Virtuelle Fahrzeugmärkte im Vergleich – Der Neuwagenkauf über das Internet

Aufgrund der hohen Reichweite, großen Bestände und Preisvorteile boomen die Online-Fahrzeugmärkte wie nie zuvor. Doch was bieten Onlineportale wie autohaus24.de oder autoscout24.at und welche Unterschiede sollte man kennen? Offizielle Tests dienen der Orientierung.

02.12.2015 Online Redaktion

Der Neuwagenkauf im Autohaus scheint für eine zunehmende Anzahl von Verbrauchern immer uninteressanter zu werden. Mit Hilfe von Vergleichsportalen soll es nicht nur bequemer sein ein neues Auto zu finden. Besondere Anziehungskraft geht vom angeblichen Sparpotenzial aus, denn um 40 Prozent geringere Preise sind keine Seltenheit.

Deutsche Portale im Test

Zunächst ein Blick auf die Angebote der deutschen Nachbarn. Im Auftrag des Senders n-tv hat das Deutsche Institut für Service-Qualität 2014 zehn deutsche Fahrzeug-Vergleichsportale getestet. Kundenservice und Preis standen im Fokus. Testmodell war ein Skoda Fabia. Über ein Viertel des Neuwagenpreises konnte im Vergleich zum Listenpreis gespart werden. Die Preisunterschiede zwischen den Portalen sind teilweise markant. Knapp 2.000 Euro konnte beim Neuwagenkauf über das Internet gespart werden, wenn der günstigste Anbieter gewählt wurde.  Autohaus24, ein deutsches Unternehmen der Axel Springer Auto Verlag GmbH sowie Sixt, ging als Testsieger aus dem Vergleich hervor. Neben attraktiven Preisen überzeugte das Portal insbesondere mit dem Kundenservice. Informationen zum Autokauf ergänzen das Servicespektrum. Bei der Preisanalyse schnitt das Portal Apl.de am besten ab, dicht gefolgt von Intercar-24. Der Gewinner Autohaus24.de konnte bei der Preisanalyse nur mit dem sechsten Rang glänzen. Dagegen wurde es bei der Serviceanalyse mit dem zweiten Platz belohnt. Besser war in Sachen Service nur meinauto.de, ein Portal, das aufgrund des schlechten Ergebnisses beim Preis nur auf Platz fünf landete.

 

Gesamtergebnis: Studie Neuwagenportale 2014

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© Bild: Studie: disq.de

Die Rangfolge ergibt sich aus der Zusammenführung der normierten Werte bei der Service- und der Preisanalyse. In das Gesamtergebnis flossen die Ergebnisse der Service- und der Preisanalyse mit jeweils 50 Prozent ein.

Der Anbieter neuwagen24.de setzte sich Dank guter Ergebnisse beim Preisvergleich auf Platz 2. Der Service ist allerdings ausbaufähig. Insgesamt kam das Deutsche Institut für Service-Qualität zur Erkenntnis, dass der Service bei vielen Portalen zu wünschen übrig lässt. Hinweise zum Fahrzeugkauf sowie Fahrzeugkonfiguratoren stehen zwar bereit, aber oft wird die Preisgabe von Daten vorausgesetzt, um von derartigen Verbraucherangeboten profitieren zu können. Beim Servicespektrum am Telefon wurden Kompetenz, Gesprächsführung und Verständlichkeit bemängelt. Auch der ADAC testete deutsche Online-Anbieter und ermittelte Autohaus24 als Testsieger.  Das Urteil „sehr gut“ hat die Plattform unter anderem einer übersichtlichen Internetpräsenz sowie günstigen Preisen und einem schnellen Service zu verdanken. Auf dem letzten Platz der beiden Tests sind airportcars24.de und netcar.de zu finden.

Österreichische Autobörsen im Vergleich

Die Universität Duisburg-Essen hat 2010 eine Studie zu Online-Gebrauchtwagen-Börsen in Europa erarbeitet, wonach das österreichische Portal car4you.at im hinteren Mittelfeld des Europa-Vergleichs angesiedelt war. Hinsichtlich der Bestandsgrößen schafften es direkt dahinter gebrauchtwagen.at und AutoScout24 auf Platz 2 und 3 der österreichischen Börsen. Wobei sich die Zahlen mittlerweile geändert haben. Wir haben uns die drei österreichischen Portale genauer angeschaut und grobe Faktoren tabellarisch gegenübergestellt:

Angebot: Gebrauchtwagen und Neuwagen

onlineportale

Verbraucherhinweis

Anders als oft angenommen, treten Neuwagen-Onlineportale beim Neuwagenkauf über das Internet lediglich als Vermittler auf. Vertragspartner sind, wie auch beim Offline-Kauf, reale Autohäuser. Die Händler nutzen die virtuellen Marktplätze als wirkungsvolle Vertriebskanäle, um mehr Interessenten zu erreichen. Da zum Verkauf keine Autoverkäufer nötig sind, sondern sich die Fahrzeuge quasi „von allein“ verkaufen, räumen die Autohäuser potenziellen Käufern hohe Rabatte ein. So kommen die deutlichen Preisunterschiede zustande. Der ADAC teilt online mit, dass „beim Internet-Kauf ein zweiwöchiges Widerrufsrecht“ gilt. Darüber hinaus können Käufer bei den entsprechenden Vertragshändlern europaweit Ansprüche aus Herstellergarantien geltend machen.

 

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