Was sich für Autofahrer im Jahr 2017 ändert

Fotobeweis statt Anhalteerfordernis, verlängerte Probezeit für Führerschein-Neulinge und Start des Alkolock-Pilotprojekts: Was sich 2017 für Autofahrer ändert.

21.12.2016 APA

Das Jahr 2017 hält für Autofahrer einige Neuerungen bereit. Bereits ab Anfang des Jahres sollen Gurtmuffel und Handy am Steuer-Telefonierer auch anhand von Radarfotos belangt werden können. Ab Juli wird die Probezeit für Führerschein-Neulinge um ein Jahr auf drei Jahre verlängert. Im September startet der fünfjährige Pilotversuch für Alkolocks.

Änderungen für Autofahrer 2017

1. Fotobeweis statt Anhalteerfordernis

Ab dem bisher noch unbekannten Tag nach der Kundmachung der 28. StVO-Novelle entfällt für die Polizei die sogenannte Anhalteerfordernis zur Ahndung von gewissen Verstößen. Auch Fotos aus bildgebenden Überwachungsverfahren dürfen für die Bestrafung folgender Delikte verwendet werden: Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung, unerlaubte Personenbeförderung, Nichtanlegen des Sicherheitsgurts, mangelnde Kindersicherung, Nichttragen eines Schutzhelmes, Beförderung einer unzulässigen Anzahl von Personen auf einem Motorrad oder Motorfahrrad. Zur Ahndung dieser unfallrelevanten Delikte reicht künftig ein Fotobeweis aus Radaraufnahmen.

2. Grüne Kennzeichen für E-Autos

Ab April 2017 gibt es für E-Autos dann Nummerntafeln mit grünen Schriftzügen, die mit einigen Vorteilen verbunden sein sollen, die aber auf kommunaler Ebene noch geklärt werden müssen. Angedacht ist Gratisparken, die Nutzung der Busspur und die Erweiterung von Lieferzonen und Lieferzeiten.

3. Ankaufsförderung für E-Autos

Ab März 2017 können österreichweit Prämien beim Kauf von Elektrofahrzeugen sowie Unterstützungen für den Aufbau von E-Ladestationen beantragt werden.

4. Verlängerte Probezeit für Führerschein-Neulinge

Mit Juli kommenden Jahres wird die Probezeit für Führerschein-Neulinge von zwei auf drei Jahre ausgeweitet. Bei Verstößen gegen das Handyverbot am Steuer wird die Probezeit weiter verlängert. Neuerungen gibt es auch bei der Mopedausbildung, denn hier wird auf die Computerprüfung umgestellt. Das Mindestalter für den Ausbildungsbeginn wird verändert auf frühestens zwei Monate vor dem 15. Geburtstag. Ebenfalls im Juli tritt das Straßenverkehr-Unfallstatistikgesetz (StVUStG) in Kraft. Damit wird die Rechtsgrundlage für die Erhebung von Verkehrsunfällen neu geregelt, erstmals werde zudem die Möglichkeit zur Unfall-Tiefenforschung geschaffen.

5. Mopedausbildung

Ab 1. März 2017 darf die Mopedausbildung frühestens zwei Monate vor dem 15. Geburtstag begonnen werden (bisher 6 Monate). Der Mopedführerschein ist wie bisher frühestens zum 15. Geburtstag auszustellen. Voraussichtlich ab Jahresmitte soll die Mopedprüfung modernisiert werden – ein Computer-Test wird den Multiple Choice-Test auf dem Papier ersetzen.

6. Alkolock-Pilotprojekt ab September

Ab September soll dann Alkohol-Wegfahrsperren, die sogenannten Alkolocks, zum Einsatz kommen. Sie werden zunächst als fünfjähriges Pilotprojekt für die Führerscheinklasse B eingeführt. Jedes Jahr wird etwa 26.000 Personen wegen Alkohol am Steuer der Führerschein abgenommen. 4.000 davon setzen sich laut Verkehrsministerium wieder betrunken hinters Lenkrad. Betroffene können unter bestimmten Voraussetzungen nach mindestens zwei Monaten Führerscheinentzug ins Alkolock-Programm einzusteigen. Die Kosten für die Teilnahme am „alternativen Bewährungssystem“ tragen sie selbst. Rund 2.500 Euro kosten die Alkolocks pro Jahr, für den Ein- und Ausbau, Gerätemiete, Mentoringgespräche und die Neuausstellung des Führerscheins.

