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Auffahrunfall: Wer auffährt hat Schuld?

Mythos oder Tatsache: Wir gehen der Frage nach, ob beim Auffahrunfall immer der Auffahrende Schuld trägt.

16.03.2016 Online Redaktion

Ein etwas schärferes Bremsmanöver, ein unachtsamer Hintermann verbunden mit einem zu geringen Sicherheitsabstand, und schon kracht es: Auffahrunfall. Die gängige Meinung dazu: „Schuld hat, wer hinten auffährt!“ Wieso das so nicht immer stimmt und wie ihr das Risiko eines Auffahrunfalls minimieren könnt, erfahrt ihr hier.

Wer hat beim Auffahrunfall wann Schuld?

Richtig ist grundsätzlich, dass zunächst der „Beweis des ersten Anscheins“ für die Schuld des Auffahrenden spricht. Aber:

Sachverständiger klärt Schuld bei Auffahrunfall

Dass die Rechtslage auch bei Auffahrunfällen nicht so eindeutig ist, zeigen österreichische Gerichtsurteile, die nach Abklärung durch einen Sachverständigen gefällt wurden. Zur Klärung des Unfallherganges und der Schuld werden häufig auch Gerichtsverhandlungen direkt am Unfallort anberaumt. Dabei wird festgestellt, welcher der Verkehrs- bzw. Unfallteilnehmer vorsätzlich oder fahrlässig gegen Verkehrsregeln verstoßen hat. Derjenige trägt dann auch die (Haupt-)Schuld am Unfall.

Bremsen ohne ersichtlichen Grund

Nimmt ein vorfahrender Autofahrer z.B. eine plötzliche Bremsung vor, ohne dass ein ausreichender Grund dafür gegeben ist, trägt dieser auch die Schuld, wenn ein nachkommendes Fahrzeug auffährt. So darf z.B. für Kleintiere wie z.B. einem Hasen oder Igel, der die Fahrbahn überquert, keine Vollbremsung hingelegt werden. Ein größeres Tier, wie z.B. ein Hirsch, gilt hingegen sehr wohl als ausreichender Grund für eine Vollbremsung – in diesem Fall träfe den hinten auffahrenden Fahrer die Schuld, wenn eine rechtzeitige Bremsung nicht mehr möglich ist.

Kein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten

Eine (zumindest) Teilschuld trägt der Hintermann in den meisten Fällen auch dann, wenn kein ausreichender Sicherheitsabstand zum Vordermann eingehalten wurde oder die Geschwindigkeit zu hoch war bzw. nicht der Situation angepasst war. Eine Alkoholisierung führt selbstverständlich immer zu einer Mitschuld.

So minimiert ihr das Risiko eines Auffahrunfalls

Als vorfahrender Autofahrer ist man dem nachfolgenden Verkehrsteilnehmern fast hilflos ausgesetzt. Daher muss die eigene Fahrweise immer so angepasst werden, dass das Risiko eines Auffahrunfalls vermindert wird. Wenn man bemerkt, dass der Hintermann zu wenig Abstand hält: Unbedingt den eigenen Abstand zum Vordermann vergrößern. So bekommt man mehr Spielraum, wenn man merkt, dass der Hintermann nicht mehr rechtzeitig abbremsen kann bzw. vermindert sich das Risiko einer Kollision mit dem Vordermann.

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