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Wie aussagekräftig ist der Kilometerstand?

Der Kilometerstand beim Auto, was sagt er aus? Was ist viel? Was muss beachtet werden? Er ist ein Hauptmerkmal beim Gebrauchtwagenkauf.

15.09.2015 Online Redaktion

Der Kilometerstand beim Auto, was ist viel und welche Kriterien müssen beachtet werden? Der Kilometerstand beeinflusst natürlich den Verkaufspreis. Prinzipiell kann ein Kilometerstand aber nur andeuten, wie weit ein Fahrzeug vom fabriksneuen Zustand entfernt ist. Entscheidend ist: Wie wurde mit dem Fahrzeug während dieser Kilometer umgegangen? Wurde es regelmäßig gewartet? Passt der Kilometerstand zum Alter?

Wie viele Kilometer fährt ein Auto im Jahr?

Grundsätzlich kann man als Faustregel annehmen, dass ein Auto in privater Hand etwa 10.000 bis 15.000 Kilometer im Jahr fährt. Kleinwägen und Stadtflitzer oft auch weniger, langstreckentaugliche Fahrzeuge (Mittelklasse und aufwärts) gerne auch mehr. Doch auch wenn der Verkäufer einen geringen Kilometerstand glaubwürdig nachweisen kann (Serviceheft!), muss das nicht viel über den Zustand des Fahrzeugs aussagen.

Wie und wo wurde mit dem Auto gefahren?

Besonders Dienstwägen kommen oft in jungen Jahren mit erschreckendem Kilometerstand auf den Gebrauchtwagenmarkt. 50.000 Kilometer und mehr pro Jahr sind dabei keine Seltenheit. Als Faustregel gilt: Wurden die Kilometer bei schonender Fahrweise auf der Autobahn abgespult, so ist der Verschleiß wesentlich geringer, als wenn die Strecke im strapaziösen Taxi-Stadtverkehr gefahren wurde. Aber auch bei Privat-PKW entscheidet der Fahrstil über den technischen Zustand: Häufiger Anhängerbetrieb strapaziert die Kupplung, schwere Beladung die Stoßdämpfer, und wer schon 200 Meter vor der Ampel auskuppelt oder wenig vorausschauend fährt, verbraucht die Bremsbeläge schneller. Faktoren, die freilich für den Käufer schwer nachvollziehbar sind.

Achtung beim kauf eines Dienstwagens

Dienstwägen werden selten so geschont wie das eigene Auto, und auch wenn 200.000 Kilometer bei Tempo 100 auf der Autobahn gefahren wurden: Der Verschleiß am und um den Fahrersitz ist deutlich. Nicht selten wird bei Dienstwägen der durchgesessene Fahrersitz ausgetauscht. Auf der Habenseite steht auf jeden Fall eine langstreckentaugliche Ausstattung (Tempomat, oft auch Navi) sowie genau eingehaltene Service-Intervalle. Bei Dienstwägen kann man also durchaus einen guten Deal finden.

Kilometerstand nachweisen

In jedem Fall sollte der Kilometerstand eines Gebrauchtwagens nachweisbar sein. Backbone der Dokumentation ist ein lückenloses Serviceheft, auch Aufkleber im Auto und am Motorraum (Nächster Ölwechsel bei…, Zahnriemenwechsel bei… etc.) helfen. In Begutachtung ist eine Gesetzesnovelle, nach der der Kilometerstand eines Fahrzeugs bei der $57a-Begutachtung in eine Datenbank eingegeben werden muss – ein effektiver Schlag gegen Tacho-Betrüger.

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Was kann noch kontrolliert werden?

Auch der optische Zustand des Fahrzeugs sollte zum Kilometerstand passen: Sind die Sitze durchgesessen? Das Lenkrad abgewetzt? Der Lack matt und zerkratzt? Besonders Softlack-Oberflächen rund um die Fensterheber sehen schnell verbraucht und alt aus.

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