Schön? Geschmackssache.
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Die (Neu-)Erfindung des Automobils – Mercedes-Benz F 015

Wer, wenn nicht Mercedes-Benz? Der Erfinder des Automobils interpretiert es auf der CES in Las Vegas völlig neu. Und dieses Mal bewegt sich das Mobil sogar von selbst.

07.01.2015 asphaltfrage

Der Mercedes F 015 soll eine Mobilitätsrevolution sein. Die Antwort auf Fragen, die die Zukunft an uns stellen wird. Nur wirft das, was die Lösung sein soll scheinbar mehr Fragen auf, als es beantwortet. Zumindest wenn man an altbekannten Werten festhält.

_Mercedes F 015 CES Wallpaper 7

Da wäre zum Einen die Größe. 5.22m in der Länge und 2.02m in der Breite. Das ist auf dem Niveau der S-Klasse. Dem 3.61m messenden Radstand  der Studie muss sich selbst der neue Maybach geschlagen geben. Für die Passagiere bedeutet das vor allem: Raum. Verteilt auf vier Lounge-Chairs, die sich elektrisch in Konferenzstellung drehen lassen, zum leichteren Ausstieg nach außen schwenken und selbstredend auch herkömmlich hintereinander positioniert werden können. Dazu gibt es Displays. Einen großen, der gleichzeitig als Armaturenbrett dient, vier weitere in den Türen und eine Hand voll in den Seitenwänden und der Rückwand.

Digitaler Erlebnisraum statt Innenraum im Mercedes F 015

Das alles braucht es, um aus dem Interieur einen digitalen Erlebnisraum zu machen. Zu steuern ist das Aufgebot nicht durch Knöpfe oder Taster, nein, diese fehlen im F 015 völlig: alles wird durch Gesten, Augenbewegungserkennung, Annäherung der Finger oder den in diesem Umfeld beinahe klassisch wirkenden Fingerdruck bedient. Doch die Kommunikation bleibt nicht auf den Innenraum beschränkt. Das futuristische Äußere der Studie spricht ebenfalls. Mit Fußgängern zum Beispiel, denen Leuchtsignale des LED-Kühlergrills signalisieren, dass sie von der Fahrzeugumfeldbeobachtung des F 015 gesehen wurden. Ein höflich auf die Straße projizierter Laser-Zebrastreifen sorgt für Prof. Dr. Herbert Kohler, den Leiter der Konzerforschung, für „Vertrauen zwischen Mensch und Maschine“. Weil es Signale dieser Art sind, die den klassischen Augenkontakt zum Fahrer ersetzen und für Sicherheit sorgen.

_Mercedes F 015 CES Wallpaper 5

Technische Spielereien wie diese, aber auch ein Augmented Reality Head-up-Display begeistern die Technikjournalisten am Vorabend der größten Unterhaltungselektronikmesse der Welt.  Da fällt es gar nicht weiter auf, dass die Fähigkeit zum autonomen Fahren dank der bekannten „Extended Sense“ Sensorik-Vernetzung in der Hintergrund gedrängt wird. Über den Antrieb des F 015 Luxury in Motion schweigt sich Dr. Zetsche im Rahmen der Weltpremiere gar völlig aus.

Technische Daten des Mercedes F 015 bleiben verborgen

Erst auf der letzten Seite der Pressemitteilung findet sich der Hinweis auf die F-Cell Plug-In Hybrid genannte Antriebstechnik. 272PS leisten die beiden Elektromotoren an der Hinterachse in der Spitze. Auf Dauer stehen 163PS zur Verfügung, da die Brennstoffzelle eben jene Leistung bereitstellen kann, in Beschleunigungsphasen aber vom 29kWh großen Akkuspeicher unterstützt wird. Bei einem Wasserstoffverbrauch von 0,6kg/100km und einem Gesamtfassungsvermögen der beiden kohlefaserverstärkten Wasserstoff-Druckspeicher von 5,4kg erreicht der F 015 eine Reichweite von 900km, die bei voller Ladung des Akkus um weitere 200km auf 1100km gesteigert werden kann. Dass bei den Werten für Beschleunigung (6,7 Sekunden auf 100km/h) und Höchstgeschwindigkeit (200km/h) von Zielwerten gesprochen wird, zeugt zusätzlich vom wachsenden Bedeutungsverlust dieser einst so wichtigen Werte.

Video: Weltpremiere des Mercedes-Benz F 015

Wann soll der Mercedes F 015 Markttauglich sein?

Doch der Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion ist eine Studie für das Jahr 2030+. Bis dahin werden sich Zeitgeist und Werte stetig wandeln. Vielleicht verstehen ihn dann auch die petrolheads, die er heute noch etwas ratlos zurücklässt.

  • angi

    Jungs… ist die kleinliche frage nach ford alles was euch zu dem blick in die mobile zukunft einfällt? Seht doch wie kreativ der Geist ist und was Techniker außergewöhnliches entwickeln wenn sie die Möglichkeit bekommen. Unsere Zukunft soll eine entspannte Fahrt wie auf Schiene werden, kontrolliert von gps Routen und Sensoren. Wir Alten werden uns bequem hinsetzen und uns nach der „guten goldenen Zeit“ der iIndividualität sehnen, während unser Fahrzeug mit den Passanten spricht… und die jugend wird sich fragen wieso wir früher alles selbst machen wollten – sogar Autofahren!!

  • Raffael

    War nicht Henry Ford der Erfinder des Automobils?

    • Marcus

      Ich denke Henry Ford hat die Fließbandfertigung eingeführt und damit erstmals günstige Modelle anbieten können, oder?

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