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SUVs – wer verbraucht mehr, wer weniger?

Sprit-Säufer, übergewichtig, Proletenkutsche – ein SUV war lange Zeit ein Klischee auf vier Rädern. Doch das hat sich geändert, denn immer mehr Menschen haben die Vorteile dieser stämmigen Geländewägen erkannt. Der SUV eignet sich perfekt als Familienauto und ist darum in Österreich und Deutschland zunehmend auf dem Vormarsch

11.03.2015 Online Redaktion

In Österreich war bereits 2013 jedes fünfte zum Verkehr zugelassene Auto ein SUV – das macht einen Marktanteil von 20,65 Prozent. Und einer Studie des CAR-Instituts der Uni Duisburg/Essen zufolge sind ganze 18 Prozent aller Neuwagen in Deutschland inzwischen sportliche Geländewagen. Und es ist kein Ende des Booms in Sicht: Der Anteil soll in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter steigen. Experten rechnen bis 2015 mit 1 Millionen verkauften SUV pro Jahr allein in Deutschland. Bisher verkauft Porsche mit 38 Prozent seiner Neuwagenzulassungen die meisten dieser Wägen. Allerdings scheuen sich hierzulande, im Gegensatz vor allem zu den USA, immer noch viele vor den vermeintlich hohen Spritkosten, die ein so schweres Auto verursacht. Doch ist ein SUV immer automatisch ein Spritfresser?

Niedriger Spritverbrauch in allen Klassen

Vorweg: Es gibt durchaus SUVs, die nicht nur mit niedrigen Verbrauchswerten prahlen, sondern auch halten, was sich Autofahrer wünschen. Im Prospekt versprechen die meiste Modelle niedrige Verbrauchszahlen, und auch auf Plattformen wie Autoscout24 kann man sich einen Überblick über den Spritdurst der dort angebotenen Wägen verschaffen. Doch wer hat auf einer neutralen Teststrecke wirklich die besten Werte?

In einem Test der deutschen „Autobild“ wurden insgesamt 57 Modelle aus drei Segmenten, vom Einsteiger-SUV für die Stadt bis hin zu den wahren Riesen, untersucht. Getestet wurde auf 61 Kilometern Landstraße, 40 Kilometern Stadt und 54 Kilometern Autobahn.

Der durchschnittliche Verbrauch lag in der Mittelklasse bei 7,1 Litern auf 100 Kilometern. Diesen Wert unterbietet der VW Tiguan 2.0 TDI DPF BlueMotion Technology Sport & Style am deutlichsten. Mit einem Verbrauch von nur 5,8 Litern steht er somit auf Platz eins der getesteten Fahrzeuge in der Mittelklasse.

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Gute Werte bei den Kompakten haben der Audi Q3 2.0 TDI und der Opel Mokka 1.7 CDTI ecoFlex Start/Stop 4×4 Edition. Das sparsamste Modell dieser Kategorie kommt bei vorausschauendem Fahren auf gerader Strecke mit nur 5 Litern aus. Im alltäglichen Stadtverkehr steigt der Verbrauch natürlich ein wenig in die Höhe, ist aber nicht zwangsläufig horrend hoch. Kompakte SUVs sind wegen des großen Platzangebots bei relativ überschaubarem Spritverbrauch gut für Familien geeignet. Kinder, Gepäck und Einkäufe passen problemlos in den Kofferraum.

Wer es richtig krachen lassen möchte, ist mit einem ausgewachsenen SUV gut bedient. Hier haben der Porsche Cayenne S Diesel Tiptronic S und BMW X5 xDrive30d beim niedrigen Spritverbrauch die Nase vorn.

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© Bild: Andreas Riedmann

Vorsicht vor den Spritschleudern

Auch wenn es vergleichsweise verbrauchsarme SUVs gibt: Vor einigen Spritschleudern sollte man sich in Acht nehmen. Die sind zwar opulent zu fahren, bieten Sicherheit und einen guten Überblick auf der Straße, verbrauchen aber auch einiges. Und „einiges“ heißt hier: richtig viel! Bis zu 15,6 Liter schlucken die schweren Wagen.

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© Bild: Andreas Riedmann

Der Verbrauchskönig mit eben diesem Verbrauch auf 100 Kilometern ist der Jeep Grand Cherokee SRT 8, der mit seinem Leergewicht von 2440 kg aber auch ein echtes Schwergewicht ist. Mit 468 PS beschleunigt er trotzdem in 4,9 Sekunden von Null auf Hundert, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 257 km/h. Und auch der schon etwas ältere BMX X5 M hat einen ausgesprochen hohen Spritverbrauch. Mit einem Leergewicht von 2368 kg ist er nur wenig leichter, kommt aber dank 555 PS schneller in Gang. Mit einem Verbrauch von 15,5 Litern liegt er an zweiter Stelle der verbrauchsstarken Modelle.

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