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Lada Taiga 4x4 - Steuern verdoppeln fast den Verkaufspreis.
 

Ausgequetscht

Kostenexplosion beim Auto. So viel zahlen wir.

12.02.2013 Autorevue Magazin

Sehen wir es positiv: Nimmt der Staat immer mehr Geld durch Autos ein, Solange der Staat immer mehr Geld durch Autos einnimmt, besteht immerhin wenig Gefahr, dass er ihre Benutzung wirkungsvoll einschränken wird.

Zwar dürfen wir uns in Österreich über günstigere Sprit­preise gegenüber Deutschland freuen, das Autofahren ist bei uns trotzdem um einiges teurer als im Nachbarland, in vielen Fällen sogar empfindlich. Der Grund sind die mittlerweile unübersichtlich vielen und zum Teil erheblich höheren Steuern. Schnell ist man bei der ­Begründung mit Umweltargumenten zur Hand, das wohl stärkere Argument aber lautet: Steuer- und damit Preiserhöhungen für Autofahrer haben erfahrungsgemäß keine direkten negativen Auswirkungen auf Wirtschaftsdynamik und Wählerverhalten. Es ist also besonders leicht und ohne ­Folgen für die Politik, sich immer wieder frisches Geld bei den Autofahrern zu holen.

Das Umweltargument dient bloß als willkommene Behübschung der Absicht. Eine echte Vertretung in dieser Sache haben die Autofahrer nicht. Die Auto­fahrerclubs können trotz gut funk­tionierender Öffen­t­lichkeits­arbeit aufgrund ihrer politi­schen Verflechtungen nur mehr oder weniger laut bellen, aber nicht beißen.

Die Autoimporteure verhalten sich im Steuer-Monopoly geschickt. Sie haben auch keine Freude mit Steuererhöhungen und müssen sich trotz effizienter Lobbyarbeit oft politischen Entscheidungen beugen, profitieren aber andererseits immer wieder von der zunehmend unübersichtlichen Steuersituation. Denn die Steuer­gesetzgebung ist durchaus hilfreich beim allgegenwärtigen Bemühen, den grenzüberschreitenden Warenverkehr zu bremsen, und damit den Wettbewerb. Für Privatkäufer ist es nicht gerade einfach, die Vorteile eines gemeinsamen europäischen Marktes zu nutzen. Das gilt vor allem für ­Gebrauchtwagen. Das Risiko, im Falle eines Eigenimports beim Steuerzahlen eine böse Überraschung zu erleben, ist in vielen Fällen hoch.

Außerdem müssen die Regierungen nicht nur in Österreich oft sehr kreativ sein, um EU-Spielregeln zu umgehen, was die Überschaubarkeit der Gesetze nicht gerade fördert. Das begann mit der durch die Annäherung an den gemeinsamen Markt erzwungenen Abschaffung der 32-prozentigen Luxussteuer im Jahr 1992, die beim Automobil durch die Normverbrauchsabgabe ersetzt wurde. So bekam die Steuerleistung der Autokäufer erstmals ein grünes Mascherl.

Dass nun im Jahr 2008 auch noch eine Bonus-Malus-Regelung für den CO2-Ausstoß ­eingeführt und gerade erst ­verschärft wurde, macht die Rechnung noch einmal kom­pli­­zierter. Der CO2-Malus ist damit bereits die dritte vom Spritverbrauch abhängige Steuer, die übereinander­ge­schlagen wird. Denn schon die Mineralölsteuer besteuert naturgemäß den Verbrauch. Nicht nur beim Kauf der Fahrzeuge schneidet der Staat also kräftig mit: Der Steueranteil an der Treibstoffrechnung verdoppelt mittlerweile bei­nahe den Spritpreis. Die so ­genannte motorbezogene Ver­siche­rungs­steuer (früher schlicht KFZ-Steuer), die gemeinsam mit der Haftpflichtprämie einge­hoben wird, übersteigt bei ­einem risikoarmen Fahrer mit moderat motorisiertem Auto die Haftpflichtversicherungsprämie deutlich.

