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Das Blaupunkt San Francisco RDM 169 - der Nachrüst-Hit der späten 90er. So rustikal wie hier sind Nachrüst-Lösungen schon lange nicht mehr.
 

Was muss man beim Radiokauf beachten?

Auch wenn sie immer seltener werden: Tipps zum Thema DIN-Schacht-Radios

30.08.2015 Online Redaktion

Der Markt für Nachrüst-Radios schrumpft. Nicht nur, weil immer mehr Autos serienmäßig ein Radio verbaut haben, sondern auch, weil immer weniger Modelle tatsächlich noch den klassischen DIN-Schacht im Armaturenbrett aufweisen. Dies ist also der erste Punkt, den es zu beachten gilt:

1.) Hat mein Auto einen DIN-Schacht?

Es gibt einerseits Fahrzeuge, deren Radio ein Standard-Einbaumaß aufweist, das Radio jedoch mit einer individuellen Blende in das Armaturenbrett integriert ist (zum Beispiel der VW Golf V und VI mit einem Doppel-DIN-Radio). Bei diesen Fahrzeugen ist es problemlos möglich, das Radio auszutauschen, im Internet und bei einschlägigen Fachhändlern findet man Adapter-Rahmen, um die neue Anlage zu integrieren.

Alternativ haben manche HiFi-Hersteller Infotainment-Anlagen im Angebot, die speziell auf verschiedene Autotypen zugeschnitten sind und sich ohne Zubehör nahtlos einbauen lassen (und dann auch nicht nach Nachrüst-Aktion aussehen).

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© Bild: Becker

Die Becker Mexico Classic-Serie erfreut sich großer Beliebtheit bei Oldtimer-Besitzer und wird von vielen Oldtimer-Sachverständigen als zeitgemäßes Zubehör anerkannt.

 

Einige – vor allem neuere – Fahrzeuge hingegen haben individuelle Infotainment-Systeme, die nicht mehr auf dem DIN-Maß basieren. Dazu gehören zum Beispiel alle BMWs, MINIs und Audis der letzten Jahre. Welches Radio-System in eurem Auto verbaut ist, erfahrt ihr am besten bei einem HiFi-Fachgeschäft, in einschlägigen Internetforen oder beim Fahrzeug-Hersteller.

2.) Welche Ausstattung sollte das Radio haben?

Die Ausstattungs-Möglichkeiten bei Nachrüst-Autoradios stehen neuen Infotainment-Systemen kaum nach. Das Angebot reicht von simplen Radio-Recievern mit AUX-Eingang bis zum Hightech-Computer mit allem Schnickschnack. Die richtige Wahl hängt – wie so oft – davon ab, was man tatsächlich braucht.

Die eigentliche Radio-Funktion ist quasi immer an Bord, hier sollte man darauf achten, dass das Radio eine automatische Sendersuche und einen automatischen Senderwechsel beherrscht. So wechselt das Radio auf der Autobahn nahtlos zwischen den Frequenzen, die zum Beispiel Ö3 oder Kronehit in den verschiedenen Bundesländern haben.

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Das klassische CD-Laufwerk wird immer mehr verdrängt von Möglichkeiten, externe Geräte ans Radio anzuschließen. Die analoge Variante dazu ist der Klinkenstecker (AUX), der mit dem Kopfhörerausgang eines Smartphones oder iPods verbunden wird. Die bessere Klangqualität wird jedoch mit einer digitalen Übertragung via USB oder Bluetooth erzielt. Dabei ist es auch möglich, die Titel-Auswahl am Radio zu steuern (bzw. in weiterer Folge bei manchen Modellen über die Lenkrad-Bedienung). An den USB-Anschluss kann man Smartphones, USB-Sticks oder Festplatten anschließen. Ob ein iPod oder iPhone unterstützt wird, sollte man gegebenenfalls klären. Das Musik-Streamen via Bluetooth beherrscht im Prinzip jedes Smartphone.

Mit der Bluetooth-Schnittstelle kommt auch eine Freisprech-Einrichtung ins Radio – hierzu muss aber meist ein Extra-Mikrofon in der Nähe des Fahrerkopfes (Lenksäule, Dachverkleidung) verbaut werden. Je näher das Mikrophon am Mund ist, desto besser ist natürlich die Sprachqualität.

Zu den elaborierteren Features gehört ein Navigationssystem – hier sollte man darauf achten, dass die Karten problemlos und kostengünstig upgedated werden können. Ein kombiniertes CD/DVD-Laufwerk kann im Stand zum Film-Schauen verwendet werden. Infotainment-Systeme mit einem großen Display haben auch oft die Möglichkeit, das Signal einer Rückfahrkamera zu empfangen. Nachrüst-Kameras lassen sich meist relativ problemlos einbauen, es gibt auch Geräte, die in die hintere Kennzeichenhalterung integriert werden.

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Software-seitig hervorzuheben sind Systeme, die auf dem Android-Betriebssystem basieren, sowie solche, die Apples Carplay-Funktion zur Einbindung des iPhone beherrschen.

3.) Was muss ich beim Kauf sonst noch beachten?

Wichtig ist eine simple und logische Bedienung – diese solltet ihr vor dem Kauf ausprobieren. Schließlich muss die Bedienung auch gefahrlos während der Fahrt möglich sein.

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© Bild: Andreas Riedmann

Das fix installierte Infotainment-Display des Peugeot 208. Hier findet kein Nachrüstradio Platz.

 

Außerdem sollte das Autoradio in den Innenraum eures Autos passen und dazu auch verschiedene Farbschattierungen für die Display- und Tastenbeleuchtung beherrschen. Ein silbernes Radio mit roter Beleuchtung sieht zum Beispiel in einem VW Golf V (schwarzes Interieur, blaue Beleuchtung) eher albern aus.

4.) Brauche ich DAB-Empfang?

Ob und wann der analoge Radio-Empfang endgültig vom digitalen Standard DAB/DAB+ abgelöst wird, ist derzeit noch unklar. Ein Pilot-Versuch in Wien läuft, viele neue Geräte können den digitalen Standard empfangen. Allerdings gibt es auch andere, alternative Technologien (etwa LTE Broadcast), und derzeit ist nicht in Sicht, dass hierzulande der UKW-Empfang gänzlich abgedreht wird.

Man kann sagen: Kost‘s nix, schadt‘s nix. Wenn das gewünschte Radio-Modell DAB+ verbaut hat, ist es gut – wenn nicht, ist es bis auf Weiteres auch kein Problem.

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