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Science ohne Fiction: Gekühlt zum Mars

Menschen sollen im Tiefschlaf zum Mars reisen, um den Ressourcenverbrauch am Weg so gering wie möglich zu halten.

13.10.2014 Online Redaktion

Dass in naher Zukunft Menschen zum Mars reisen werden, steht so gut wie fest. Um das Vorhaben effizient umzusetzen, gibt es aber noch einige Probleme zu überwinden. Eines davon ist, die Reisedauer von etwa 180 Tagen zu überbrücken – mit Nahrung, Beschäftigung, Sauerstoff usw. „SpaceWorks Enterprises“ forscht jetzt an einem neuen Zugang zu diesem Problem: Die Crew soll die Reise zum Mars im Torpor, einem schlaf-ähnlichen Zustand, bei dem der Energieumsatz auf ein Minimum gesenkt wird, verbringen.

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Dadurch würde der Verbrauch an Lebensmitteln gesenkt werden, es würden weniger „bewohnbarer“ Raum und weniger alltägliche Gegenstände benötigt werden, und die psychische Belastung der Crew während der Reise würde minimiert werden. Die finanziellen Ersparnisse, die diese Einsparungen mit sich bringen würden, könnten beispielsweise zur Verstärkung diverser Sicherheitsmaßnahmen genutzt werden.

Wie aber sollen Menschen in einen 3 Monate andauernden Schlafzustand versetzt werden? Die Lösung wissen natürlich alle, die schon einmal einen einschlägigen Film gesehen haben: Natürlich durch einfrieren.

Gut, einfrieren ist vielleicht übertrieben: Die Körpertemparatur soll lediglich um wenige Grad Celsius gesenkt werden. Die Wissenschaftler wollen dazu das Verfahren der therapeutischen Hypothermie, das bereits seit über 30 Jahren eingesetzt wird, weiterentwickeln. Einem Bericht der New York Time zufolge soll beispielsweise auch der verunfallte Formel 1-Rekordweltmeister Michael Schumacher von den Ärzten in einen hypothermischen Zustand gebracht worden sein, um sein Gehirn zu kühlen und Schwellungen zu lindern. Die Crew könnte beispielsweise invasiv, non-invasiv mittels eines Kühlstoffs durch die Nase, oder durch Kühlung von außen auf die gewünschte Körpertemperatur gebracht werden

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Zusätzlich wird die Crew betäubt und so an Bewegungen gehindert. Dadurch soll der Energieumsatz des Körpers um die Hälfte reduziert werden können. Durch Parenterale Ernährung, also das intravenöse Zuführen von Nährstoffen, bei dem der Verdauungstrakt nicht involviert ist, soll die Energieversorgung gewährleistet werden.

So gut der Plan klingt (und so sehr Science Fiction-Fans dabei das Herz aufgeht): Bevor er in die Tat umgesetzt werden kann, muss selbstverständlich noch sichergestellt werden, dass das Verfahren sicher ist. Bis dato spräche aber noch nichts gegen künftige Mars-Reisen im Tiefschlaf.

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