Soll ich einen Neuwagen oder einen Gebrauchtwagen kaufen?

Neuwagen oder Gebrauchter? Diesel oder Benziner? Das neueste Modell oder erprobte Technologie? Ein Wegweiser.

12.08.2015 Online Redaktion

1 – Neuwagen oder Gebrauchtwagen?

Es ist dies eine Binsenweisheit: Den höchsten Wertverlust hat ein Auto auf den ersten Kilometern. Das Preisgefälle vom Listenpreis über den Händler-Neupreis und eine Tageszulassung bis zum Vorführwagen (ein paar Monate alt, rund 5000 Kilometer) ist meist gewaltig, der tatsächliche Unterschied im Produkt kaum vorhanden. Vergleichen lohnt sich – in Zeiten des Internets auch ruhig österreichweit über die großen Gebrauchtwagen-Portale.

Eine tatsächliche Neuwagen-Bestellung ist dann sinnvoll oder notwendig, wenn es das gewünschte Fahrzeugmodell so nicht auf dem Jungwagen-Markt gibt. Gerade teurere Modelle mit ihren mannigfaltigen Ausstattungs- und Gestaltungsmöglichkeiten lassen sich oft so individuell zusammenstellen, dass man ein- und dieselbe Konfiguration mitunter nur schwer wiederfindet.

Der Griff zu einem Gebrauchtwagen jenseits der 10.000 Kilometer lässt sich finanziell fast immer rechtfertigen – hier gilt es abzuwägen, was man für das gebotene Geld haben will, ob man das Alters-Risiko kalkulieren kann (z.B. durch Garantien) und ob man ein Auto haben will, in dem schon jemand anders viel Zeit verbracht hat. In jedem Fall tut man sich bei einem Gebrauchtwagen leichter, das Auto als den Gebrauchsgegenstand zu behandeln, der es in den meisten Fällen ist: Da nimmt einen Kratzer in der Felge nicht so krumm.

2 – Diesel oder Benziner?

Die Entscheidung zwischen Selbstzünder und Ottomotor ist aktuell wohl knapper als je zuvor, Dieselmotoren sind mittlerweile zu großer Laufruhe erzogen worden, während die Benziner beim Verbrauch Terrain gutmachen. Diesel-Modelle sind immer noch etwas teurer als vergleichbare Benziner, man kann sich also ausrechnen, wie lange man fahren muss, um den Mehrpreis durch den Minderverbrauch zu amortisieren.

Bei gleichem Preis ist ein modernen Benzin-Motor zur Zeit insofern interessanter, als dass er mit vergleichsweise einfachen Mitteln die Euro-6-Norm erfüllt und damit oft günstiger in der Wartung ist. Ob ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug sinnvoll ist, hängt vom Streckenprofil ab – ist man viel und überwiegend in der Stadt unterwegs, kann sich ein Hybridantrieb schnell rentieren.

3 – Das neueste Modell oder der erprobte Vorgänger?

Wenn man heute viel Geld ausgibt für ein neues Auto, darf man eigentlich erwarten, auch wirklich ein neues Auto entgegenzunehmen, und keines, dass man so auch schon vor fünf Jahren bekommen hätte. Die Auto-Industrie macht spürbare Fortschritte in Sachen Leichtbau, Verbrauch, Sicherheitstechnik und Infotainment – und die Debatte, dass die Kunden aus Zeit- und Kostendruck als finale Prototyp-Fahrer eingeteilt werden, ist eigentlich vorbei.

Tatsache ist, dass das Thema Qualität und Haltbarkeit als Verkaufs- und Werbeargument breitenwirksam ist wie noch nie, begleitet von diversen Garantie-Angeboten. Kein Hersteller kann es sich heute noch leisten, in Dauertests, Gebrauchtwagenreporten und TÜV-Berichten auf hinteren Plätzen zu landen und auch noch den Ruf zu haben, schlechte Werkstätten zu führen. Besonders in Zeiten sozialer Medien machen Unkenrufe über Qualitätsdefizite schnell die Runde. Am Ende kann sich der Kunde freuen – und mit ziemlich sicherer Hand auch zu einem frischen Modell mit neuester Technologie greifen.

  • bertl

    Kleinwagen haben wenig Wertverlust, kann man neu kaufen.
    Untere Mitterlklasse als Sondermodelle und Tagesmelder.
    Große und PS-Starke Autos am besten Gebraucht.

  • Peter M.

    Würde gerne einen Neuwagen kaufen, einen Diesel mit 45-60 PS, so wie mein Audi A2 3L TDI einer ist, spritzig dank Turbo und Alu- Leichtbau, mit einem Realverbrauch von 3 Litern auf 100km, 5 sitzer mit Automatikgetriebe, bequemer Einstieg durch höherbauende Karosserie und einem Kofferraum von 400 Litern. Da es so etwas nicht mehr gibt dank der neuerdings immer mehr vertrottelten, psgeilen, realitätsfremden und privatkundenfeindlichen Modellpolitik der Automobilkonzerne muß ich weiterfahren nach 12 Jahren und 300 tausend Kilometern bis das Auto auseinanderfällt.

    • Kroete

      Ich denke, diese PS-Geilheit wird nicht so schnell vorbei sein. Mein Audi A4 ist mittlerweile 19 Jahre alt und hat 413.000 Kilometer am Tacho. Außer Verschleißteilen gibt es soweit keine Kosten zu berappen. Restwert auch gleich Null. Da werde ich wohl so lange damit fahren, bis eine größere Reparatur ansteht. Dann aber endgültig Tschüss und einen neuen od. guten Gebrauchten besorgen. Angebot ist ja reichlich vorhanden.

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