You the band aching breaking donauinselfest 2014 paul bonahora
You the Band erspielte sich den Auftritt auf dem Donauinselfest über Puls4. Foto: Luca Sartoni
 

You: Aching, Breaking

Mit Liebe zum Gitarrensolo und der Auferstehung des Rock sind „You“ die Entdeckung des Donauinselfestes. Auch wenn das live nur wenige mitbekommen haben.

30.06.2014 Online Redaktion

Musik ist vielleicht die letzte Bastion, bei der die Revolution tatsächlich noch auf der Straße beginnt und dort nicht endet. Wo Musiker noch unten anfangen und sich nach oben spielen können. Wo man an einem Tag noch in der Albertina Passage spielt und am nächsten plötzlich auf der Hauptbühne der Donauinsel steht.

Vom Bordstein zur Skyline

Als aktuelles Beispiel sei die Band „You“ angeführt. Paul Bonahora, der Gitarrist, sie 2010. Paul ist Argentinier, weswegen die Band vor allem lateinamerikanische Lieder coverte. Wer sich spezialisiert findet seine Fans. Innerhalb der Nische einer Nische erspielte sich „You“ in mehr oder weniger bekannten Locations eine breite Fanbasis in der Wiener Latino-Szene.

You the band aching breaking donauinselfest 2014 paul bonahora

Auf der Donauinsel herrschten Wüsten-Temperaturen. Foto: Luca Sartoni

Schritt zwei war ein eigener Charakter. Cover schön und gut, muss man als Band können, aber die Definition erfolgt über eigene Songs. Also: „Aching, Breaking“. Samt Musikvideo. Klassischer lässt sich Rock heutzutage nicht mehr in Szene setzen.

Zigarettenrauch, coole Blicke, miese Spelunke. So geht Rock. Dann setzt auch schon das Schlagzeug ein und fungiert ab sofort als neuer Herzschlag. Fährt voll ein. In dem Video geht es um ein Verbrechen, ein Coup. Vielleicht soll das die Alternativkarriere von Rockmusikern symbolisieren. Wir wissen es nicht.

You: Aching, breaking auf dem Donauinselfest

Mit diesem Song und der breiten Fanbase, die sich die Band in Wien erschrammelt hat, gewann You den „Rock the island“ Wettbewerb von Puls4. Der Preis: Ein Gig um 15 Uhr auf der Ö3-Bühne. Zwei Dinge kann die Band von diesem Auftritt mitnehmen. Erstens, dass die Bühne noch (!) eine Nummer zu groß ist, obwohl, und das ist die zweite Lehre, die Band für Stadionrock geschaffen wurde.

You the band aching breaking donauinselfest 2014 paul bonahora

Paul Bonahora, die Slash-Reinkarnation. Foto: Seidel

Über die Bühne turnt Romi, die entweder knapp bekleidet eine aufblasbare Gitarre schwingt, oder noch etwas knapper bekleidet den Mikrofonhalter als Pole-Dance-Stange verwendet sich noch weiter zu entkleiden. Warum? Weil´s geht. Und immer wieder: Paul Bonahora an der Gitarre. Das schöne daran ist, dass es kein Oszillieren zwischen den Musikarten gibt. Rock, Rock und nochmal Rock. Paul, die Reinkarnation von Slash, wäre dieser schon tot.

You: Aching, Breaking

Zählt man die Kellner an den Getränkeständen mit, fanden 150 Leute bei praller Sonne den Weg zur Bühne. Ende des Jahres erscheint das erste Album von You. Wir gehen davon aus, dass sich das Bild dann ändern wird.

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  • Marco

    Very nice article and good emerging band..Their performance was so energetic and the songs kickass good rock – style! Just one question, Christian, are the other musicians Paul’s sessionist ? You did not even mention them !?! It should be good giving them a little credit too in my opinion ..

  • Luca Sartoni

    The second picture is mine. Please caption it properly.

  • GS

    Sehr schön. Trotzdem zwei Anmerkungen:

    1.) Slash würde seiner Reinkarnation verbieten, Strat (inkl. scalloped fretboard, siehe Video) zu spielen – das geht so gut zusammen wie, na, sagen wir Lamborghini und Sparmotoren.

    2.) Könnt ihr so einen Hinweis bitte VOR dem Konzert bringen? Das hätte sogar mich auf’s Donauinselfest gebracht…

    Scherz, vielen Dank für den Beitrag, die Jungs sind auf der Watchlist für’s nächste Konzert. :-)

    • Jack White spielte lange Zeite, auch als er sich längst vergoldete Diamant-Pleks hätte leisten können, 7-Dollar-Flohmarktgitarren. Die Reportage „It might get loud“ sei dazu empfohlen.

      Freut mich aber, dass damit der Geschmack getroffen wurde. Dann sehen wir uns also auf dem nächsten Konzert.

      PS: Der Vergleich mit Slash ist selbstverständlich ein Lob für Paul Bonahora und sollte nicht andersrum gelesen werden. All hail Slash.

    • Schon die ersten 1:45 Minuten sind Gold wert:

      https://www.youtube.com/watch?v=PkSWslN090M

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