Christian Seidel Blog Labskaus Astra Haifischbar
Hinten: Astra. Vorne: Labskaus. Gesamt: Farbstich durch Revolog-Film.
 

Mit allen Sinnen

Sehen, schmecken, hören – ein kurzer Ausflug in die Freizeit.

27.03.2011 Online Redaktion

Sehen.
Der Werwolf hat als Horrorgestalt schon lang ausgedient. Wer ihn auf der Leinwand töten würde, würde nur die PETA gegen sich aufbringen. Die Zeit beweist, dass auch der Vampir nicht mehr taugt. Vor androgynen, emotional verkorksten Soap-Opera-Darstellern fürchtet man sich nicht. Außerdem hat der Vampir stets etwas Elitäres und damit Unsympathisches. Es bleibt der Zombie. Der passt auch in unsere Gesellschaft. Er ist ein von Instinkten getriebenes Herdentier, das trotz oder gerade wegen, seiner großen Anzahl, nur auf sich selbst schaut. In vielen Filmen gibt es die Zombieplage einfach, Erklärungen sind meist überflüssig. Gibt es doch einen Grund, ist meist die Wissenschaft oder das Militär an der Misere schuld. Der Zombiefilm kann als Spiegel der Gesellschaft verstanden werden. Die Sendung „Zündfunk Generator“ von Bayern 2 widmete dem Zombie eine philosophische Podcast-Reihe. Aus diesem Anlass „Dawn of the Dead“ aus dem heimischen DVD-Regal gekramt. Ganz nebenbei: der Schauplatz des Zombie-Spektakels ist nicht zufällig ein Kaufhaus.

Außerdem: Toller Titelsong von Johnny Cash, When the Man comes around.

Aber der entwickelte zum Schluss ja generell einen Hang zum finalen Thema.

Schmecken.
Wegen vieler und regelmäßiger Hamburg-Aufenthalte hat sich kulinarisch einiges bewegt. Astra rangiert in der Bier-Hitliste jetzt auf Platz eins. Pikant: in Hamburg selbst gilt die Marke als „Gewöhnungsbier“. Man trinkt es nicht, weil es schmeckt, sondern weil es halt da ist. Und irgendwann hat man es halt dann doch lieb. Einer Beziehung zwischen Geschwistern nicht unähnlich. Allen Vorurteilen zum Trotz: Labskaus schmeckt. Von der Optik nicht täuschen lassen.

Hören.
Das aktuelle Album von Bonaparte „My Horse likes you“ hat mich nicht auf Anhieb umgehauen. Ich musste mich erst reinhören. Für meinen Geschmack versuchte man zu viel. Musik mit ADS. Zwischen uns hat es dann aber doch noch gefunkt. Deswegen nicht verpassen: Bonaparte am Dienstag, 12. April, in der Arena in Wien. Wer die Musik nicht mag, kann sich Ohrenstöpsel einsetzen, die Show allein lohnt sich. Eine Art anzüglicher Villa-Kunterbunt-Mitfahrgelegenheit-Zirkus für alle Freunde aus dem Dunstkreis der Band mit ständig steigender, gleichbleibender oder auch fallender (wer weiß das schon so genau) Teilnehmerzahl. Außerdem dürfte deren Durchbruch kurz bevor stehen. Die Feuilletons großer Zeitungen, ja selbst die Blog-Bereiche von Automagazinen, widmen der Band schon Platz. Berühmt gemacht hat sie unter anderem Quentin Tarantino, der sie auf einer seiner Party auftreten ließ. Deswegen: jetzt hin, kann nur teurer werden.

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