Kfz-Ankauf & Co: 3 Fragen zu den lästigen Visitenkarten am Auto

Sie sind eine lästige Plage, aber kaum zu verhindern: Autokauf-Kärtchen, die massenhaft von dubiosen „Autohändlern“ auf unseren Autos hinterlassen werden.

08.07.2016 Online Redaktion

Die allseits bekannten Visitenkarten werden meist am Seitenfenster angebracht und sollen zum unkomplizierten und unbürokratischen Verkauf des Autos animieren. Da sich viele Autofahrer aber darüber ärgern, dass fremde Menschen am eigenen Auto herumfummeln, werden diese Kärtchen oftmals an Ort und Stelle entsorgt. Auf manchen Parkflächen findet man daher fast flächendeckend diese besagten Visitenkarten am Boden verteilt, was auch zu einem nicht zu unterschätzenden, beträchtlichen Mehraufwand für die örtlichen Entsorgungs- und Reinigungsdienste führt. Da diese Kosten letztendlich auf die Allgemeinheit, also uns selbst, zurückfallen, empfiehlt es sich trotz berechtigtem Ärger, die Kärtchen zumindest im nächsten Müllkorb zu entsorgen.

3 Fragen zu Visitenkarten, die am Auto angebracht werden

1. Darf an mein Auto eine Visitenkarte angebracht werden?

Aus rechtlicher Sicht machen sich die Verteiler dieser Kärtchen häufig mehrfach strafbar:

  • Denn in den meisten Fällen liegt bei diesen Händlern für die Visitenkartenverteilung keine (erforderliche) Bewilligung vor, außerdem sind auf den Kärtchen selbst weder Firmenname noch Adresse zu finden.
  • Das lässt starke Zweifel aufkommen, ob für die Geschäfte selbst überhaupt eine Gewerbebewilligung vorliegt. Und dass hier Geschäfte in gewerblicher und nicht privater Absicht vorliegen, ist schon aufgrund der massenhaft gedruckten Visitenkarten unübersehbar.

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© Bild: Andreas Kolbábek

2. Wo lande ich, wenn ich die Telefonnummer wähle?

Dass es dennoch schwierig ist, solche Geschäftspraktiken zu unterbinden, liegt daran, dass die angegebenen Telefonnummern meist zu nicht registrierten Wertkartenhandys führen. Der „Firmensitz“ lässt sich somit nur schwer herausfinden.

3. Was geschieht eigentlich mit den angekauften Autos?

Je nach Marke, Typ und Zustand der angekauften Autos werden diese gewinnbringend wiederum an Autoexporteure weiterverkauft, die entscheiden, auf welchem Markt das jeweilige Fahrzeug den größten Erlös erzielt. Auch das „Ausschlachten“ (auch von fast schrottreifen Autos) und der Weiterkauf von Einzelteilen ist eine Möglichkeit, um gute Gewinnmargen zu erzielen – Verhandlungsgeschick und gute Fahrzeugkenntnisse vorausgesetzt. Und diese Eigenschaften kann man diesen Autohändlern sicherlich nicht absprechen.

Unser Fazit: Finger weg von dubiosen Anbietern

Wer sich dennoch dazu entschließt, sein Auto über einen solche „Kärtchen-Autohändler“ zu verkaufen, sollte sich zumindest bewusst sein, dass in den seltensten Fällen ein marktgerechter Preis für den eigenen PKW geboten wird. Auch von der Abwicklung des Verkaufes mittels eines Kaufvertrages, der nicht die rechtlichen Mindeststandards einhält, können wir nur abraten. Theoretisch könnten sich nämlich somit auch nach dem Verkauf noch Probleme, z.B. mit der gesetzlichen Gewährleistung ergeben. Von dieser ist man übrigens auch bei Privatverkäufen nicht einfach befreit, auch wenn das oftmals gängige Meinung ist.

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