Versicherer nehmen 90 Prozent der Schäden genauer unter die Lupe.
Versicherer nehmen 90 Prozent der Schäden genauer unter die Lupe.
 

Ja, Autoversicherungen werden immer billiger!

Die Autoversicherung in Österreich ist in den letzten 10 Jahren kontinuierlich billiger geworden – weitere Prämien-Senkungen sind aber vorerst nicht zu erwarten.

06.11.2014 APA

Die Autoversicherung in Österreich ist in den letzten Jahren um ca. 10 Prozent billiger geworden. Von 2003 bis 2012 sind die Prämien in der Kfz-Haftpflicht im Schnitt um 10 Prozent, in der Auto-Kasko um 9,3 Prozent zurückgegangen, obwohl zugleich das allgemeine Preisniveau – der VPI – um fast 22 Prozent zugelegt hat. Die Gründe dafür seien der starke Rückgang der Schadenshäufigkeit um fast ein Viertel sowie Kostensenkungen und Rationalisierungen in der Branche, so Generali-Vorstandsdirektor Walter Kupec.

Keine weiteren Prämien-Senkungen bei Autoversicherungen zu erwarten

6,425 Mio. Fahrzeuge sind derzeit in Österreich haftpflichtversichert, vor einem Jahrzehnt waren es erst 5,5 Millionen. Auch die Kfz-Kasko-Durchdringung ist in den letzten zehn Jahren um fast vier Prozent jährlich angestiegen, von 1,629 Mio. 2003 auf 2,398 Millionen. Zudem laufen die Kasko-Verträge heute im Schnitt viel länger als früher. Die Netto-Prämie in der Kasko lag im Vorjahr mit 498 Euro absolut um rund 50 Euro niedriger als 2003 (547 Euro), in der Haftpflicht verringerte sich die Netto-Prämie (ohne Versicherungssteuer) im Schnitt von 296 auf 264 Euro jährlich. Mit weiteren Preissenkungen im Zuge des Wettbewerbs unter den Versicherern sei aber vorerst nicht zu rechnen, so Kupec – Der Boden sei bereits erreicht.

Schäden wegen hoher Reparaturkosten besonders genau geprüft

Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht steigt der Schadensatz in der Auto-Kasko seit Jahren wieder. Hat ein Schadensfall in der Kasko 2003 im Schnitt noch 1.066 Euro gekostet, waren es im Vorjahr schon 1.250 Euro. Die Schadenshäufigkeit in der Kasko hat sich im 9-Jahres-Vergleich zwar spürbar von 43,7 auf 32,6 Prozent verringert, also muss die Versicherung nur für jedes dritte kaskoversicherte Fahrzeug pro Jahr für einen Schaden aufkommen, doch ist die Schadensfrequenz seit 2007 kaum mehr gesunken. Wegen der generell hohen Kasko-Schäden werden mittlerweile fast 90 Prozent der gemeldeten Fahrzeugschäden von den Versicherern genauer unter die Lupe genommen, berichtete Kupec, früher waren es nur 10 Prozent. In der Kfz-Haftpflicht dagegen fällt jährlich nur bei jedem zwölften Fahrzeug ein Schaden an (8,4 Prozent), vor einem Jahrzehnt noch bei jedem neunten (11 Prozent). Von dieser Entwicklung profitieren die Autoversicherer massiv – obwohl immer mehr Fahrzeuge versichert werden, hat die Zahl der jährlichen Kfz-Haftpflichtschäden im letzten Jahrzehnt von 608.000 auf 543.000 abgenommen.

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