Brabus Flagship Store Peking
Brabus Flagship Store Peking
 

Trend zum Luxus-Autoshop

Der klassische Autohändler hat ausgedient. Zumindest in den Metropolen dieser Welt sind coole Designershops statt spröder Autoläden angesagt.

23.04.2014 Press Inform

Bisher war China für Tesla ein unbeschriebenes Blatt. Das hat sich am Ostermontag geändert, Firmenboss Elon Musk kam extra aus Kalifornien nach Peking um das erste Tesla Model S in China vorzustellen. Feierlich präsentiert in dem schick verglasten Schauraum, der sich in einer Luxusmall im Herzen von Peking befindet.

Der Tesla Store in Peking

Der Tesla Store in Peking

Alles für das Image

Musk und Tesla sind der Konkurrenz diesmal keinen Schritt voraus. Andere Firmen haben die Idee, eine imageträchtige Marke in einem Umfeld, weit abseits einer Automobilmeile zu präsentieren, längst erfolgreich in die Tat umgesetzt. Ähnliche Luxusshops gibt es von Mercedes-AMG oder Citroen, die in China ihre Modelle allein unter dem DS-Label laufen lassen. Gleich neben den schicken Geschäften mit einer zumeist betont puristischen Einrichtung und kaum mehr als einem einzigen Fahrzeug im Verkaufsraum gibt es Geschäfts von Luxusschuhherstellern wie Miu Miu, edles Schreibgerät von Montblanc, edle Bekleidungsmarken und vielleicht noch ein paar Szene-Cafés. Die Autoverkäufer sind kaum mehr solche, sondern perfekt gestylter Verkaufsberater, immer ein iPad in der Hand und dem Kunden wie Wünsche von den Augen ablesend. Designermöbel und ein Cappuccino gehören ebenso dazu wie Voss-Wasser oder eine digitale Imagebroschüre.

Die BMW-Welt in Shanghai

Die BMW-Welt in Shanghai.

Edelboutiquen haben sich durchgesetzt

Was sich in einem Land wie China immer mehr durchsetzt, gibt es in anderen Ländern längst. Zum Autoeinkauf der anderen Art geht es in den Westen der Zehn-Millionen-Stadt Moskau in die edlen Viertel der Ausfallstraße Rubljowka. Lamborghini verkauft hier seine sündhaft teuren Edelboliden in zwei Edelboutiquen der Luxusfirma Mercury, die unter anderem auch Hersteller wie Bentley, Maserati, Ferrari oder Luxus-Modefirmen wie Dolce & Gabbana in Russland vertritt.

Die BMW-Welt in Shanghai.

Die BMW-Welt in Shanghai.

Luxusautos wie Schuhe

Unternehmenssprecherin Tatiana Koroleva: „Die meisten unserer Kunden sind gerade einmal 27 bis 45 Jahre alt – das ist nicht anders als bei Mercedes, Maybach oder Rolls Royce.“ Genau das ist der Dreh an dem neuen Shopsystem. Wer Geld und in sein will, kauft sein Auto nicht bei irgendeinem Autohändler vor den Toren der Stadt. Man kauft Autos wie schicke Schuhe, ein edles Sakko, das neueste iPhone oder ein Designerkleid.

DS-Store in China

DS-Store in China

Überraschendes Durchschnittsalter

Dabei geht es in erster Linie darum, einen Marktwert mit Erlebnischarakter zu schaffen. „Wir haben hier eine Fläche von 381 Quadratmetern“, erläutert Conrad Yan, Verkaufsleiter des AMG-Shops im Pekinger Botschaftsviertel, „die Kunden können sich an der großen Powerwall ihren Traumwagen konfigurieren und müssen dann nur mit dem Aufzug nach unten fahren.“ Auf der hell erleuchteten Parketage stehen aktuelle AMG-Modelle für leistungsstarke Spritztouren bereit. Das junge Publikum schaut nicht aufs Geld und gönnt sich gerne eines der leistungsstarken AMG-Modelle von E- oder S-Klasse oder gleich das klassische G-Modell. Conrad Yan: „Das Durchschnittsalter unserer Kunden liegt zwischen Mitte 20 und Mitte 30. Älter ist kaum jemand.“

Brabus Flagship Store Peking

Brabus Flagship Store Peking

Design zum Verwechseln ähnlich

Die edlen Shops sind sich weltweit zum Verwechseln ähnlich. Der Tesla Store sieht kaum anders aus als auf dem Santa Monica Boulevard oder in der Nähe des Münchner Viktualienmarktes. Große Flachbildschirme, Demomodelle, ein paar Möglichkeiten zur Fahrzeugkonfiguration und gerne noch eine Ecke mit Merchandisingprodukten. Autos spielen die nebensächliche Hauptrolle, um der Markenwelt von morgen den letzten Schliff zu geben. Das sieht in der strahlend weißen BMW-Welt unweit des 2010er Weltausstellungsgeländes in Shanghai kaum anders aus. Die Autos werden an Bildschirmen konfiguriert während nur ein paar Meter weiter gerade eine Kunstausstellung läuft.

Brabus Flagship Store Peking

Brabus Flagship Store Peking

Citroen erfindet sich neu

Diese neuen Verkaufswege hat mittlerweile auch Citroen für sich erkannt. In Europa war die französische Marke für viele lange nicht mehr als ein extravaganter Familien-Billigheimer ohne Sinn. In China hat sich Marke innerhalb von zwei Jahren neu erfunden. Den Namen Citroen hat Anteilseigner Dongfeng gleich einmal gestrichen. In China laufen die Modelle allein unter dem DS-Label und strahlen ebenfalls neben Nobelboutiquen. Seit dem Markenstart vor zwei Jahren gibt es mittlerweile über 50 Verkaufsstellen in Peking, Shanghai, Kanton oder Shenzen. Besonders spektakulär: die DS-Welt im Herzen von Shanghai auf der belebten Nanjing Road. Innerhalb des letzten halben Jahres wurden mit DS5 und dem eleganten DS 5 LS zwei vor Ort produzierte Modelle auf den Markt gebracht. Bald folgt der auf der Auto China präsentiert Pseudo-Geländewagen DS 6WR. Sieht gut aus; doch statt eines standesgemäßen Allradantriebs und bulliger Motoren gibt es ein kraftvoll-elegantes Äußeres.

Tesla Store Peking

Tesla Store Peking

Brabus setzt auf China

Selbst Brabus, ebenso kleiner wie exklusiver Veredler von Mercedes-Automobilen hat in Peking seinen ersten Flagship Store eröffnet. „Der chinesische Markt ist für uns von Brabus wie für alle anderen Luxushersteller von größter Bedeutung“, sagt Brabus-Chef Bodo Buschmann, „damit setzen wir einen weiteren Meilenstein für die flächendeckende Präsenz auf diesem besonders anspruchsvollen Markt, auf dem wir bereits mit zahlreichen Niederlassungen vertreten sind.“ Hauptdarsteller waren bei der Eröffnung des neuen Shops Kraftprotze wie der 850 PS starke Brabus 850 S oder ein sechsrädriges G-Modell mit 700 PS. So etwas verkauft man am Besten im entsprechenden Umfeld.

Vielen Dank an die Kollegen von press-infom

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