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Panne in der Pampa – was nun?

Verlassene Landstraße, weit und breit kein Mensch, kein Schatten und natürlich auch keine Tanke. Was tun, wenn gerade jetzt das Auto streikt? In der City gäbe es tausend Möglichkeiten, aber hier in der Einöde?

11.05.2016 Online Redaktion

Wo der Boden zu feucht ist für eine Wüste, aber zu trocken für das Entstehen von Wäldern, da bilden sich ausgedehnte Grasflächen. In Nordamerika nennen wir sie Prärie, in Russland bezeichnen wir sie als Steppe, in Südafrika sagen wir Veld und in Südamerika sprechen wir von der Pampa. Auch wenn die Pampa in den nördlichen Landesteilen Chiles und Argentiniens zu finden ist, so soll für unsere Definition jede gemeine Landstraße mit spärlicher Besiedelung und eingeschränkter Infrastruktur genügen.

Bevor wir damit loslegen, das Szenario durchzuspielen, gibt es noch ein winziges Detail zu kommunizieren: Bei unserem letzten Kaffee-Stopp, der schon einige Kilometer zurückliegt, haben wir unser Handy liegen lassen. – Ja, nicht gerade unsere brillanteste Leistung. Aber wo läge denn sonst der Reiz?

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© Bild: Shutterstock

Zurück in die Zivilisation – no car, no phone

Zuallererst: Nur weil hier seltener Autos vorbeifahren, heißt das nicht, diesen Punkt aus den Augen zu lassen: Warnblinkanlage aktivieren, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen. Verpflichtend ist das Positionieren des Warndreiecks nur, wenn es sich um eine unübersichtliche Straßenstelle handelt oder schlechte Sicht herrscht. Da wir mangels Telefon von hier aus keine Hilfe herbeirufen können, gilt es allerdings einzurechnen, dass  die Pannenstelle für längere Zeit unbeaufsichtigt bleiben wird. Die Sicht kann sich in der Zwischenzeit witterungs- oder dämmerungsbedingt ändern. Deshalb lieber auf Nummer sicher gehen und das Warndreieck auch dann aufstellen, wenn das Pannenauto auf der offenen Freilandstraße weithin gut sichtbar ist. Wenn der Wagen nicht vollständig auf der Wiese oder dem Kiesbett neben der Straße abgestellt werden konnte und noch teilweise in die Fahrbahn ragt, dann muss es definitiv platziert werden.

Nachsehen, wo der Fehler liegen könnte? Ja. Selbst Hand anlegen und eine notdürftige Reparatur versuchen? Nein. Wer das technische Know-how nicht besitzt, sollte keinesfalls mit Experimenten starten. Damit gefährden wir uns selbst und andere und können den Schaden am Auto auch noch deutlich verschlimmern. Auf eine optische Suche nach dem möglichen Fehler zu gehen, ist aber sinnvoll. Denn je genauer der Pannenhelfer informiert werden kann, desto höher die Chancen, dass er für eine schnelle Vor-Ort-Reparatur alles parat hat. Kühlerhaube öffnen und mit den Augen alles abscannen – nicht mit den Fingern: Verbrennungsgefahr. Ein angeschmorter Kabelstrang, ein gerissener Keilriemen, ein loser Stecker – wir notieren gedanklich alles, was verdächtig aussieht. Eine leere Tankanzeige ist übrigens äußerst verdächtig. Logisch, ja, aber gerade deshalb bei der Fehlersuche nicht immer gleich am Radar.

Mit etwas Glück hat sich nur der Öleinfüllstutzen gelockert und austretendes Motoröl verdampft am heißen Auspuffkrümmer. Was durch den Qualm dramatisch aussieht, ist in diesem Fall durch das Verschließen der Öffnung schnell behoben. Ohne genaue Kenntnisse ist die Wahrscheinlichkeit aber größer, dass jetzt ein langer Marsch in die nächste Ortschaft ansteht. Es ist klug, die Warnweste anzubehalten, denn bei Tempo 100 nähern sich Fußgänger am Wegesrand für den Fahrer schließlich rasend schnell. Vor dem Aufbruch zahlt es sich aus, an Utensilien wie Wasserflasche und Schirm gegen die pralle Sonne zu denken. Ist kein Schirm bei der Hand und die Gefahr eines Sonnenstichs real, hilft ein mit Wasser getränktes Stück Stoff, um Kopf und Nacken zu kühlen. Auch eine Taschenlampe mitzunehmen, ist eine gute Idee. Was beim Losgehen noch nebensächlich wirkt, kann bald schon von elementarer Bedeutung sein. Was immer sich zu einer Schreibtafel umfunktionieren lässt, sollte genutzt werden und mit „HELP“ beschriftet werden. Sollte jemand vorbeifahren, kommunizieren wir so deutlich unsere Notlage und ersparen uns zumindest einen Teil der Wegstrecke.

Zurück in der Zivilisation kann endlich der Pannendienst gerufen werden. In diesem speziellen Fall ist der Pannenfahrer besser dran, die Position seines Aufenthaltsortes anstatt den des Wagens anzugeben und dann gemeinsam mit dem Pannendienst zur Pannenstelle zu fahren. Unbedingt muss die spezielle Situation aber unmissverständlich deutlich gemacht werden, sonst sucht der Pannendienst vergeblich nach seinem Einsatzort.

Es geht auch einfach – mit eCall

Ganz klar, es geht auch wesentlich einfacher. Wer ein eCall-System an Bord hat, erspart sich eine Menge Stress und Aufwand. Ab 2018 ohnehin Pflicht für Neuwagen bieten auch heute schon umsichtige Versicherungsanbieter attraktive Telematik-Systeme für Neu- und Gebrauchtwagen. Allianz Drive versorgt Kunden mit einem praktischen Stecker für die 12-V-Buchse und einer Begleit-App fürs Smartphone. Der Pannendienst ist so immer nur einen Knopfdruck entfernt. Sowohl via SOS-Button auf dem Smartphone als auch über den Notfallknopf am Stecker lässt sich eine Verbindung zur „Alliance Global Assistance“-Zentrale aufbauen. Im Stecker ist eine SIM-Karte installiert und so ist der Stick mit GPS- und GSM-Funktion ausgestattet. Auch unabhängig von einem Handy kann das Auto so punktgenau geortet und Hilfe entsandt werden. Ohne mündliche Kommunikation via Handy geht die Zentrale allerdings von einem echten Notfall aus und schickt Rettungskräfte zum vermeintlichen Unfallort.

Wir sollten also den Marsch in die Zivilisation auf uns nehmen, wenn der Weg zumutbar ist. Im Notfall ist aber immer jemand für uns da und diese Lösung gibt uns so sehr viel Sicherheit. Neben der Allianz bieten auch Uniqa und ÖAMTC attraktive Telematik-Lösungen. Die Panne in der Pampa kann uns also nicht mehr schocken.

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