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Auto, sei mein Zeuge!

Ein Unfall ist schnell passiert. Die Klärung des Unfallhergangs hingegen zieht sich oft über Monate. Noch immer ein Geheimtipp: das Auto als glaubwürdiger Beweisführer.

22.04.2016 Online Redaktion

„Sei mein Zeuge“, rufen die Warboys in Mad Max Fury Road, wenn sie sich heroisch für ihre Ziele ins Risiko stürzen. Zum Glück hat es Drehbuchautor und Regisseur George Miller so eingerichtet, dass mitten im Benzintumult stets Beobachter für die Wahnsinnstaten zur Verfügung stehen. In unserer Realität scheinen Zeugen wie vom Erdboden verschwunden, wenn Verkehrsteilnehmer sich von wildem Wahn getrieben ins Risiko stürzen und dabei die eine oder andere Delle an unserem Wagen hinterlassen. Dabei lässt sich die Gefühlslage, die man dabei durchlebt, durchaus mit dem postapokalyptischen Ödland des Kinostreifen vergleichen.

Selbst wenn es sich bloß um einen Blechschaden handelt, kann die Klärung der Schuldfrage schnell nervenaufreibend und langwierig werden. Vor allem dann, wenn nicht nur ein Zeuge fehlt, sondern der Unfallgegner sich das Geschehen auch noch gründlich zurechtbiegt. Da wird die gediegene Landstraße im Handumdrehen zur Fury Road. Wut und Ärger könnten aber oft leicht umgangen werden. Denn anders als die rohen Benzinschleudern im Action-Movie haben die hoch technisierten Fahrzeuge unseres Alltags das Potenzial, uns als zuverlässige Zeugen zu dienen, wann immer wir einen im Straßenverkehr benötigen.

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© Bild: Peugeot

Die Bordelektronik lügt nicht

Das Aufzeichnen der zurückgelegten Wege mit dem Automobil hat viele Vorteile. Für die Beweisführung sind solche Datenbanken von unschätzbarem Wert, denn als Zeuge ist das Auto unschlagbar: immer aufmerksam, präzise in seinen Angaben und unangreifbar, wenn es um seine Glaubwürdigkeit geht. So sind Lügenbarone, die sich aus der Situation hinaus schwindeln wollen, schnell entlarvt und das eigene Recht ist gesichert. Auch gegenüber der Versicherung können sich die aufgezeichneten Daten als hilfreich erweisen und eine Teilschuld oder einen Selbstbehalt abwenden.

Nun denken manche Fahrer aber auch an die umgekehrte Logik. Was, wenn der Unfallgegner oder die Versicherung die Daten gegen mich verwendet? Hier heißt es vor allem, den Anbieter und die Datenschutzrichtlinien genauestens unter die Lupe zu nehmen.

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© Bild: © Bild: EPA / Susanne Lindholm / picturedesk.com

Fahrtaufzeichnung schnell und sicher

Lebensrettende e-Call-Systeme – ab März 2018 Pflicht für alle Neuwagen per EU-Gesetz – sind hervorragende Wegtracker und bauen bei einem Aufprall einen Notruf auf. Durch den schnellen Hilferuf und die präzise Ortung wird die Rettungskette verkürzt. Dabei müssen Systeme, die sich auf dem neuesten Stand der Technik befinden, nicht mehr wie früher mühsam bei einem Werkstättenbesuch installiert werden, sondern können bereits mit nur einem Handgriff selbst angeschlossen werden.

Versicherungen sind attraktive Anbieter dank praktischer Zusatzfeatures wie zum Beispiel die Quick-Schadensmeldung der Allianz. Um die Seriosität eines Anbieters zu überprüfen, gilt es darauf zu achten, welche Stelle mit dem Datenmanagement beauftragt ist. Im Idealfall ist es nicht die Versicherung selbst, die die Daten verwaltet. Ein seriöser Drittanbieter leitet die Daten anonymisiert an den Versicherer weiter. So können sie in Statistiken einfließen, aber nicht mit einer bestimmten Person in Verbindung gebracht werden. Von großer Relevanz ist es auch, speziell darauf zu achten, bei wem vertraglich die Rechte der aufgezeichneten Daten angesiedelt werden. Werden sie an den Kunden übertragen, so gehen die Daten immer zuerst an ihn. Er allein entscheidet daraufhin, ob er die Informationen für den speziellen Versicherungsfall verwenden möchte oder nicht.

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