KTM XBow Waschanlage
Vorher: Alles roger.
 

Sommerfrische

Der Sommer steht vor der Tür. Ein Tipp für erwachende Frühlingsgefühle.

11.03.2011 Online Redaktion

Dieses Schild vor Waschanlagen, das einen warnt, man könne ­sterben, wenn man die laufende Waschanlage ­betritt, war mir schon immer suspekt. Ich stellte mir dann immer diese Szene aus dem James Bond „Goldfinger“ vor: Shirley Eaton liegt tot auf dem Bett, weil ein Goldüberzug ihre Hautatmung aussetzen ließ und sie erstickte. So will es Ian Fleming. Vor meinem inneren Auge sehe ich Autofahrer, erstickt am Autowachs auf der Haut, das Tuch zum Abledern und ein neues Duftbäumchen noch in den starren Händen.

Die größte Sorge von Nikolaus Nedwed, dem zuvorkommenden Besitzer der Esso-Tankstelle in der Wagramerstraße 40 im 22. Bezirk in Wien, ist daher auch nicht, dass ich posthum den Darwin-Award bekomme für eine kreative Art, mich aus dem Genpool der Menschheit befördert zu haben, sondern dass die Spiegel oder der Heckspoiler des X-Bow abbrechen könnten. Zur Absicherung steht Nikolaus daher am Not-Aus-Schalter. Nicht jeder Tankstellen-Betreiber macht so einen Spaß mit und steht einem dann auch noch helfend beiseite.

Aber er wird ja auch mit reichlich Unterhaltung entschädigt. Sieht sicherlich lustig aus, wie auf einmal die Hyperventilation beginnt, weil es laut X-Bow-Thermometer nur zehn Grad Cel­sius hat und das Wasser der Waschanlage nun mal nicht beheizt ist. Wirklich fies: Die Waschanlage spritzt das Auto nicht zuerst nass, sondern fängt gleich an, die Bürsten zu drehen. Wie kleine Nadelstiche schlagen die letzten paar Tropfen ein, die noch in den Schrubbern hingen. Fies. Dann kommen Wasserstrahl und Bürsten und erlösen einen. Endlich ist es überall kalt, nicht mehr nur an wenigen Stellen. Erkenntnis: Hochsommer abwarten.
Halt Moment! Sind die Instrumente eigentlich wasserdicht? So richtig wasserdicht? Ja.

Motorräder halten das ja auch aus. Und bei einem „Auto“ ohne Scheiben und Dach muss KTM ja vorsorgen. Sollten meine Überlegungen falsch sein, ginge mein Gehalt die nächsten zwei Jahre direkt nach Mattighofen. Gott sei Dank: alles richtig. Keinerlei Probleme. Auch nicht beim Einfahren in die Anlage. Der X-Bow sieht zwar martialisch aus, ist aber schmaler als jedes x-beliebige SUV. Weil Bürsten nun mal Druck am Auto aufbauen müssen, um den Dreck zu entfernen, seien ein Helm und ein T-Shirt angeraten. Eine Badehose braucht es eher aus sittlichen Gründen.

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