Landpartie Mödling Landhaus Föhrenhof
Draußen ist man mehr für sich, dafür sorgt die Nähe zur Natur.
 

Auf Nadeln gehen

Im Süden über den Rand von Wien hinaus, wo an einem mediterranen Stück Nadelwald eine der schönsten Wiesen des Wienerwalds liegt.

08.11.2010 Autorevue Magazin

Was authentisch mittelalt ist und nun zu neuem Leben erweckt wurde, ist der Föhrenhof in der Vorderbrühl. Klassisches Ausflugslokal in meiner Jugend. Schlechter Kaffee, Kuchen o.k., aber egal, Hauptsache, die ambitionierte Wanderung über Anninger, Husarentempel und Breite Föhre (die mittlerweile leider der Blitz erschlagen hat) fand irgendwann zu einer finalen Rast. Kurz bevor man auf der Brühlerstraße das Ortsgebiet von Mödling verlässt, biegt man scharf rechts der Beschilderung folgend in die Villen-Outskirts am Waldrand ein und landet an einer großen Bilderbuchwiese, die an ihrem unteren Ende von besagtem Föhrenhof gesäumt wird.

Landpartie Mödling Landhaus Föhrenhof

Wer jetzt nicht echt wandern gehen will, sollte sich selbst die Liebe tun und ­zumindest einmal über die Wege der Meiereiwiese ­mäandern, den jungen Hunden beim Herumtollen zuschauen und den Kindern beim Grashalmblasen, sich den Wind um die Ohren ­wehen lassen und zur Burg­ruine Mödling hinaufschauen, die vielleicht beim nächsten Mal drankommen wird. Dann zurück zum Föh­renhof, der ja jetzt ein ­Land­gasthaus ist. Typisches Ausflugs­lokal immer noch, schaut ­außen haargenau aus wie ­früher, wären da nicht die modernen Teakholz-­Möbel auf der großen ­Terrasse.

Einer, der sich in der Gastro­nomie auskennt und schon herumgekommen ist in der Welt, hat sich dieser Stätte früher Kindheitserinnerungen angenommen und daraus eine publikumswirksame ­Mischung aus Almhütte und City-Lounge gemacht. Drinnen stehen jetzt moderne Möbel, die aus altem Holz ­gemacht wurden, eine riesige Bar, Designer-Lichtkörper, ­diverse Wohungs-Wohlfühl-Accessoires, und dazwischen sitzen jene schicken, erfolg­reichen, wohlhabenden ­Vorstädter, die allesamt ein bisschen nach rechtspopu­listischer Gefolgschaft aus­sehen (liegt vielleicht daran, dass gerade ein H.C. ums Eck huscht, sonnenbebrillt und sonntäglich lässig gekleidet).

Draußen, zumal es sonnig ist und leidlich warm an diesem späten Herbsttag, ist man mehr für sich, dafür sorgt die Nähe zur Natur. Das Essen erinnert wieder ein bisschen an früher, obwohl es auf stylishem Porzellan serviert wird und jedenfalls gut aussieht. Kürbiscremesuppe, Kalbsrahmbeuschel, ausgelöstes Backhenderl, Schnitzel für die Kinder, ein feiner Weißer aus der Südsteiermark, dann Kuchen und Kaffee zur Nachspeise. Das geht immer. Und passt wunderbar ins Bild. Das mit den tollenden jungen Hunden und den gräser­blasenden Kindern.

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  • Wir sind ja für konstruktive Kritik dankbar. Aber dafür müsste es etwas konkreter werden.

  • YuppieDu

    Mein Gott !

    Ist das ein unerträgliches Geschreibsel !

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