Mietwagen-Checkliste: Diese 8 Punkte solltet ihr beachten

Um bei der Buchung eines Mietwagens keine bösen Überraschungen zu erleben, gilt es, einige Dinge zu beachten. Hier die wichtigsten Punkte in der Checkliste.

11.04.2016 Online Redaktion

Wer auf der Suche nach einem Mietwagen ist, sollte unbedingt diese Checkliste durchgehen, um nicht über versteckte Kosten zu stolpern und um über seine Rechte informiert zu sein:

1. Mietvertrag

Wie bei allen Verträgen gilt auch bei einem Auto-Mietvertrag: Man sollte jeden Punkt des Vertrages gelesen und verstanden haben. Unklarheiten sollten unbedingt vor Vertragsabschluss geklärt werden und etwaige Sondervereinbarungen immer schriftlich festgehalten werden. Auch die Entrichtung einer Kaution sowie deren Höhe sollte man sich schriftlich bestätigen lassen.

2. Fahrzeugzustand und Vollständigkeit der Ausrüstung

  • Vor Fahrtantritt bzw. bei Übernahme des Mietwagens ist ein Rundgang um das Auto Pflicht, um den technischen Zustand des Fahrzeuges und offensichtliche Schäden zu prüfen.
  • Licht-, Blech- und Lackschäden oder mangelhafte Bremsen solltet ihr euch dabei ebenso schriftlich vom Vermieter bestätigen lassen wie abgefahrene Reifen. Zusätzlich macht man im Idealfall auch Fotos von allen Stellen und Teilen, die Schäden aufweisen.
  • Auch auf die richtige Bereifung (Sommer- bzw. Winterreifen), vollständige Fahrzeugpapiere inkl. Unfallbericht, intakte Sicherheitsgurte, Airbags und Feuerlöscher aber auch Funktionstüchtigkeit der Klimaanlage, Scheibenwischer oder der Hupe sollte geachtet werden.
  • Außerdem wichtig: Immer überprüfen, ob alle Dinge an Bord sind, die gemäß den gesetzlichen Mitführpflichten notwendig sind: Pannendreieck, Warnwesten, Autoapotheke etc.

3. Tankregelung

Mit der Tankregelung wird festgelegt, mit welchem Tankinhalt das Mietauto vom Mieter übernommen wird und mit welchem Füllstand der Wagen zurückgegeben werden muss. In Europa und somit auch Österreich sind bezüglich der Tankregelung 2 Varianten üblich:

Tankregelung „Voll – Voll“

Als Mieter übernimmt man bei dieser Variante mit vollem Tank und gibt das Mietauto wieder vollgetankt zurück. In den meisten Fällen ist diese Variante vorteilhaft, da man so nur den tatsächlich verbrauchten Treibstoff bezahlt und zum selbst gewählten Tankstellenpreis volltanken kann.

Wichtig: Wird das Fahrzeug nicht wie z.B. vereinbart mit vollem Tank retourniert, werden neben den häufig überdurchschnittlich hohen Spritkosten häufig auch zusätzliche Gebühren für die nachträgliche Betankung durch den Vermieter verrechnet.

Tankregelung „Voll – Leer“

Bei dieser Variante der Tankregelung kauft der Fahrzeugmieter die erste Tankfüllung und muss den Mietwagen bei Rückgabe mit leerem Tank zurückgeben. Nachteile aus unserer Sicht: Für die Betankung durch den Vermieter vor Fahrtantritt wird meist eine zusätzliche Gebühr verrechnet. Und: Man ist gezwungen, eine gesamte Tankfüllung zu kaufen, auch wenn man diese gar nicht benötigt. Der nicht benötigte Rest der Tankfüllung ist somit ein „Geschenk“ an den Vermieter.

4. Altersbestimmungen

  • Bei den meisten Anbietern wird für Mieter unter einem gewissen Mindestalter oder über einem Höchstalter ein erhöhter Preis verrechnet, der zusätzlich auch von der gewünschten Fahrzeugklasse abhängig ist. Möglich ist auch, dass gewisse Fahrzeugklassen für manche Altersgruppen gar nicht angeboten werden. Das Mindestalter um zum Normalpreis buchen zu können liegt dabei zwischen 25 und 30 Jahren. Wir raten daher zu einem Preisvergleich vor der Buchung, speziell dann, wenn der Mieter unter 30 Jahre alt ist.
  • Zudem verlangen einige Anbieter, dass man mindestens seit einem Jahr (bei manchen Anbietern auch 2 Jahre) im Besitz eines in Österreich gültigen Führerscheines ist.

