Welchen Sinn macht ein Handyverbot an Tankstellen?

An den meisten Tankstellen in Österreich machen die Betreiber mit Verbotsschildern darauf aufmerksam, dass die Verwendung von Handys im Tankstellenbereich untersagt ist. Was es damit auf sich hat, welche Gefahr tatsächlich droht und ob es auch ein gesetzliches Verbot gibt: Erfahrt hier die Antworten.

14.11.2016 Online Redaktion

Zumindest theoretisch nachvollziehbar und bekannt sind Handynutzungsverbote in Flugzeugen, Krankenhäusern oder anderen Orten mit sensiblen technischen Geräten, die durch elektromagnetische Wellen, gestört werden können. Auch wenn die Gefahr einer tatsächlichen Störung hier sehr gering ist. An einer Tankstelle sind aber keine solchen sensiblen Geräte im Einsatz. Weshalb also die Verbotsschilder an Tankstellen, die eine Handynutzung untersagen?

Warum die Nutzung von Handys und Smartphones an der Tankstelle verboten sind

Tatsächlich geht von der Nutzung eines Mobilfunkgerätes an einer Tankstelle Gefahr aus, wenn auch nur geringe. Verantwortlich dafür sind allerdings keine elektromagnetischen Wellen sondern schlicht: Der Akku. Das dafür angenommene „worst-case“-Szenario: Während der Nutzung des Handys könnte sich der Akku vom Gerät lösen – dabei könnten sich bei der Lösung vom Gerät oder beim Aufprall auf den Boden Funken bilden, die verschüttetes Benzin oder andere brennbare Gemische entzünden könnten (bzw. die Gase davon).

Bisher noch keine Explosionen durch Handyakkus bekannt

Auch wenn eine solche Entzündung bzw. Explosion theoretisch im Bereich des Möglichen liegt: Weder in Deutschland noch in Österreich sind bisher Fälle bekannt, bei denen genau dieses Szenario eingetreten ist.

Wahrscheinlichkeit für den „worst-case“ weiter gesunken

Die Wahrscheinlichkeit für einen derartigen Zwischenfall ist übrigens in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten weiter gesunken. Der Grund dafür ist, dass Akkus moderner Handys weniger Spannung als noch vor 15-20 Jahren haben und die Kontaktpunkte meist im Akku „versenkt“ verbaut sind. Das Kurzschlussrisiko bzw. die Gefahr von Funkenbildung wird so nochmals deutlich gesenkt. Zudem ist bei vielen Modellen der Akku mittlerweile so fest im Gerät verbaut, dass der oben beschrieben Zwischenfall tatsächlich nur mehr sehr theoretischer Natur ist.

Gesetzliche Vorschriften

Die Verbotsschilder, die bei den meisten Tankstellen zu finden sind, werden von den Betreibern selbst angebracht, um für theoretisch mögliche Schadensersatzklagen vorzusorgen. Die staatliche Gesetzgebung dürfte die Gefahr aber nicht als so erheblich einstufen, als dass eine Regelung notwendig erscheint. Somit muss niemand mit Strafen bei einer Missachtung des Handyverbotes an Tankstellen von staatlicher Seite rechnen.

Dennoch: Vorsicht besser als Nachsicht

Obwohl die tatsächliche Gefahr sehr gering sein dürfte, ist man nur dann auf der wirklichen sicheren Seite, wenn man die Nutzung des Handys beim Tanken unterlässt. Streng genommen dürften dann aber auch alle anderen Geräte, die mit Akku betrieben, auf einem Tankstellengelände nicht verwendet werden. (Tablet, iPod, Spielkonsolen…)

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