Mazda-MX-5-3
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Fahren mit geschlossenem Stoffdach ist grundsätzlich öde, doch im MX-5 auch beglückend: Erinnert es doch an kindliche Geborgenheiten in Pfadfinder-Nächten.
 

Waldecks Wanderbrief – Mazdas MX-5 und der Regen

Wenn ich so lenk und denk an nix. Unter diesem Motto schreibe ich meine Briefe an Dich. Ich diktiere sie meist am Steuer kurioser Autos. Sie ersparen mir, Dich persönlich über die fremden ­Länder, ihre Hotels und den Nahverkehr zu informieren. Zugleich sind die Briefe auch unsere letzte ­Brücke, die trittfest ist. Durch Dein ständiges Daheimbleiben entfernst Du Dich ja immer mehr von mir. So ist auch mein heutiger Brief aus dem „Ritz-Carlton“ in Boston, dem „Avance Hotel“ in Krems und dem „Hotel Roßmühle“ in Tulln ein Ruf Deines alten Freundes, von Ufer zu Ufer.

14.02.2016 Autorevue Magazin

Auf den neuen MX-5 habe ich lange gewartet. Jetzt, da ich drin sitze, bin ich verdrossen. Der Mazda kann nichts dafür. Auch der Herbst kann nichts dafür, den liebe ich ja, seit ich einst in einem filetierten Dodge Charger durch den indian summer von Massachusetts fuhr. Der heutige Grant liegt einfach am Tageswetter. Dieses kann im friedlichen Weinviertel kriegerisch sein. Ein Wirbelsturm reißt die bunte Pracht von den Bäumen, ein Nordost weht rotzige Wolken von Brünn heran. Es schifft derart, dass selbst der Einser-Trick nichts nützt. „Bei Regen immer schneller fahren, dann fliegt das Nasse über das Trockene“, lehren uns die Briten, die alles über Roadsters wissen. Heute müsste ich dazu 300 km/h fahren, was der MX-5 nicht drauf hat, obwohl er mit bis zu 160 PS mächtig ...
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