Das neue Material heilt nicht nur das Einschlussloch, sondern auch die feinen Risse.
 

Material der Zukunft – Regeneratives Plastik

Forscher an der University of Illinois entwickelten ein Material, das sich nach Beschädigung nicht nur selbst heilt, sondern komplett neu wieder herstellt.

16.05.2014 Online Redaktion

Materialien, die in der Lage sind, sich in einem gewissen Ausmaß selbst zu „heilen“, sind nichts Neues. Sie werden beispielsweise in Smartphones eingesetzt, die kleinere Kratzer so wie von selbst beseitigen können. Doch bisher war die Selbstheilung auf kleinste Schäden beschränkt und auch ausschließlich dann effektiv, wenn das Ausgangsmaterial noch zur Genüge vorhanden war. Den Forschern Scott White, Jeff Moore und Nancy Sottos gelang an der University Of Illinois nun ein Durchbruch: Sie entwickelten ein Material, das nicht nur in der Lage ist, sich selbst zu heilen, sondern sich von Grund auf selbst wieder herzustellen.

„Schussloch“ mit 8 mm Durchmesser schließt sich selbst

Scott White, Professor für Aerospace Engineering an der University Of Illinois, demonstriert die Forschungserbenisse anhand eines „Einschlusslochs“ mit etwa 8 mm Durchmesser in einem Stück Plasik. Selbstheilende Materialien, die vor allem dazu geeignet sind oberflächliche und minimale Schäden zu reparieren, könnten dieses Problem nicht adressieren, da die dazu verwendeten Materialien aufgrund der Schwerkraft einfach aus dem Loch hinausfallen würden. Zudem sind selbstheilende Materialien nur funktionsfähig, wenn das Ausgangsmaterial noch vorhanden ist – bei dem Beispiel des Einschussloches ist das aber nicht der Fall.

Gelbildung und Aushärtung getrennt kontrollierbar

Also entwickelten Scott White und sein Team ein System, dass das gesamte Loch schließen und das verloren gegangene Material regenerieren kann. Das könne man sich ähnlich vorstellen wie die Wundheilung beim Menschen, so White: Zunächst wird das Loch im Material mit Flüssigkeiten gefüllt, die sich miteinander verbinden und ein Gel bilden, das nach und nach aushärtet. So können Schäden verschiedenster Art komplett beseitigt werden. Wie genau das System funktioniert, erklärt White in einem Video:

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