© Bild: http://mindrdr.thisplace.com
 

MindRDR: Gedankensteuerung für Google Glass

Eine Gedankenlese-App soll Menschen, die keine Eingaben per Hand oder mittels Sprach-Befehlen tätigen können, die Kommunikation mit ihrer Umwelt erleichtern.

15.07.2014 Online Redaktion

Googles Datenbrille Glass kann von ihren Trägern per Touch- und Spracheingabe gesteuert werden. Das ist nichts besonderes – geht es nach den Entwicklern des Unternehmens This Place aus London, soll die Glass aber bald auch per Gedankenkraft steuerbar sein. Möglich machen soll das eine Art „Gedankenlese-App“ namens MindRDR, die es Google Glass-Träger/innen derzeit ermöglicht, ohne Touch- und Spracheingaben Fotos aufzunehmen und in sozialen Netzwerken zu teilen.

Stephen Hawking an MindRDR interessiert

Mit der Entwicklung der Gedankenlese-App wurde vor 11 Monaten begonnen. Das Programm wurde von den Entwicklern auf GitHub veröffentlicht, in der Hoffnung, dass MindRDR weiter untersucht und entwickelt werden würde, um die Steuerungsmöglichkeiten für jene, die keine Eingaben per Hand oder mittels Sprach-Befehlen tätigen können, zu erweitern. Chloe Kirton, Creative Director bei This Place, hofft, dass MindRDR in Zukunft Personen, die beispielsweise am Locked In-Syndrom, schwerer Multipler Sklerose oder Quadriplegie die Kommunikation mit ihrer Umwelt durch tragbare Geräte wie Google Glass ermöglicht. Auch Stephen Hawking ist einem Bericht von Wired zufolge an dem Projekt „interessiert“.

EEG-Biosensor misst Gehirnströme

MindRDR funktioniert, indem ein EEG-Biosensor von Neurosky mit Googles Glass kombiniert wird. Zur Nutzung der App müssen das Neurosky-Sirnband und Glass gleichzeitig getragen werden (wobei Kirton im Gespräch mit Wired betont, dass MindRDR prinzipiell auch mit anderen Technologien als dem Neurosky-Sensor genutzt werden kann). Der Biosensor misst die Gehirnaktivität und sendet sie via Bluetooth an die Computer-Brille. Ein Algorithmus filtert dann Spitzen und Täler in der Hirnaktivität – also viel bzw. wenig Aktivität – und wertet diese als eine Art positiven bzw. negativen Befehl. In der Praxis ist die MindRDR-App derzeit durch diese beiden einfachen Befehle in der Lage, per Gedanken-Steuerung Fotos aufzunehmen und sie in sozialen Netzwerken zu teilen.

18 Gehirnströme zur Steuerung identifiziert

Wenn sich der oder die Träger/in stark konzentriert, erscheint eine Linie am Glass-Display. Bei weiterer Konzentration wandert die Linie nach oben, bis letztendlich ein Foto aufgenommen wird. Nach der erfolgreichen Durchführung dieses ersten Schritts erscheint eine zweite Linie, die durch starke Konzentration wiederum nach oben getrieben werden kann, was schließlich den Befehl zum Teilen des zuvor aufgenommenen Bildes in Sozialen Netzwerken bildet. Die App ist in ihrem Anfangsstadium noch an diese strikte Abfolge von Befehlen gebunden. Die Entwickler bei This Place haben zwar bereits 18 verschiedene Gehirnströme identifiziert, die als Befehle für MindRDR dienen könnten, sich vorerst aber auf „Ja“ und „Nein“ beschränkt. Mit Hilfe der Entwickler-Community soll die Technologie aber soweit vorangetrieben werden, dass sie in Zukunft auch komplexere Eingaben durch bloße Gedankenkraft ermöglicht.

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