Amaxophobie, die Angst vorm Autofahren und was dagegen hilft

Amaxophobie, also wenn die Angst vor dem Auto so groß ist, dass sie zu einem unüberwindbaren Hindernis wird. Die Ursachen und was man dagegen tun kann.

24.10.2016 Online Redaktion

Die Angst vor dem Autofahren gehört mittlerweile zu einer der häufigsten Phobien unter denen Menschen leiden. Was die sogenannte „Amaxophopbie“ auslösen kann und wie sie behandelt werden kann erfahrt ihr hier.

Amaxophobie: Was ist das?

  • Amaxophobie, umgangssprachlich häufig auch als Fahrangst bezeichnet, ist eine spezifische Angst vor dem Autofahren bzw. vor gewissen Situationen im Straßenverkehr, aber auch die Angst vor dem Auto selbst.
  • Die Ängste beziehen sich dabei nicht auf allgemeine reale Gefahren, wie z.B. Dunkelheit, Rasern oder enge Baustellen. Vielmehr handelt es sich bei Amaxophobie um fiktive aber konkrete, bedrohliche Verkehrssituationen, die in Gedanken immer weiter, z.B. zu einem schweren Verkehrsunfall oder einer anderen Katastrophe, gesponnen werden.
  • An solchen Angstzuständen sind nicht nur aktive Autofahrer betroffen –  auch als Beifahrer ist man nicht davor gefeit, an dieser Art von Phobie zu leiden.

Was sind die Folgen?

  • Die Ängste sind zwar fiktiv, die Folgen wirken sich aber tatsächlich auch körperlich auf den Betroffenen aus. Starker Schweiß oder das Zittern am ganzen Körper machen sich durch die starke psychische Anspannung bemerkbar. So können Schreckens-Bilder, die sich vorerst nur im Kopf abspielen, im Extremfall auch in der Realität für Gefahr sorgen, wenn durch die Verkrampfung der Muskulatur und deren vielfältige Begleiterscheinungen, die Beherrschung über das Fahrzeug bzw. der Situation erschwert oder unmöglich wird.
  • Betroffene versuchen daher im Alltag, Situationen zu vermeiden, die solche extremen Angstzustände auslösen können. Das bedeutet im Extremfall: Betroffene fahren gar nicht mehr, oder nur mehr im absoluten Notfall mit dem Auto, was somit zu einer massiven Einschränkung der Mobilität und insgesamt der Lebensqualität führt.
  • Auch das Selbstbewusstsein kann darunter stark leiden, da viele alltägliche Dinge, die eigentlich mit dem Auto erledigt werden können, unfreiwillig anders organisiert werden müssen.

Wodurch entsteht eine solche Angst?

Die Ursachen für eine Amaxophobie können sehr unterschiedlich sein. „Grundvoraussetzung“ für eine Phobie ist generell eine erhöhte Sensibilität für eigene Emotionen.

  • Auslöser für die Fahrangst können Ängste und Vorurteile vor Situationen im Straßenverkehr sein, die z.B. durch Erzählungen oder Warnungen aus dem eigenen Familien- und Bekanntenkreis entstehen. Gerade die gut gemeinten Warnungen und Tipps für Fahranfänger, die noch keine oder wenig eigene Erfahrungen sammeln konnten, können in Angstzustände bis hin zu einer Phobie münden –  also in das Gegenteil dessen, was eigentlich beabsichtigt wurde.
  • Aber auch zu heftige Kritik z.B. vom Fahrlehrer oder auch ein eigentlich harmloser, kleiner Parkschaden kann bei entsprechender Sensibilität oder emotionaler Vorbelastung in eine Fahrangst münden.
  • Dass auch ein Unfall-Trauma die Ursache für Amoxophobie sein kann, ist wohl für viele am ehesten nachvollziehbar, in der Realität aber eher seltener der Fall.

Eine ZDF-Redakteurin im Selbsttest

Was kann man dagegen tun?

Gerade spezifische Ängste, wozu die Fahrangst zählt, sind in der Regel gut behandelbar.

  • Grundvoraussetzung ist aber, dass Hilfe von außen angenommen werden kann, gerade wenn es sich um eine ausgeprägte Form der Fahrangst handelt.
  • So kann während verhaltenstherapeutischer Fahrstunden, die von Fahrschulen bzw. Fahrlehrern mit zusätzlicher psychologischer Ausbildung angeboten werden, gelernt werden, mit der Angst umzugehen. Meist wird dabei auf eine „Konfrontationstherapie“ gesetzt, die den Betroffenen schrittweise mit den angstbesetzten Situationen konfrontiert, um die Angst schließlich zu überwinden.
  • Eine andere Möglichkeit ist es, einen Therapeuten aufzusuchen, der die bedrohlichen Situationen gemeinsam mit dem Patienten aufarbeitet.
  • Eine Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Fahrschule bzw. Fahrlehrer sollte im Idealfall aber immer angestrebt werden, damit das therapeutisch erlernte auch unmittelbar in der Praxis erprobt werden kann.
  • Bei leichteren Fällen kann es mitunter reichen, z.B. an einem Fahrsicherheitstraining teilzunehmen, um dabei das angeschlagene Selbstbewusstsein wieder aufzurichten.
  • Auch der Austausch im Rahmen von Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein, sofern diese Treffen unter professioneller Führung abgehalten werden.
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