Runter mit dem Gewicht: Wie sinnvoll ist Aluminium im Fahrzeugbau?

Eine Aluminiumkarosserie kann eine gute Lösung sein, um das Fahrzeuggewicht zu verringern und damit auch den Verbrauch.

25.03.2010 Autorevue Magazin

Audi hat dies durchaus mit Erfolg bei seiner Oberklasselimousine A8 aufgezeigt, aber auch der A2 hatte eine Aluminium-Karosserie. Allerdings: Hier zeigten sich schon deutlich die Grenzen: Er geriet wegen des wertvollen Werkstoffs ganz einfach zu teuer, das Interesse hielt sich deshalb in Grenzen. Die Produktion wurde eingestellt. Ein weiterer Punkt ist der enorme Energiebedarf bei der Erschmelzung von Aluminium aus Bauxit. Er ist sechseinhalb mal so hoch gegenüber Stahl aus Eisenerz. Bei Verwendung von Recycling-Aluminium wäre die Situation um ein Vielfaches günstiger. Das käme aber erst dann in Frage, wenn schon sehr viele Alu-Autos in den Recycling-Prozess kämen. Das ist aber wegen der Kostensituation kaum möglich. Deshalb verfolgen fast alle Autohersteller eine andere Strategie. Sie verwenden für jedes Bauteil den dafür kosten- und festigkeitsmäßig optimalen Werkstoff. Außerdem haben die Stahlhersteller enorm aufgeholt und bieten heute für einige Einsatzbereiche Stahlbleche an, die bei gleicher Festigkeit sogar leichter als Alu sind und vor allem weniger Bauraum benötigen, weil Alu aufgrund der geringern Festigkeit dicker dimensioniert werden muss. Durch das Laser-Schweißen ist es möglich geworden, auch größere Karosserieflächen mit unterschiedlichen Wandstärken in einem Stück zu pressen. Manche Teile können auch in Kunststoff leichter und billiger ausgeführt werden. Trotzdem ist Aluminium aus dem Automobilbau nicht mehr wegzudenken. Der Anteil steigt, aber in kleinen Stufen. In Premium-Fahrzeugen wird es überwiegend beim Fahrwerk angewendet. Beim Motor findet man Alu quer durch alle Klassen. Selbst Kleinwagen werden heute sehr oft bereits serienmäßig mit Alufelgen ausgestattet. Hier vor allem aus optischen Gründen, denn legt man so ein Rad auf die Waage, ist es samt dem Reifen kaum leichter als eines mit herkömmlicher Stahlfelge.

  • Der Wankelmütige

    Ich wär 1. dafür diese Rubrik "Rudis Aufklärungsunterricht" zu nennen. Und 2. im nächsten Artikel mit dem fahrdynamischen Irrtum, den große "Leicht"metallfelgen darstellen, aufzuräumen. Es gibt z.B. so lustige Zeitgenossen, die es als begehrenswert erachten, auf ihren 800 Kilo Smart Roadster 18 Zöller samt entsprechend breiter und schwerer Niedrigquerschnittsreifen draufzuschnallen. Natürlich samt mindestens 5 cm breiten und damit 2 Kilo schweren Adapterplatten, anders ließe sich das Geschmeide gar nicht montieren. Dann fahren die Jungs mit Gewindefahrwerken auf Anschlag und insgesamt 100 Kilo an Radwerk durch die Gegend und wundern sich warum sich die sonst so agile Lawur wie ein Leiterwagerl verhält. Ich denke da brauchts, lieber Rudi, deine Stimme der technischen Vernunft.

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