Autorevue Premium
Die Glühlampe als erster Fall von geplanter Obsoleszenz in der Geschichte. Beim Auto ist das mit den absichtlichen Defekten heikler. Die meisten Hersteller sind bei der heutigen Komplexität ihres Produkts schon froh, wenn sie möglichst wenig Rückrufe und Schwierigkeiten mit der Produkthaftung haben.
 

Der gute Ruf ist ein schmaler Grat

Die einen nennen es geplante Obsoleszenz, die anderen Produktzyklus-Management. Dahinter steckt die banale Erkenntnis, dass man in gesättigten Märkten nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Dinge auch wieder kaputt werden.

07.11.2016 Autorevue Magazin

Einige können sich noch erinnern: Alle 30.000 bis 60.000 Kilometer leuchtete bei einem Auto die Ladekontrolle auf. Dann wusste schon jedes Kind auf der Rückbank: Im günstigeren Fall war der Keilriemen gerissen, im ungünstigen Fall die Lichtmaschine schon wieder kaputt. Als Ersatz für den Keilriemen diente üblicherweise ein Damenstrumpf, den der galante Herr vorsorglich mitführte. Der Ersatz der Lichtmaschine zog hingegen in jedem Fall das unverzügliche Ansteuern einer Werkstätte nach sich. Wenngleich viel einfacher aufgebaut, war ein Auto auch damals technisch schon so komplex, dass genauso hundert andere Dinge kaputtgehen hätten können. Gingen aber nicht kaputt. Die Lichtmaschine war das erste leuchtende Beispiel für Obsoleszenz. Ihr Defekt zog in der Regel keine ...
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