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Was bedeuten die Zahlen/Codes im Führerschein?

Wer einen der Codes 01.01, 01.02 oder 01.06 im Führerschein vermerkt hat, sollte sich auch strikt daran halten, um sicher unterwegs zu sein und einer Strafe zu entgehen.

28.07.2016 Online Redaktion

Das Fahren mit Sehhilfe (Brille und Kontaktlinsen) ist im Führerschein mit Codes geregelt. Wir haben die wichtigsten Infos dazu hier im Überblick.

Was bedeuten im Führerschein die Codes 01.01, 01.02 oder 01.06?

Diese internationalen Codes stehen für die benötigte und verpflichtende Art der Sehhilfe, die beim Autofahren verwendet werden muss, im Detail:

  • 01.01 = Brillenpflicht
  • 01.02 = Kontaktlinsenpflicht
  • 01.06 = Brillen oder Kontaktlinsenpflicht

Beim Führerschein in Scheckkartenform befinden sich die Codes im Feld Nummer 12, beim alten (rosa) Führerschein unter „Einschränkungen/Bemerkungen“.

Die Einträge werden deshalb in Codeform im Führerschein eingetragen, damit bei einer Verkehrskontrolle auch im fremdsprachigen Ausland rasch nachvollzogen werden kann, welche Sehhilfe für den Lenker vorgeschrieben ist.

Ist das Tragen von Kontaktlinsen statt Brillen erlaubt?

Da durch diese Codes geregelt ist, welche Sehhilfe im Straßenverkehr verwendet werden muss, ist es folglich nicht erlaubt, anstelle einer Brille Kontaktlinsen beim Fahren zu verwenden, wenn im Führerschein die Brillenpflicht vermerkt ist. Unabhängig davon, ob man mit Kontaktlinsen eine ebenso gute Sehleistung wie mit einer Brille erreicht. Gleiches gilt natürlich auch umgekehrt.

Ab welcher Sehschwäche wird ein Eintrag im Führerschein vorgenommen?

  • Man benötigt einen Visus („Visus“ bezeichnet die Sehleistung beim Sehtest) von mindestens 0,7 (auf einer Skala bis 1,6) um am Straßenverkehr als Autofahrer teilnehmen zu dürfen. Wird dieser Wert nicht ohne Sehhilfe erreicht, muss die passende Sehhilfe (Brillen oder Kontaktlinsen) im Führerschein eingetragen werden.
  • Weiters sind z.B. aber auch ein ausreichendes Dämmerungssehen oder eine ungestörte Blend- und Kontrastempfindlichkeit Voraussetzung für den Erhalt des Führerscheines.

Mögliche Folgen und Strafen wenn man ohne vorgeschriebene Sehhilfen unterwegs ist

  • Wer beim Fahren ohne der im Führerschein eingetragenen Sehhilfe ertappt wird, fährt streng genommen ohne gültige Lenkberechtigung. Dementsprechend hoch können die Strafen ausfallen. Man muss mit mindestens 36 Euro Strafe rechnen – ein höherer 3-stelliger Betrag bis hin zum vorübergehenden Führerscheinentzug (für mind. 3 Monate) wird aber schnell Realität, wenn man z.B. bereits zum wiederholten Male ohne Brille oder Kontaktlinse bei einer Kontrolle auffällt.
  • Bei der Strafbemessung fließen je nach Verkehrssituation und Einschätzung der Lage der Kontrollorgane aber noch andere Umstände ein. z.B. im Fall eines Unfalles oder der bloßen Gefährdung anderer Personen, wird polizeilich weiter ermittelt, ob z.B. der Paragraph der fahrlässigen Körperverletzung in Kraft tritt. Die Polizei ist außerdem ermächtigt, noch an Ort und Stelle der Kontrolle die Weiterfahrt zu verbieten, je nach Gefährdungs- und Schweregrad der Situation.
  • Außerdem wichtig: Man ist nicht vor einer Strafe geschützt, wenn man (z.B. durch eine Augenoperation) die Brille oder Kontaktlinsen nicht mehr benötigt, aber der entsprechende Code im Führerschein nicht gestrichen wurde.

Ist eine Zweitbrille beim Autofahren Pflicht?

  • Immer wieder begegnet man dem Gerücht, dass eine Ersatzbrille beim Autofahren Pflicht sei. Es bleibt aber beim Gerücht ohne Wahrheitsgehalt: Es reicht eine Brille bzw. ein Satz Kontaktlinsen, die mitgeführt und natürlich getragen werden müssen.
  • Dennoch darf getrost die Empfehlung ausgesprochen werden, eine zweite Brille oder weitere Kontaktlinsen dabei zu haben, um im Fall des Verlustes oder der Beschädigung der verwendeten Sehhilfe gesetzeskonform und sicher weiterfahren zu können.
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