Thees Uhlmann am 7. März siebten März Tomte #2
Walter Röhrl und sein Gastauftritt im Video von Thees Uhlmann.
 

Geschichte und Walter Röhrl und so

Thees Uhlmann schafft es mit „Am 7. März“ in die Roadsong-Rubrik. Das ist bei einem Musiker aus Hamburger nicht selbstverständlich.

27.08.2013 Online Redaktion

Hamburg ist Deutschlands Hauptstadt der Musik. Da mag Berlin sich noch so arm aber sexy geben, die Hafenstadt gibt den Rhythmus vor. Denn die brauchen keine staatlich geförderte Imagekampagne der leeren Taschen um cool zu sein, sie sind es von Haus aus. Aber auch die größte Lunge hat nicht genug Kraft für alle Trompeten und so gibt es neben dem wirklich heißen Zeug  (Deichkind, die Goldenen Zitronen, Caracho) viele glattgebürstete Hitradio-Bands (Fettes Brot und diverse Singer-Songwriter mit Akustikgitarren, der Namen ich mir nie merken kann oder will, außer Philipp Poisel, die Heulsuse, aber der ist aus Ludwigsburg).

Die Band Tomte gehört irgendwo dazwischen einsortiert. Der bisherige Karrieretiefpunkt ist sicherlich die Erwähnung in der Bildzeitung in der Rubrik „in“ im Jahr 2006. In der Liste der Sachen, die angesagt sind landete Tomte mit dem damals aktuellen Album „Buchstaben über der Stadt“ zwischen Orangen-Ingwer-Suppe und flauschigen weißen Bademänteln auf Platz zwei.

Thees Uhlmann und sein eigener Stil

Frontmann der Band ist Thees Uhlmann (der in Berlin wohnt – finde den Fehler) und der bringt am 30. August sein neues Soloalbum mit dem nihilistischen Titel „#2“ heraus. Als Teaser für das Album dient der Song „Am 7. März“. Es ist eine Art vertonter Wikipedia-Eintrag zum Datum. Wichtige und weniger wichtige Ereignisse der Geschichte werden aufgegriffen. Vom Geburtstag Uhlmanns Mutter und Rudi Dutschkes bis zum ersten Telefon und der Rheinüberquerung der Alliierten. Per Archivmaterial ist Walter Röhrl im quattro ein Stargast im Video.

Rudi Dutschke Axel Springer Berlin Kreuzung Vorfahrt

Man beachte die Vorfahrtsregelung.

Das Tolle an dem Song ist, was manch Musikjournalist jetzt schon kritisiert: die Gradlinigkeit. Ein „simpel gestrickter Popsong“ sei das Werk. Das ist, bei allem Kollegen-Respekt, Quatsch. Wie schon bei Tomte frönt Uhlmann seinen ganz eigenen Gesangsstil – der Refrain wird zur Nebensache, manch Betonungen ist gewöhnungsbedürftig und überhaupt ist ein schmissiger Beat noch lang kein Symptom für einen „simpel gestrickten Popsong“.

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