7. Verhinderung der Weiterfahrt nach IG-L-Geschwindigkeitsüberschreitungen

Bei Überschreitungen einer nach dem IG-L verordneten Höchstgeschwindigkeit soll es zukünftig Zwangsmaßnahmen zur Verhinderung der Weiterfahrt geben, z. B. Abnahme der Fahrzeugschlüssel oder Anbringung von Radklammern. Ob dafür eine bestimmte Mindestüberschreitung Voraussetzung sein wird, ist noch in Diskussion.

8. Verlängerung der „Spritpreisverordnungen“

Die beiden Spritpreisverordnungen werden bis zum 31.Dezember 2019 verlängert: Damit sind Preiserhöhungen bei den Kraftstoffen an Tankstellen nur einmal täglich, um 12 Uhr, erlaubt. Preissenkungen sind zu jedem Zeitpunkt möglich. Die Tankstellenbetreiber müssen ihre Preise weiterhin an den offiziellen Spritpreisrechner melden.

9. Neuer Testzyklus für Kfz-Typengenehmigungen

Ab 1. September 2017 muss die Typisierung von neuen Pkw nach dem neuen Testzyklus WLTP erfolgen. Demnach wird der gemessene Spritverbrauch nach einem neuen realitätsnäheren Verfahren gemessen (VO (EU) 2016/427). Die Besteuerung soll weiterhin auf den Werten des bisherigen Normverbrauchszyklus NEFZ aufbauen.

10. Hinzurechnungsbetrag („Sachbezug“) bei Privatnutzung eines Dienstwagens

Ab 1. Jänner 2017 wird der CO2-Grenzwert für neu angeschaffte Dienstwagen, die privat genutzt werden, auf 127g/km gesenkt. Bis zu dieser Grenze sind wie bisher monatlich 1,5 Prozent der Anschaffungskosten (max. 720 Euro) als Sachbezug anzusetzen. Wird der Grenzwert überschritten, sind monatlich 2 Prozent (max. 960 Euro) anzusetzen. Für bestehende Dienstwagen sowie Dienstwagen, die vor 2017 erstmals zum Verkehr zugelassen wurden, gilt weiterhin der Grenzwert von 130g/km.

11. Sondervorschrift für E-Fahrzeuge

Ab 1. März 2017 können elektrisch betriebene Gütertransporter bis 4.250 kg (wegen schwerer Batterien) mit dem B-Führerschein gelenkt werden (vorerst auf fünf Jahre befristet). Voraussetzung ist die fünfstündige Zusatzausbildung mit Eintrag des Code 120 im Führerschein.

12. Neue Zusatztafel

Eine Zusatztafel mit dem Symbol eines Steckers besagt, dass an dieser Stelle das Halten und Parken nur für E-Fahrzeuge zum Stromtanken erlaubt ist.

13. Preiserhöhungen Vignette, Sondermauten, Parkgebühren

Durch die Anpassung an den harmonisierten Verbraucherpreisindex wurden die Preise für die Autobahn-Vignette um 0,8 Prozent erhöht. Inflationsbedingt werden einige Tarife für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht auf den Sondermautstrecken erhöht. In Wien und Klagenfurt steigen die Parkgebühren.

14. Digitale Vignette

Voraussichtlich bereits ab Dezember 2017 wird die digitale Vignette – wahlweise zur Klebevignette – eingeführt. Aufgrund der automatischen Kennzeichenerfassung entfällt der Kauf einer zweiten Vignette bei Wechselkennzeichen.

