Alfa Romeo 4C Spider – Offenbarung

In der Stadt, im Hochsommer, eingeschlossen zwischen all den anderen Staustehern offenfahren? Nein, wenn die Luft dumpf und schwül im Auto liegt, dann braucht es keinen Roadster. Tief in der Nacht allerdings, am Berg, verstehst du, warum es unbedingt ein Spider sein muss.

24.06.2016 Werbepartner

Wenn dich nichts ablenkt, wenn dich nur die vollkommene Schwärze des Waldes und der zarten Silberglanz eines unendlichen Sternenhimmels hoch über den Wipfeln umringt – dann bist du mit allen Sinnen Teil der Maschine. Wie sie direkt hinter deinem Ohr mit einem tiefen Seufzer einatmet und dich dann mit einem akustischen Selbstleuchten aus den beiden Endrohren in die Umlaufbahn schießt, herrlich. Es schnaubt, schnauft und tobt, infernalisch, wunderbar.

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© Bild: Alexander Tscheppen
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© Bild: Alexander Tscheppen

Glatt würdest du dem Alfa auch das Doppelte seiner 241PS glauben. Die 350Nm haben schon im Drehzahlkeller leichtes Spiel mit dem 4C Spider und sind umso entzückter, je tapferer du am Gas bleibst. Denn wer nicht lupft bis er den nächsten Gang reinschnickt, der wird das Doppelkupplungsgetriebe in all seiner Herrlichkeit erleben: Diese einmalige Mischung aus Energie und Leichtigkeit, wenn die Kraft nie abzureißen scheint. Das stete Zwitschern der Turbine, die ständig mit vollem Ladedruck den kleinen 1750er anblasen stimmt obendrein einen schönen Oberton zur offenen Auspuffanlage an.

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© Bild: Alexander Tscheppen

Beim Toben kommt dann auch Bewegung ins Chassis, er tanzt, springt, giert, will nach links und gleich wieder nach rechts. Er liest die Straße nicht bloß, er lässt sich magisch von ihr anziehen. Du solltest ihn deshalb am lockeren Zügel führen und ihn machen lassen, denn wenn es in den Radius geht, gehorcht er dir sofort wieder aufs Wort. Er folgt jeder Bewegung am Lenkrad so direkt und ungefiltert, dass du den Scheitel jedes Mal perfekt triffst.

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© Bild: Alexander Tscheppen

Es geht so wunderbar transparent, gefühlvoll und vor allem: leicht. Und, oh ja, Leichtigkeit ist das Beste, was einem Auto passieren kann. Das intensiv-direkte Erlebnis, wenn man sich aus dem technologischen Kokon digitaler Regelsysteme entpuppt, es ist eine Offenbarung. Vor allem, wenn man offen fährt. Denn erst dann bist du wirklich im Zentrum, im Auge des Sturms. Und da wollen wir doch sein, oder?

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