Citroen DS Gebrauchtwagen
Damit man mit dem Traumauto nicht die Katze im Sack kauft, sollte man sich absichern.
 

Kaufvertrag, Gewährleistung & Co: Rechtstipps für Privatkäufe

Wer privat sein Wunschauto erwirbt, begibt sich in einen rechtlichen Graubereich. Doch mit etwas Vorbeugung lassen sich böse Überraschungen vermeiden.

21.09.2016 Online Redaktion

Es klang alles so wunderbar: Das Traumauto sollte wenig kosten, gut aussehen, lange halten und zahllose Extras haben. Der Privatkauf ging rasch über die Bühne, auf lästige Details wie einen Kaufvertrag wurde verzichtet. Die Realität brachte dann bereits nach wenigen Tagen eine gewisse Ernüchterung: Zunächst verlor der neue Eigentümer einige essenzielle Bestandteile seiner kürzlich erstandenen Ware auf der Autobahn, anschließend den Glauben an das Gute im Menschen.

Achtung bei privatem Gebrauchtwagenkauf

Kaufabwicklungen zwischen Privatpersonen sind rechtlich niemals ganz unschwierig, besonders heikel wird die Sache, wenn es um Autos geht. Nicht nur wegen der Summen, die im Spiel sind, sondern auch weil Käufer ihre rechtliche Stellung überschätzen. So gibt es beispielsweise bei Privatkäufen nach Unterschrift eines Vertrags kein Rücktrittsrecht. Im Klartext: Wenn der Käufer nach zwei Wochen draufkommt, dass der hellgelbe Golf GTI mit dem extragroßen Spoiler und dem Jägermeister-Schriftzug doch nicht so ganz seinem Geschmack entspricht, muss der Verkäufer das Ding nicht zurücknehmen.

Am Wichtigsten: der Kaufvertrag

Am Wichtigsten ist demnach ein Kaufvertrag – ohne einen solchen geht weder für Käufer noch für Verkäufer gar nichts. Entsprechende Vorlagen gibt es bei den Autofahrerclubs, und auch bei uns als Download. In den meisten Fällen wird ein Ausschluss von Garantie und Gewährleistung vereinbart – das ist nicht nur für den Verkäufer wichtig, sondern stellt auch für den Käufer von Anfang an klar, dass spätere Reklamationen unnötig sind.

Mündliche Vereinbarungen schriftlich festhalten

  • Mündliche Vereinbarungen (etwa zur Übergabe von Zweitschlüsseln, Aushändigung von Zubehör, etc. ) sollten unbedingt im Vertrag schriftlich fixiert werden.
  • Ein Vertrag mit Ausschluss von Gewährleistung ist heute Usus und bedeutet in logischer Konsequenz, dass sich der Käufer vor der Unterfertigung des Vertrags genau über den Zustand des Fahrzeugs informieren muss.
  • Am besten ist es, einen Check des Fahrzeugs bei einem Autofahrerklub oder (falls vorhanden) in der Werkstätte des Vertrauens durchführen zu lassen.
  • Genau achten sollten Käufer indes auf die Fakten, also vor allem auf Motornummer und Kilometerstand – dieser sollte jedenfalls im Kaufvertrag fixiert und vom Verkäufer auch bestätigt werden.
  • Sollte das Auto noch ein Pickerl haben, muss auch der Prüfbericht übergeben werden – dieser dient auch bei der Überprüfung des Fahrzeugs als wertvoller Anhaltspunkt. Schließlich werden darin etwaige Mängel aufgelistet, die Anhaltspunkte für Problemzonen des Autos geben können.

Beim Auto-Kauf: Probefahren und auf Wartungsberichte achten

Unersetzlich ist auch eine Probefahrt mit dem Fahrzeug, genau wie man es bei einem Kauf in einem Autohaus ja auch machen würden. Weiters ist auf Wartungsberichte zu achten: Wurden die vorgeschriebenen Wartungen tatsächlich durchgeführt? Das kann ein wichtiger Anhaltspunkt für den Käufer sein. Profis achten beispielsweise auf den Wechsel des Zahnriemens.

Am Wichtigsten beim Autokauf von Privat zu Privat ist

Niemals hudeln, sondern die Sache in Ruhe angehen und überlegen. Gerade bei „Deals“ zwischen Privatpersonen kommt es zu Missverständnissen. Also: Lieber zweimal überlegen als danach auf der Strecke bleiben.

Hier gibt´s den vorgefertigten Kfz-Kaufvertrag und weitere Formulare

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