Komplizierte Steuermodelle gibt es auch in anderen Bereichen, die Besteuerung des ­Automobils und dessen Benutzung ist aber ein besonders prägnantes Beispiel für Zahlenakrobatik. So wird die Normverbrauchsabgabe ja nicht nur auf den Fahrzeugpreis draufgeschlagen. Sie gilt bekanntlich auch für jedes Aufpreisextra. Der Preis einer Fußmatte ist folglich von der Motorleistung abhängig. Ohne virtuosen ­Umgang mit Excel-Listen oder einem Konfigurator kann heute niemand mehr einen ­Autopreis ausrechnen. Kurzum: Anstatt der geforderten Verringerung von Bürokratie wurde sie vermehrt und in die Privatwirtschaft ausgelagert. Immerhin Arbeitsplatzbeschaffung, die allerdings nicht die Wett­bewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft erhöht.

Mit Ausnahmeregelungen und Steuererleichterungen hält man sich hingegen zurück. Fast alles, was sich nicht mit eigener Kraft bewegt, wird mehrfach besteuert. Gilt der Vorsteuerabzug in Deutschland für jeden betrieblich ­genutzten Personenwagen, so muss dieser in Österreich vom Finanzamt als Transporter abgesegnet und in einer ­eigenen Liste verzeichnet sein.

Eine eigene Ebene der Geldbeschaffung für Staat und Gemeinden stellen Parkgebühren und Strafgelder dar. Unter dem Stichwort Parkraumbewirtschaftung werden nicht nur beträchtliche Summen in die Kassen der Gemeinden ­gespült, sondern auch in Richtung Immobilienbranche ­(Garagen). Am 4. Dezember erst wurde beschlossen, den Strafrahmen für Organstrafmandate und Anonymverfügungen zu erhöhen. Erstere auf 90 Euro, zweitere von 220 auf 365 Euro. Man wird das wohl auch im Sinne einer Einnahmenvermehrung nützen. Auch die massive Ausweitung der Kurzparkzonen und die Beinahe-Verdoppelung der Parkgebühren in Wien wurde von einer Buß­gelderhöhung begleitet: von 21 auf 36 Euro. Und wer eine Geschwindig­keitsbegrenzung mit dem Zusatz IGL (Immissionsschutz­gesetz Luft) missachtet, zahlt deutlich mehr als bei gleichem Vergehen ohne IGL.

Laut ÖAMTC wurden im Jahr 2000 8,4 Milliarden Euro Steuern an den Staat und den Autobahnbetreiber Asfinag abgeliefert. Im Jahr 2012 waren es ­bereits 12,65 Milliarden. Und das sind nur die direkten ­Steuerleistungen. Das Auto funk­tioniert für den Staat wie eine Gelddruckmaschine.

Und die Formel ist zumindest bis jetzt recht einfach: Solange man mit dem Umweltargument die Steuern erhöht, entstehen vor allem Mehreinnahmen für den Staat. Würde man hingegen effektive Maßnahmen gegen Verkehrslawinen ergreifen, würde das auch die Steuereinnahmen empfindlich reduzieren.

So viel zahlen die Autofahrer in den Staatshaushalt ein (in Milliarden Euro):

Mineralölsteuer: 4,350
Mehrwertsteuer Kraftstoffe: 1,460
Mehrwertsteuer KFZ-Kauf: 1,560
Mehrwertst. sonst. Leistungen (Reparat. etc.): 0,950
KFZ-Steuer: 0,040
Motorbezogene Versicherungssteuer: 1,680
Normverbrauchsabgabe: 0,500
Versicherungssteuer: 0,360
Mauten Lkw (Asfinag): 1,030
Mauten Pkw-Vignette (Asfinag): 0,360
Pkw-Streckenmauten (Asfinag): 0,120
Sonst. Steuern, Abgaben und finanz. Leist.: 0,290

Summe in Milliarden Euro 12,650

Hier geht es zu ein paar Rechenbeispielen. Die GEschichte kann man auch in der aktuellen Autorevue (02/2013 nachlesen).

  • Lipps

    2010 bin ich vom Autoparadies Deutschland zu meinerFreundin
    in das Autofeindliche Österreich gezogen.
    2010 habe ich einen gebrauchten 318i BMW in Deutschland für 25000.-€ gekauft aber erst 2014 nach Österreich geholt weil dieser in Deutschland von meinem Sohn gefahren wurde,daß Fhrz wurde dann nach Österreich umgemeldedt, bei der Berechnung der NoVA waren die Meldedaten ,also Wohnhaft seit 2010 in Österreich, danach wurden die Gebühren fällig 2000.-€ NoVA 1800.-€ Steuer Nachzahlung 900.-€ Vers. 80.€ Tüv. Mehr geht nicht, oder gibt es bald noch eine Steuer schönes AlpenLand.

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