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Kein Versicherungsschutz bei Blitzeinschlag durchs Ladekabel

Teurer Spaß und böses Omen für alle Plug-In-Hybrid- und Elektroauto-Fahrer.

10.08.2015 Autorevue Magazin

Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vom 23. Mai 2013 könnte gravierende Auswirkungen für Plug-In-Hybrid- und Elektroautos haben.

Blitz durchs Ladekabel: Versicherung muss nicht zahlen

Eine Kasko-Versicherung muss, entsprechend den „allgemeinen Bedingungen für Kaskoversicherungen“, den Schaden am Auto nicht bezahlen, wenn der Blitz, der ins Haus einschlägt, übers Ladekabel die Elektrik im Auto zum Verschmoren bringt.

Anlass: Schaden bei Porsche 911 Turbo durch Ladekabel

Anlass für den Prozess, der bis zum OGH ging, war ein Porsche 911 Turbo, der in der Garage an einem so genannten Spannungs-Erhaltungs-Ladegerät hing. Die kurzzeitige Überspannung, die durch Blitzschlag das Stromnetz des Hauses belastete, pflanzte sich bis ins Auto fort. Der Schaden durch verschmorte Kabel war nicht gerade lächerlich und belief sich auf fast 23.000 Euro.

Erhaltungs-Ladung nicht empfehlenswert

Was wir daraus lernen: Eine so genannte Erhaltungs-Ladung ist weder notwendig noch empfehlenswert. Wenn ein Auto dauernd am Stromnetz hängt, gibt es nun einmal ein gewisses wenn auch geringes Risiko, dass es abbrennt, man muss da nicht unbedingt warten, bis der Blitz einschlägt.

Plug-In-Hybride und Elektroautos besitzen technische Sicherheitsschwellen gegen Beschädigung durch Überspannung. Aber 100 Prozent Sicherheit gibt’s auch hier nicht. Eine Versicherung könnte sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, indem sie der Kundschaft diese Sorge tatsächlich abnähme.

  • Richard

    Ich vermute (Wiederholung: ich vermute nur), dass die entsprechende Hausversicherung bezahlt, wenn Blitzschäden darin abgedeckt sind. Schließlich ist der Blitz ja über das Haus auf das daran angesteckte Auto eingedrungen. Man hat wohl vermutlich einfach nur die falsche Versicherung gefragt (Vermutung…).

    Aber die Versicherungen können sich natürlich nach Belieben herauswinden, wenn ein Elektroauto oder das Aufladen von Gerät X bei der Hausversicherung nicht explizit erwähnt wird. Bzw. können die sich hier wieder ein Körberlgeld holen…

  • frizz

    Das kann nur jemand behaupten, der sich beim Porsche 911 er nicht auskennt, denn wenn man das gute Stück einige Zeit ungefahren stehen lässt, ist die Batterie nach ein bis zwei Monaten leer. Deshalb gibt es schon seit vielen Jahren ein original Ladungserhaltungsgerät von Porsche, weil das Problem ja bekannt ist.

  • Ravenbird

    Ich lerne nur EINES daraus: KEINE Versicherung abschließen, die über das gesetzlich vorgeschriebene Mindestniveau hinausgeht. Und die beim BILLIGSTEN Versicherer.
    Versicherungen unternehmen ALLES, um NICHT zahlen zu müssen. Nur beim Versprechen sind sie grandios.
    Nehmen Sie Ihr Geld, das Sie sonst den Versicherern nachschmeißen würden, legen Sie es in Gold an und vergraben Sie es im Garten. Auch da bleibt ein Restrisiko, aber ein KALKULIERBARES! Sie können sich ausrechnen, wann der Gold(Versicherungs-)wert jenen eines Schadensfalles übersteigt.

    Dieses Urteil ist ein Schlag ins Gesicht der Versicherungen! Ich möchte wissen, WELCHE Gesellschaft das war. Die gehört an den Pranger und boykottiert!

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