Bremsweg berechnen bei Schnee- und Eisfahrbahn

Wie lange ist der Bremsweg und Anhalteweg bei Schnee- und Eisfahrbahnen? Und wie wird er berechnet? Wir haben nützliche Tipps und Formeln für euch.

15.02.2016 Online Redaktion

Die Berechnung der Reaktionszeit, des Bremsweges und des Anhalteweges auf trockener Fahrbahn haben wir bereits für euch zusammengefasst.

Wie aber sieht die Sache aus, wenn man auf einer verschneiten oder gar vereisten Straße bremsen muss? Und: Welche Faktoren beeinflussen den Anhalteweg noch?

Berechnung des Anhalteweges bei Schneefahrbahn und Glatteis

Bei den gängigen Berechnungen wird von einer Reaktionszeit von 1 Sekunde (= Zeit von Erkennen der Gefahr bis zum Bremsvorgang) ausgegangen, darüber hinaus von einer normalen bis mittelstarken Betätigung der Bremsen, einer ausreichenden Profiltiefe der Reifen sowie einer normalen Ansprechzeit und Funktion der Bremsen. Damit ergibt sich bei trockener Fahrbahn und einer griffigen Fahrbahn beim Bremsen eine Verzögerung von ca. 7-8 m/s².

Vergleich bei 50 km/h: Trockene Fahrbahn, Schnee- und Eisfahrbahn

Anhalteweg bei trockener Fahrbahn

Bei trockener Fahrbahn lässt sich bei Tempo 50 (z.B. im Stadtgebiet) ein Bremsweg von ca. 25 Metern errechnen. Das ergibt inklusive Reaktionsweg also einen Anhalteweg von ca. 40 Metern.

Anhalteweg bei Schneefahrbahn

Bei Schneefahrbahn beträgt die Bremsverzögerung jedoch nur mehr ca. 2,0 bis max. 3,0 m/s². Somit erhöht sich auch der Bremsweg bereits um das ca. 4-fache, also auf rund 100 Meter.

Der gesamte Anhalteweg liegt somit bereits bei ca. 115 Metern. (abhängig auch vom Zustand des Schnees: festgefahren, griffig oder matschig ist etc.)

Anhalteweg bei Glatteis

Bei Glatteis erhöht sich der Anhalteweg bei der angenommenen Geschwindigkeit von 50 km/h nochmals dramatisch, und zwar auf bis zu 265 Meter (abhängig u.a. von der Eistemperatur liegt der Bremsverzögerungswert dann bei ca. 0,5 bis max. 2,0 m/s².)

Faustregel zum Anhalteweg bei Schnee und Eis

  • Bei einer Schneefahrbahn verlängert sich der gesamte Anhalteweg auf das ca. 3-fache im Vergleich zu einer trockenen Fahrbahn.
  • Bei Glatteis muss man mit einem bis zu 7-fachen Weg bis zum Stillstand des Fahrzeuges rechnen.
  • Übrigens: Lediglich bei einer „Gefahrenbremsung“, allgemein bekannt als Vollbremsung, lassen sich die errechneten Werte in etwa halbieren.

Die richtige Geschwindigkeit bei Schnee und Eis

Die Anhaltewege bei Schneefahrbahn oder Glatteis sollten aber im Idealfall ohnehin nur theoretische Werte bleiben, denn nur eine den Straßenverhältnissen angepasste Geschwindigkeit kann vor Unfällen schützen. Empfohlen wird bei Schneefahrbahn, die Geschwindigkeit zu halbieren, und bei glatter Fahrbahn die Geschwindigkeit um ca. 70% zu verringern. Wenn dazu ein großzügiger Abstand zum Vordermann eingehalten wird, ist eine sichere Fahrt auch bei winterlichen Fahrverhältnissen möglich.

Weitere Faktoren, die den Anhalteweg beeinflussen

Neben Schnee und Eis gibt es noch einige andere Dinge, die euren Anhalteweg beeinflussen können.

  • Ablenkung des Fahrers z.B. durch Handy, Beifahrer, Autoradio oder Navi usw.
  • Einnahme von Medikamenten oder Alkohol
  • altersbedingte Abnahme der Reaktionsschnelligkeit
  • Fahrpraxis/Routine
  • technische Faktoren wie Zustand der Reifen bzw. Profiltiefe und auch der Zustand der Bremsanlage
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