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Unterwegs: Mercedes-Benz V250 Bluetec

Wir waren für ein paar Tage mit dem neuen Mercedes-Benz V250 Bluetec auf Sylt. Wir hatten Großes vor und nur sehr Kleines geschafft.

18.05.2014 asphaltfrage

Die Idee war nicht weniger als großartig. „Vreibier vür Voto. In der neuen V-Klasse.“ Logos wurden gestaltet, Sticker geplottet, Bierfässer gekauft und Studioequipment gepackt. Und dann stehst Du bei drei Grad im strömenden Regen in Westerland und niemanden interessiert es.

Immerhin, wir fanden drei.

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Immerhin, wir fanden drei. Was den Aufwand trotzdem nicht rechtfertigte. Entsprechend mies war die Stimmung. Dabei konnte das Auto am wenigsten dafür, bekam es aber dennoch irgendwie ab. Da bist Du dann genervt, weil das vorne keine vernünftigen Ablagen für das Handy hat, keine zwei Armlehnen an den Sitzen in der ersten Reihe und überhaupt.

Der zweite Tag war besser. Nix Freibier, nix an den Haaren herbeigezogene Geschichte, stattdessen: Fahren. Besser: Busfahren. Und das im positivsten aller Sinne. Denn auch wenn man beim Daimler nicht müde wird zu betonen, dass es sich bei der neuen V-Klasse um eine Großraumlimousine handelt, so ist und bleibt es doch ein Bus.

Gut, beim Gestalten haben sie sich schon Mühe gegeben. Gerade das kastige Heck gewinnt viel durch die breite Chromspange und eine feine Leuchtengrafik. Auch die Flanken bekamen mit einer Vielzahl an Licht-, Sicht- und anderen Kanten ein wenig Spannung. Bloß vorne, da half jegliches Modellieren nicht viel. Trotz großem Zentralstern und intelligenter LED-Beleuchtung hat der V so ein bisschen eine Nase.

Diese Nase. Aber der Motor braucht eben Platz.

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Doch es geht nicht anders, schließlich baut der Motor längs. Heckantrieb eben. Immerhin, der neue kurze Vierzylinder sorgt nicht nur für mehr Platz, er wurde auch besser gedämmt. Nur selten knuspert er störend in den Innenraum. Überhaupt, der Innenraum. Hier haben sie in Stuttgart wirklich alle Register gezogen. Diese Mischung aus Klavierlack, offenporigen Edelhölzern und ledertapeziertem Armaturenbrett ist einfach schön. Dazu der Schwung, mit dem sich die Mittelkonsole präsentiert, wirklich, da bist Du peinlich berührt, wenn das Croissant krümelt oder das Obi g’spritzt beim Öffnen auf die hübschen Oberflächen kleckst. Man erwischt sich dabei sofort mit dem Handstaubsauger hinterherfeudeln zu wollen.

Aber, und das ist jetzt ein langes und breites aber, es handelt sich hier immer noch um einen Bus. Der muss derartiges aushalten. Überhaupt, ein Bus muss vieles. Weite Strecken fahren zum Beispiel. Denn Busfahren ist das Größte. Nicht im bloßen Verständnis von Raum, sondern von Erhabenheit und Entschleunigung. Im ersten Stock angekommen stichst Du mit dem Zirkel in die Landkarte und ziehst den Tankradius. Den schönsten Ort ausgesucht und los.

Die Weite des Innenraums. Und Busfahrens.

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Schon ist es da: das Gefühl. Dieses unbeschreibliche Gefühl des Buslenkens. Das Lenkrad steht sogar vielleicht ein bisschen zu steil dafür – aber das Gros der vom Kombi kommenden Kunden will es wohl so. Wir wären auch der klassisch flachen Truckerversion nicht abgeneigt. Zum Kurven geigen ist so ein V sowieso nix, Agility-Schalter hin oder her.

Was nicht heißen soll, dass das Fahrwerk schlecht ist, im Gegenteil. Selten (überhaupt?) sind wir in einem Fahrzeug dieser Größe bisher kommoder gefahren. Angenehm weich gefedert – sogar unbeladen – und doch mit einer Dämpfung, die jede Schunkelei im Keim erstickt. Wahrscheinlich ist das Fahrwerk wirklich das Beste an der neuen V-Klasse. Wobei, der Geräuschkomfort ist auch ordentlich. Wind- und Abrollgeräusche sind, verglichen mit den Vorgängern, in einer anderen Lautstärkeliga. Denn, bei Tempo 200 pfeift es sonst schon ordentlich in der Transporterklasse. Nicht aber im Mercedes-Benz V250 Bluetec.

190PS bringen 2 Kilo am Tacho.

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Was bleibt? Platzangebot, Variabilität und andere langweilige Dinge. Kurz: Die V-Klasse kann es. Lässt wenig anbrennen. Gerade im Vergleich zum Hauptkonkurrenten. Der VW Bus muss sich anstrengen, kommt in Sachen Komfort nicht mehr mit dem neuen Benz mit.

  • christian maroschek

    schorle!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    det jeht jar nich!!!!!!!!!!!!!!!!!
    ick scheuer dir eine, mechtel!!!!!

    bitte liebes autorevue-schreiber-team,
    haltet diese,unsere,meine geliebte
    weltweit einzigartig sprachlich gestaltete
    und sowieso beste autozeitung samt ihrer digitalen
    kinder frei von solchen piefkonischen nichtblumigen
    nichtoperettenhaften, nichtsympathischen
    unwortschöpfungen!!!! wie angenehm,melodiös,mozartesk, ja fast bernhardesk klingt da obi g#spritzt, oder?!!!

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