paybox-Chef Langenbach: "Wir haben unsere Kunden verständigt, dass wir von ihnen Dokumente brauchen" - ohne diese mussten die Verträge gekündigt werden
 

paybox musste „sehr, sehr viele Kunden“ kündigen

Der Handybezahldienst musste sich von einer „sehr hohen fünfstelligen“ Anzahl Kunden trennen, weil diese die zur Überprüfung ihrer Daten erforderlichen Unterlagen nicht geliefert hatten.

23.03.2014 APA

paybox musste in den vergangenen Monaten „leider sehr, sehr viele Kunden“ wegen nicht vorhandener Unterlagen zur Überprüfung der Kundendaten kündigen, sagte paybox-Chef Hans Langenbach im Gespräch mit der APA. Eine „sehr hohe fünfstellige“ Anzahl, konkretisierte er auf Nachfrage. Der Handybezahldienst, der zur A1 Telekom Austria AG gehört, muss als Bank regelmäßig die Kundendaten überprüfen, viele hätten die geforderten Unterlagen aber nicht geliefert.

paybox-Chef: „Sind verpflichtet die Verträge zu kündigen“

„Wir haben unsere Kunden verständigt, dass wir von ihnen Dokumente brauchen“, erklärte Langenbach. „Ansonsten sind wir verpflichtet die Verträge zu kündigen.“ Im Internet hatten sich zahlreiche paybox-Nutzer beschwert, gekündigt worden zu sein. Langenbach betonte, dass man sich von keinem Kunden freiwillig getrennt habe. paybox hatte vor der Kündigungswelle eine halbe Million Nutzer. Langenbach hofft, dass die gekündigten Kunden wieder zurückkommen: „Wir sehen derzeit sehr hohe Anmeldequoten.“

2013 rutschte paybox weiter in die Verlustzone

2013 sei ein „Jahr der Herausforderungen“ gewesen. paybox rutschte weiter in die Verlustzone, nachdem das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) schon 2012 mit 59.385 Euro Verlust leicht negativ war. Genaue Zahlen für abgelaufenen Geschäftsjahr wollte Langenbach aber nicht nennen, weil der Jahresabschluss noch nicht veröffentlicht ist. „Der Turnaround ist aber vorprogrammiert“, meinte er.

paybox verlor VKI-Klage wegen Änderung der AGB

paybox war zuletzt in die Kritik geraten. Auslöser waren neben den Kündigungen eine AGB-Änderung und eine verpatzte IT-Umstellung zum Jahreswechsel. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) zog wegen der Änderung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) vor Gericht. In erster Instanz hat paybox verloren. Langenbach kündigte an, in Berufung zu gehen.

Tarifänderungen sorgten für Ärger

Für Ärger sorgte auch, dass paybox die Tarife änderte. Angemeldet werden kann nur noch die kostenpflichtige Version „paybox premium“ – erst im Internet kann dann auf die kostenlose „paybox starter“ umgestellt werden. Der paybox-Vorstand verteidigt das: Kunden könnten so in den ersten sechs Monaten alle Funktionen gratis testen, bevor sie sich für „premium“ oder „starter“ entscheiden. Bei der kostenlosen Version sind die monatlichen Zahlungen auf 30 Euro limitiert und auf Fahr- und Parkscheine beschränkt.

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