  • Minelli

    Ösi wird immer mehr zur Lachnummer……Am Ende wird noch Bargeld abgeschafft und alle unsere Einkäufe überprüft, wahrscheinlich auch bald eine Komplette Überwachung sodass wir alle ohne Privatsphäre dastehen, wie so Schafe auf der Heide

    • Michael

      Was heisst wird, wir sind es schon längst. Welches Land ist so dumm und läßt allen Deutschen die Radarstrafe nach. Egal ob von vorn oder hinten geblitzt, die haben zu zahlen.
      Wieder mal ein Schritt in die Steinzeit mit dem Computerfüherschein für Mopeds. Stur auswendig lernen und nichts wissen ist die Devise.
      13 Mrd. Einnahmen durch Steuern, Versicherungen, Mauten, NoVa,… wo versickern die ach so nur 60 % zweckgebunden Mrd., merken tut man absolut nichts davon, außer Geschwindigkeitsbegrenzungen statt die Straßen zu sanieren, zu verbreitern,…kein Wunder das der SUV Anteil steigt, wir haben perfekte Geländepacours.
      Im Sinne der Gleichheit dürfen stromfressende und umweltbelastende E-Autos gratis parken und auf den staufördernden, sinnlosen Busspuren fahren – Ein Hoch and die Ökufreaks, Atomkraft ist wieder in und die Akkus hauen wir in den Hausmüll.
      Nur wegen ein paar Idioten die den Verbrauchsangaben Glauben schenken muß ein neuer Testzyklus erfunden werden, hier hat wieder für ein paar EU Abgeordnete eine Daseinsberechtigung geschaffen – Koste es was es wolle.
      IGL, hat keine Daseinsberechtigung mehr, da es schon lange nicht mehr nach den tatsächlichen Belastungswerten aktiviert wird, sondern nach den Defizit des Landes – dh. ist sowieso ein Dauerradar, somit nicht Ursachenaktiviert und damit auch nicht einforderbar außer es wird für Notsituation verkehrstechnischer Natur aktiviert, ( Unfall, Witterung, Straßenschäden,..). Hier sollten die Möglichkeit von Sammelklagen über den Volksanwalt eingerichtet werden.
      Verlängerte Probezeit, Handyverbot am Steuer,…anstatt die Ausbildung endlich zu forcieren, den Computerführerschein abzuschaffen und wieder die mündliche Prüfung einzuführen, längere Praxisfahrten vor der Prüfg. zu verlangen, nur mehr das L 17 System als Grundlage zu erlauben und die Kurzversion mit 18 ohne Praxisnachweis ist abzuschaffen. Nicht die Probezeit nach der Prüfg. ist zu verlängern, sondern die Praxis davor !!!
      Kurz gesagt, alles was sich für 2017 ändert ist wieder mal mit einer Perfektion in die falsche Richtung gegangen – Hut ab !! Danke EU, Danke an unsere überbezahlten Politiker, logisches Denken ist verboten.

    • Qlimax Gabriel

      Der größte Witz ist das die StVO seit dem bereinigungsgesetz keinen Geltungsbereich mehr hat, und trotzdem durch eine private Firma ohne hoheitsrechte durchgesetzt wird. Und wenn man dann nicht bezahlt wird man illegalerweise seines Eigentums,Einkommens oder sogar seiner Freiheit beraubt.
      Und das ganze Konstrukt geleitet von einem ,,Staat“ der ja eigentlich für und nicht gegen das Volk arbeiten und die Menschen und seine unantasbaren Menschenrechte schützen muss !?
      Es wird Zeit aufzuwachen und einzusehen das dieses System nur der versklavung, Ausbeutung und der Niederhaltung des volkes also den hier lebenden Menschen dient!
      Informieren Sie sich über monika unger und den Staatenbund österreich, die haben auch eine Zeitung, die österreich rundschau und eine Website Steiermark-vgv.at
      Sie werden erstaunt sein was diese Menschen alles herausgefunden haben!
      Die können Ihnen sagen wo die Steuergelder also auch Haftpflichtversicherung sprich Motorsteuer wirklich hinfließen… Kleiner tipp es sind die gleichen die uns die flüchtlingswelle beschert haben.

  • Stefan Oberhuber

    Bitte Artikel lektorieren!

    • Michael

      Dein Optimismus in allen Ehren, vergiss das !!

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