Was ist denn da los?
Was ist denn da los?
 

Leben auf dem Mars?

Invasion in der Wüste? Experimente der dritten Art? Oder haben wir da bloß etwas falsch verstanden?

24.05.2011 Autorevue Magazin

Nix Atomares passiert. Auch nix aus dem All runtergefallen (obwohl in der Gegend, also mitten in Kasachstan, dort wo die Steppe besonders einödig ist, das ja nicht so selten passiert ist). Eigentlich nicht einmal ein Ausnahmezustand niederen Ranges. Alles bestens.

Mercedes wollte halt unter freiem Himmel seine Brennstoffzellen-Autos mit Wasserstoff betanken. Was auf der ganzen Welt die Feuerwehr auf den Plan ruft. In Kasachstan kommt die aber gleich mit vollem Geschäft, als komplettes Battalion, mit dem Volle-Gefahr-Hochaktionsplan.

Also: Erst Schutzanzug anziehen. Dann Schlauch ausrollen. Schön auflegen. Zusammenstückeln. Am Ende einen kübelgroßen Brausekopf in Rot montieren, damit man die Löschsubstanz auch gut verteilen kann. (Bisher alles im Laufschritt.) Dann: Aufstellung nehmen. Warten.

Die Mercedes-Mannschaft kriegt sich nicht mehr ein. Jetzt haben sie auf ihrer Weltumrundungstour per Wasserstoff (vulgo „F-Cell World Tour“), bei der drei Brennstoffzellen-B-Klassen einmal das Erdenrund abmessen, schon gut Dreiviertel runtergespult und immer spätestens alle 300 bis 330 Kilometer per mobiler Pumpanlage Wasserstoff in die Tanks pressen müssen, aber so ein Aufhebens hat noch keine Feuerwehr gemacht. Nirgends auf der Welt.

Der kasachstanische Eifer ebbt dann auch ab. Nachdem das zweite Auto zum Nachfüllen vorfährt, lässt die Körperspannung der Gefahren-Wächter nach, später setzt entspanntes Herumgehen ein, unterbrochen immer wieder von halbherzigem Haltung-Annehmen. Dann schält man sich aus dem silbernen Schutzanzügen (25 Grad, Sonnenschein, kein Funken Schatten in der Steppe zwischen Almaty und Balkhash-See), rückt immer näher an die leuchtend grüngelben B-Klassen heran. Unter-die-Motorhaube-Schauen und Probesitzen hebt an. Handy-Fotos inklusive.

Den nächsten Tankstopp nahm die kasachstanische Feuerwehr schon viel gelassener. Leider. War nur mehr die halbe Hetz das Warten.

Mehr über unseren Mercedes-Wasserstoff-Trip durch Kasachstan in der Juli-Autorevue (erscheint am 17. Juni).

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