Was macht der Zahnriemen im Auto?

Der Zahnriemen ist berüchtigt als Schadensquelle – aber was macht der Zahnriemen eigentlich im Auto?

15.09.2015 Online Redaktion

Der Satz gehört zum Standard-Repertoire vieler Gebrauchtwagen-Tests: „Achten Sie penibel auf das Wechselintervall des Zahnriemens!“ Tatsächlich: Reißt der Zahnriemen im Auto, so ist es bis zum kapitalen Motorschaden nicht mehr weit.

Was macht der Zahnriemen im Auto?

Jeder Verbrennungs-Motor – ob Diesel oder Benziner – muss die Nockenwelle (steuert die Ventile) und die Kurbelwelle (auf die die Kraft übertragen wird) synchronisieren, damit die Ventile im richtigen Moment öffnen und schließen. Diese Synchronisation erfolgt entweder mittels einer Steuerkette oder eines Zahnriemens.

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© Bild: Creative Commons / Steuerkette

Zahnriemen oder Steuerkette?

Der größte Vorteil einer Steuerkette ist, dass diese prinzipiell wartungsfrei ist. Steuerketten sind auch belastbarer und vertragen höhere Drehzahlen. Dass jedoch auch Steuerketten nicht problemfrei sind, zeigten zuletzt die Motorschäden an VW-TSI-Motoren, die durch „gelängte Steuerketten“ entstanden – also dadurch, dass die Steuerkette mit der Zeit länger wurde. Solche Probleme sind global gesehen jedoch Einzelfälle.

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© Bild: Creative Commons / Zahnriemen, bei laufendem Motor

Was ist der Unterschied zwischen Zahnriemen und Steuerkette?

Zahnriemen sind im Vergleich zur Steuerkette leichter, preiswerter in Produktion und Auslegung, sie laufen ruhiger und erhöhen den Wirkungsgrad des Motors. Außerdem kann ein Zahnriemen um engere Radien gespannt werden, viele Spanner und Spannschienen entfallen.

Wie oft muss der Zahnriemen getauscht werden?

Wie oft ein Zahnriemen getauscht werden muss, variiert je nach Hersteller und Modell, die Intervalle liegen grob zwischen 50.000 und 150.000 Kilometern oder zwei bis fünf Jahren.

Was passiert, wenn der Zahnriemen reißt?

Wenn die Synchronisierung zwischen Nocken- und Kurbelwelle nicht mehr gegeben ist, ist ein geregelter Verbrennungszyklus nicht mehr möglich. Zudem stoßen die Kolben an ihrem oberen Totpunkt an offenstehende Ventile. Ein Motorschaden ist die teure Konsequenz.

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