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Alfa Romeo Giulia: Stromaufwärts

Es waren schöne Zeiten, damals, als es noch Autos mit Charakter gab. Nicht bloß solche, die in solch braver Uniformität im Laden stehen, dass selbst der Verkäufer bei der Frage, wie man denn nun den Großen vom Kleinen unterscheiden kann, ratlos mit den Schultern zuckt.

19.07.2016 Werbepartner

Schwierig ist es für den, der den Wunsch nach etwas Individuellem hegt. Etwas Aufregendem. Etwas Stilvollem. Bei den auf absoluten Erfolg getrimmten Schwergewichten der Branche wird man da schon lange nicht mehr fündig – zu glattgeföhnt sind sie, um ja der großen Masse zu gefallen, ohne jemanden zu verstören oder überfordern.

Frischer Wind in der Mittelklasse

Doch es ist noch nicht alles verloren wie es scheint, denn nicht anders sind die Anstrengungen einiger kleiner wie feiner Hersteller zu verstehen, echte Alternativen zu dem immer gleichen Bekannten zu bieten. Da wäre Jaguar, die jetzt mit dem XE richtig durchstarten. Oder: Volvo mit den großen, edlen 90er-Baureihen und auch Renault, die mit dem Talisman endlich wieder einen ernsthaften Versuch in der noblen Klasse starten.

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© Bild: Werk

Es ist aber vor allem ein Name, der Hoffnung weckt: Giulia. Das klingt wunderbar für den, der sich erinnert. Und, das ist das wirklich Wunderbare, der große Alfa Romeo lebt nicht nur vom klangvollen Namen, sondern von echter Substanz. Groß und trotzdem schlank. Schnell und trotzdem komfortabel. Solide und trotzdem italienisch. Schon der Anblick: das verchromte Scudetto, der strenge Blick und das knackige Heck, so muss ein Alfa aussehen. Dazu ein Innenraum mit Farben, die den ewig grauschwarzen Höhlen der Konkurrenz zeigen, was Geschmack ist. Und auch die Verarbeitung von Holz und Leder ist eine Handwerkskunst, die in Italien besser beherrscht wird, als sonst wo.

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© Bild: Werk
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© Bild: Werk

Alfa Romeo Giulia: Alles, was das Herz begehrt

Auch sonst ist alles an Bord, was man sich wünschen mag. Navigation mit Echtzeit-Verkehr, Multimedia, Assistenzen und selbstredend konfigurierbare Modi für diese sämtlichen Systeme. Noch wichtiger: Heckantrieb und Schaltgetriebe. Bis hinauf zu sündigen Quadrifolgio. Und wenn der von Ferrari mitentwickelte 510PS-starke V6-Doppelturbo durch die Gänge gehetzt wird, müssen sich selbst die M BMWs, AMGs und RS Audis hüten. Das Beste daran ist aber, dass das italiensche Feintuning auch Chassis und Lenkung zu Teil wurde – und damit aus allen Giulias nicht nur wunderschöne, sondern vor allem wunderbare Fahrmaschinen macht.

Wir wäre es also mit einer Alternative für die ewig gleiche Leasinggraue?

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