5. Versicherung

  • Bei der notwendigen Haftpflichtversicherung sollte im Vertrag nachgelesen werden, wie hoch die Deckungssumme ist. Denn reicht im Schadensfall die Deckungssumme nicht, haftet der Mieter mit seinem Privatvermögen. Autofahrerclubs raten dabei zu einer Deckungssumme von mindestens 2 Millionen Euro. Eine höhere Deckungssumme kann bei vielen Anbietern gegen Bezahlung zugebucht werden.
  • Im Idealfall ist auch eine Kaskoversicherung inkludiert (oder kann zugebucht werden), um vor Streitigkeiten, wer einen Schaden verursacht hat, geschützt zu sein.
  • Wichtig dabei: Bitte genau informieren, in welchen Fällen welche Selbstbehalte vorgesehen sind und welche Schäden gedeckt sind.
  • Diese Selbstbehalte können in den meisten Fällen gegen zusätzliche Prämienzuschläge reduziert werden.
  • Auch hier gilt somit: Ein Preisvergleich zwischen den verschiedenen Anbietern ist unerlässlich.

6. Vorgehensweise bei Unfall, Diebstahl oder Pannen bzw. Schäden am Auto

  • Schon vor Fahrtantritt sollte jedem Mieter klar sein, welche Schritte zu tun sind (Meldung an welche Stellen und in welchem Zeitrahmen etc.) im Fall einer Panne, eines Diebstahles, Unfalles oder entstandenen Schäden am Auto.
  • Zur Sicherheit empfiehlt es sich in diesen Fällen die Polizei zu verständigen und den Sachverhalt somit dokumentieren zu lassen. Auch ein Unfallbericht sollte im Fall des Falles unbedingt angefertigt

7. Mögliche zusätzliche Gebühren

Mit der Bezahlung der Mietgebühr ist es in vielen Fällen noch nicht getan. Bei einer Automietung sind folgende zusätzliche Kosten möglich:

  • Kreditkartengebühren bei Online-Buchung
  • Zusätzlicher Fahrer: Ist gegen Aufpreis möglich, wenn der Fahrer alle übrigen Voraussetzungen erfüllt (Mindestalter, Führerschein)
  • Umbuchungsgebühren: Gerade kurzfriste Umbuchungen sind, wenn überhaupt möglich, teils mit hohen Gebühren verbunden.
  • Spätere Bezahlung: Manche Anbieter verrechnen einen höheren Preis, wenn die Mietwagengebühr nicht sofort z.B. online per Kreditkarte beglichen wird, sondern vor Ort bezahlt wird.
  • Die Umsetzung der AGB erfolgt bei vielen Anbieter eher streng: Wird z.B. der reservierte (und bezahlte) Mietwagen nicht rechtzeitig abgeholt (oft innerhalb 1 Stunde nach vereinbarten Zeitpunkt) verfällt die Buchung, ohne dass eine Rückerstattung der bereits bezahlten Gebühren erfolgt.
  • Reinigung: Bei manchen Anbietern ist die Reinigung im Preis inkludiert, bei manchen ist der Mieter für die Reinigung verantwortlich bzw. wird die Reinigung zusätzlich verrechnet.
  • Kilometeranzahl: Sollte bei seriösen Anbietern grundsätzlich nicht beschränkt sein. Achtung: Ist das aber bei manchen (scheinbar günstigen) Angeboten doch der Fall, wird jeder Kilometer, der über der festgelegten Kilometeranzahl gefahren wird, verrechnet.
  • Auslandsfahrten: Wird eine Fahrt ins Ausland beabsichtigt, sollte das unbedingt vor Buchung des Mietautos bekannt gegeben werden, da dafür zusätzliche Gebühren verrechnet werden. Fährt man ohne es bekannt zu geben ins Ausland, kann der Versicherungsschutz im Fall eines Unfalles hinfällig werden.
  • Zusätzliche Ausrüstung: Winterreifen, Navi, Kindersitze usw.: Bitte vor Anmietung genau informieren, welche Ausrüstung im Preis inkludiert ist, und wofür zusätzliche Kosten anfallen.
  • Auto-Anmietung am Flughafen: Bei den meisten Anbietern ist bei Buchung an einer Anmietstation am Flughafen ein „Flughafenzuschlag“ üblich.
  • Verkehrsübertretungen: Können mit einem Mietwagen ziemlich teuer werden. In vielen Fällen wird z.B. bei einer mit dem Mietauto verursachten Geschwindigkeitsübertretung neben der Strafe noch eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr verrechnet und bei manchen Anbietern der Gesamtbetrag automatisch von der Kreditkarte abgebucht.
  • Zusätzliche Versicherungen: Für z.B. zusätzliche Insassen- oder Gepäckversicherungen werden gerne Abkürzungen verwendet. Bevor hier zusätzliche Versicherungsleistungen ausgewählt werden, bitte genau informieren, um was es sich dabei handelt und ob die Leistung wirklich benötigt wird.

8. Die Rückgabe

  • Der Rückgabetermin sollte wenn möglich pünktlich eingehalten werden, um eine Nachverrechnung zu vermeiden.
  • Die Rückgabe selbst sollte im Idealfall bei einem Mitarbeiter des Vermieters erledigt werden – und nur wenn es sich gar nicht anders einrichten lässt, durch Einwerfen von Schlüssel und Papieren in einen Postkasten. Denn eine unfallfreie und ordnungsgemäße Rückgabe kann in dem Fall nicht dokumentiert und bestätigt werden.
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