Blog Christian Seidel
Fünf Antworten.
 

Klärungsbedarf

Muss ja mal gesagt werden… nur zuhören müssen die richtigen Leute noch.

21.03.2011 Online Redaktion

Ein Mittwoch.
Die Marketing-Maschinerie ist schneller als das Leben selbst. Von meinem runden Geburtstag weiß sie früher als ich. So verschwand beispielsweise MTV aus meiner Senderliste. Beobachten die mich? Auch ordnet mein Email-Account den Newsletter von Elevator, einem Versand für DJ-Zubehör, jetzt in den Spam-Ordner, diverse Mails angeblicher Doktorandinnen, die allesamt einen Namen tragen, der sie auch für die Pornoindustrie qualifizieren würde und die mir Mittel zur Potenzsteigerung anbieten, landen aber im normalen Posteingang.

Ein Mittwochabend.
Auch die Flut an Werbung für Singlebörsen, die auf meinem Bildschirm aufploppt, hat, zumindest gefühlt, enorm zugenommen. Vielleicht war sie früher auch einfach nur intelligenter und sie ist mir nicht so aufgefallen. Mein persönlicher Favorit ist Friendscout. Die werben damit, dass in Österreich zehn Millionen Singles auf mich warten. Und zwar nur auf mich. Und das allein in Österreich. Mir wird angst und bange. Sollte es in Österreich tatsächlich zehn Millionen Singles geben, wäre die Republik einerseits nur eine Generation davon entfernt auszusterben und zweitens wäre die Dunkelziffer an Kellerkindern ohne Partner (dafür aber mit Internetzugang) erschreckend hoch. Rechnerisch hätte dann jeder vierte Österreicher eines. Verheiratete Paare sind da noch nicht mitgerechnet.

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Samstag.
Nicht weniger erschreckend, zumindest für mich, einen Fan schlechter und guter Sci-Fi- und Horrorfilme, ist Parship. Sie drohen mir mit dem Spruch „Jemand wartet auf dich.“ Das erinnert mich immer an den Film „Invasion of the Body Snatchers“. Sie kommen, mich zu holen.

Montag.
Ich muss ein paar klärende Worte zum aktuellen Heft loswerden, nachdem ich von vier Lesern bzw. Leserinnen angesprochen wurde:

Hier die Antworten auf die Nachfragen von Männern zum Artikel „Schau nicht so blöd, komm mit“ ab Seite 70 der Autorevue 4/2011:

1) Ja, die Frage: „Darf ich Ausschnitt zeigen?“ wurde tatsächlich so gestellt.
2) Nein, die Dame ist nicht mein Lebensabschnittspartner.
3) Ja, in bestimmten Fällen werden mir solche Fragen gestellt.
4) Ja, ich darf die Frage nach einem Ausschnitt bei einer Frau, die nicht mein Lebensabschnittspartner ist, in diesen besonderen Fällen positiv beantworten, ohne Repressalien befürchten zu müssen.
5) Nein, der Ausschnitt hätte mich wirklich nicht weiter interessiert.

Hier die Antworten auf die Nachfrage von Damen:

1) Ja, die Frage: „Darf ich Ausschnitt?“ zeigen wurde tatsächlich so gestellt.
2) Nein, die Dame ist wirklich nicht meine Partnerin. Nein, wirklich nicht.
3) Ja, in bestimmten Fällen werden mir solche Fragen gestellt.
4) Ja, ich darf die Frage nach einem Ausschnitt bei einer Frau, die nicht mein Lebensabschnittspartner ist, in diesen besonderen Fällen positiv beantworten, ohne Repressalien befürchten zu müssen.
5) Ist mir egal was du glaubst.

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Dienstag.
Entwarnung, einerseits. MTV beobachtet mich nicht, sondern ist jetzt lediglich ein PPV-Sender. Alters-Indiz, andererseits. Denn erstens vermisse ich ihn nicht und zweitens würde ich mich, selbst wenn, standhaft und bis aufs Blut weigern, für Sendungen wie „Date my mom“, „My super-sweet-sixteen“ und anderen, mit Verlaub, Bockmist, auch nur einen Euro zu zahlen. Vielleicht werde ich ja doch alt.

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