Von „Cracken“ bis „monovalent“: 8 Begriffe rund ums Auto

Möglicherweise habt von diesen 8 Begriffen aus der Autowelt schon mal gehört, euch aber nie getraut zu fragen, was sie eigentlich bedeuten.

28.12.2016 Online Redaktion

Hand aufs Autofahrer-Herz: Wer von euch kann wirklich alle der hier aufgelisteten Begriffe erklären –  ohne sich Fachliteratur oder einer Online-Suchmaschine bedienen zu müssen? Wir geben zu, auch wir mussten bei dem ein oder anderen Begriff zweimal hinsehen.

Was bedeutet eigentlich der Begriff…?

1 – Adaptive Forward Lighting

Fahrern von neueren Autogenerationen wird bei diesem Begriff schnell ein Licht aufgehen: „Adaptive Forward Lighting“ (AFL), bezeichnet die Funktion von Frontscheinwerfern, die ihr Licht der Fahrsituation anpassen bzw. automatisch regulieren. Die Scheinwerfer leuchten also bei Kurven (abhängig von Lenkwinkel, Drehgeschwindigkeit um die Achse des Fahrzeugs und Fahrzeuggeschwindigkeit) in die Biegung hinein. Oder: auf der Autobahn wird die Leuchtweite automatisch so reguliert, dass ein optimales Verhältnis zwischen „bestmöglicher Ausleuchtung nach vorne hin“ und „kein Blenden des Gegenverkehrs“ entsteht. Ziel und Zweck des Ganzen liegt auf der Hand: Bessere Sicht, mehr Komfort und Verkehrssicherheit.

2 – Abriebbild

Falsch! Beim Abriebbild handelt sich nicht, wie oft fälschlich angenommen, um eine Bildkreation, die entsteht, wenn Kinder ins Auto steigen und diverse (eigentlich alle) Stellen mit ihren verdreckten Gummistiefeln verzieren. Vielmehr kann ein Reifenexperte anhand des Abriebbildes der Reifen erkennen, ob die Einstellung das Fahrwerk korrekt ist bzw. ob Schäden am Fahrwerk vorhanden sind, die behoben werden müssen. Eine regelmäßige Sichtprüfung des Abriebbildes ist aus diesem Grund zu empfehlen.

3 – Cracken

Wir gehen fix davon aus, dass viele diesen Begriff kennen. Weil es sich dabei um einen sehr gängigen Begriff aus der Produktionstechnik von Fahrzeugen handelt. Übersetzt bedeutet „Cracken“ so viel wie „zerbrechen“, was dieses Verfahren auch sehr gut beschreibt, wenn es z.B. darum geht, einen Pleuelfuß/kopf zu produzieren. Beim „Brechen“, also „Cracken“, entsteht eine unregelmäßige Oberfläche, welche sich besser mit der Kurbelwelle verbindet, wie das bei einer glatt geschnittenen Oberfläche der Fall wäre.

4 – Geschwindigkeitstrichter

Als Geschwindigkeitstrichter wird eine geregelte Abfolge von Geschwindigkeitsbeschränkungen bezeichnet, mit dem Ziel, eine zu abrupte Drosselung der Verkehrsflussgeschwindigkeit zu vermeiden (Unfallgefahr). So wird z.B. vor Baustellen, anderen Engstellen oder als Übergang von Schnellstraßen auf innerörtliche Straßen schrittweise die Geschwindigkeit durch entsprechende Beschilderungszeichen reduziert.

5 – Drive-by-wire

Drive-by-Wire (DbW) bedeutet vereinfacht gesagt: z.B. das Brems- oder Lenksystem eines Autos wird nicht mehr durch mechanische oder hydraulische Kraftanwendung betätigt. Vielmehr werden die Steuerbefehle, ausgehend von einem sogenannten „Side-Stick“, vollständig elektronisch weitergeleitet. Die Vorstellung, alle Fahrerbefehle nur noch elektrisch weiterzuleiten, ist für viele Autobauer und Autofahrer reizvoll. Es sind aber noch einige technische und gesetzliche Hürden zu überspringen, um eine Serienreife für solche rein elektronischen Systeme zu erhalten (Beispielsweise würde es bei einem Ausfall der elektrischen Versorgung zu totalem Kontrollverlust des Fahrzeuges führen). Übrigens: Die hier beschriebene Technologie gehört bei neueren Düsen-Jets bereits zur Standardausrüstung und ist dort unter dem Begriff „Fly-by-wire“ bekannt.

6 – Bivalent/monovalent

Autofahrer, die ein gasbetriebenes Fahrzeug lenken, wissen: es handelt sich hier um zwei Begriffe, die in Zusammenhang mit Auto- bzw. Erdgasfahrzeugen stehen. Während monovalente Fahrzeuge ausschließlich mit Gas betrieben werden können, können bivalente Autos von Gas- auf Benzinbetrieb umgeschaltet werden. Dies geschieht, je nach Ausführung, bei Bedarf entweder manuell oder automatisch.

7 – Run-Flat-Reifen

Gefährliches Reifenwechseln am Fahrbahnrand gehört mit „Run-Flat-Reifen“ der Vergangenheit an, denn: es handelt sich dabei um Reifen, die in der Not auch bei einem „Platten“ weiterlaufen. In der Regel kann mit „Run-Flat-Reifen“ mit max. 80 km/h bis zu 150 km weiter gefahren werden, was zum Erreichen der nächsten Autowerkstatt reichen sollte. Möglich wird dies durch besonders stabile Seitenflanken, die verhindern, dass die Felgen auf die Lauffläche absinken. Schöner Nebeneffekt: Der Stauraum für einen Reservereifen kann dadurch ebenso eingespart werden.

8 – Wattiefe

Wie tief ein Gewässer maximal sein kann, damit es ohne Folgeschäden durchquert werden kann: Darüber entscheidet die Wat-Tiefe. Sie bezeichnet den Abstand zwischen den untersten Punkt des Reifens (bei Berührung des Bodens) und dem Luftansaugsystem des Motors. Entscheidend sind außerdem die Höhe der Entlüftungssysteme, der Lichtmaschine und Motorzündung und die Abdichtung des Fahrzeuges. Bei normalen Autos liegt die die Wattiefe bei ca. 40 cm (je nach Ausführung und Modell), Geländefahrzeuge oder militärische Fahrzeuge erreichen hingegen häufig eine Wattiefe von 0,5 bis 1,5 Meter.

  • manta76

    re: cracken

    net bös sein: „eine unregelmäßige Oberfläche, welche sich besser mit der Kurbelwelle verbindet,“ ist Unsinn; beim cracken wird das Pleuel in einem Stück gegossen und bearbeitet (ev. geschmiedet) und dann gezielt der untere Teil – also der Pleuelfuß – vom Rest „abgebrochen“. Die raue Oberfläche der Bruchflächen beider Teile dient natürlich NICHT dazu, dass sie sich besser mit der Kurbelwelle verbinden (spannend, was die Lagerflächen der Kurbelwelle dazu sagen würden ….), sondern dass die beiden Teile wiederum vollkommen exakt – quasi ohne Toleranz – miteinander verschraubt werden können. Die unebene Oberfläche des Bruchs sorgt für die perfekt Passung von Pleuelfuß und Pleuel.

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