Was ist das „ESP“ und wie funktioniert es?

Des Elches Vermächtnis.

10.08.2015 Online Redaktion

ESP bedeutet Elektronisches Stabilitätsprogramm und ist ein System zur Erhöhung der aktiven Sicherheit. Obwohl ursprünglich ein Produktname von Mercedes-Benz, ist ESP heutzutage ein Begriffsmonopol.

Funktion des ESP

Mit relativ umfangreicher Sensorik (Gierrate, Beschleunigung, Raddrehzahlen und so weiter) überwacht das System kontinuierlich den Fahrzustand und vergleicht diesen Istzustand mit dem aus den Lenkrad- und Pedalstellungen abgeleiteten Fahrerwunsch. So eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit existiert, bemüht sich das ESP mit Bremseingriffen an einzelnen Rädern oder der Rücknahme der Motorleistung (inzwischen auch mit zarten Lenkeingriffen) um Contenance. Die für die Bremsbetätigung notwendige Elektrohydraulik borgt sich ESP vom in de facto allen Autos vorhandenen ABS.

Geschichte des elektronischen Stabilitätsprogramms

Ende der Achtziger und Anfang der Neunziger hat eine ganze Reihe von Herstellern und Zulieferern an Stabilitätsprogrammen gearbeitet, allerdings haben es Mercedes-Benz und Bosch 1995 mit den notorischen Schwergewichten W- und C140 als Erste auf den Markt geschafft. High-End-Gerät von BMW, Volvo und Cadillac hat kurz darauf ebenfalls elektronisch stabilisiert.

Seinen Durchbruch im Mainstream schaffte ESP zirka 1998, als innerhalb etwa eines Jahres gleich zwei namhafte Hersteller – Mercedes und Audi – neue Modelle eilig und nachträglich mit ESP ausrüsten mussten, weil sich die Autos in gewissen Situationen als sehr schwer kontrollierbar erwiesen hatten. ESP war fortan Synonym für Sicherheit auf der Straße und ist heutzutage auch in den einfachsten motorisierten Scheibtruhen Standard.

Wie es aussieht, wird die EU den Verbau von ESP ab 2014 gesetzlich vorschreiben.

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