7 Kernpunkte des deutschen Mautkonzepts

Was sie für wen kostet, welche Vignetten geplant sind und wer profitiert.

20.07.2014 APA

Der deutsche Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will von 2016 an eine Infrastrukturabgabe für das gesamte Straßennetz kassieren. Für deutsche wie für ausländische Autohalter soll es für die Pkw-Maut Vignetten geben.

Kernpunkte zur deutschen Maut:

WER ZAHLEN SOLL: Alle Fahrzeughalter aus dem In- und Ausland, die mit ihren Wagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen deutsche Straßen nutzen, brauchen eine Vignette. Getroffen werden aber über Umwege nur Ausländer, da Deutsche ihren Betrag zurückerhalten.

DIESE VIGNETTEN SIND GEPLANT: Ausländische Straßennutzer haben die Wahl zwischen einer Zehn-Tages-Vignette um 10 Euro, einer Zwei-Monats-Vignette um 20 Euro und einer Jahresvignette. Deren Preis wird nach Umweltfreundlichkeit der Fahrzeuge sowie nach Hubraum und Zulassungsjahr berechnet. Wer sein Auto in Deutschland angemeldet hat, muss eine Jahresvignette haben.

SO TEUER WIRD ES: Die durchschnittliche Höhe der Abgabe soll nach Angaben des Verkehrsministeriums 88 Euro betragen. Als Höchstgrenzen wurden 103,04 Euro für Benzin- und 112,35 Euro für Dieselfahrzeuge errechnet, die nicht in Deutschland angemeldet sind.

DAS SPART SICH DER DEUTSCHE IM GEGENSATZ ZUM AUSLÄNDER: Über einen Freibetrag in der Kfz-Steuer sollen die Kosten für die Pkw-Maut vollständig kompensiert werden. Laut Ministerium müssen die deutschen Bürger keinen Cent mehr bezahlen. Getroffen werden also nur Ausländer. Dagegen verwehren sich etwa Österreich, aber auch die Niederlande – sie wollen vor der EU klagen, da sie keine Gleichbehandlung von EU-Bürgern orten.

SO KOMMT MAN ZUR VIGNETTE: Ausländische Fahrer sollen Vignetten an Tankstellen und im Internet kaufen. Für Autos, die in Deutschland gemeldet sind, soll die Vignette automatisch zugeschickt werden.

DAS BRINGT ES DEM DEUTSCHEN FISKUS: Am Ende könnten nach Berechnungen des Ministeriums gut 600 Mio. Euro pro Jahr zusätzlich in die Straßeninfrastruktur fließen.

GEPLANTER START: Wenn die Gesetzgebung wie vorgesehen läuft, wird die Maut von Jänner 2016 an erhoben.

pixel