der Verschärfung

Während die Befürworter damit einen weiteren Schritt in Richtung noch besserer Verkehrssicherheit sehen, bemängeln Kritiker seit längerem, dass die Gesetzeslage immer unausgeglichener, also zu Lasten der jüngeren Verkehrsteilnehmer, gestaltet wird: Junge Verkehrsteilnehmer würden mit der neuen Regelung noch weiter eingeschränkt, während Delikte, die z.B. aufgrund altersbedingter Schwächen (Sehvermögen, geringeres Reaktionsvermögen, etc.) verursacht werden, im Vergleich weniger schwerwiegend bestraft werden.

Änderungen auch bei Mopedausbildung

Bisher ist es möglich, die Ausbildung mit abschließender Prüfung bereits im Alter ab 14 Jahren und 6 Monaten zu absolvieren, um dann mit 15 Jahren den Mopedführerschein zu erhalten. Die künftige Gesetzgebung sieht vor, dass die Ausbildung frühestens 2 Monate vor dem 15. Geburtstag begonnen werden kann. Weiters darf in der theoretischen Ausbildung die theoretische Prüfung nicht integriert werden, sondern muss zusätzlich erfolgen. Auch „Risikokompetenz“ soll, wie in der Ausbildung zur Führerscheinklasse A üblich, künftig ebenso in der Mopedausbildung vermittelt werden. Und auch die abschließende theoretische Prüfung soll hinsichtlich der Abwicklung dem Stand der Zeit angepasst werden – also in Form einer Computerprüfung erfolgen.

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