Jeckie Stewart und Hans Hurch bei der Viennale
Boxengassen-Flair im Gartenbaukino
 

Jackie Stewart auf der Viennale 2013

Die schottische Formel-1-Legene Jackie Stewart wohnte gestern der Wiederaufführung des Polanski Dokumentarfilms „Weekend of a Champion“ bei.

29.10.2013 APA

Motorsportfans konnten gestern einem ganz großen Rennfahrer sehr nahe sein. Sir Jackie Stewart wohnte gestern der Viennale bei, und verschaffte somit dem Gartenbaukino einen Hauch von Boxengassen-Flair. Die schottische Rennfahrerlegende wohnte gestern, Montag, Abend beim Wiener Filmfestival der Wiederaufführung des Films „Weekend of a Champion“ bei, der Stewart an einem Rennwochenende 1971 in Monte Carlo hautnah begleitet. Einst bei der Berlinale als beste Doku ausgezeichnet, wurde die restaurierte Fassung von Produzent und Co-Protagonist Roman Polanski um ein aktuelles Interview mit Stewart in Monaco erweitert und heuer bereits in Cannes ausgiebig gefeiert.

Weekend of a Champion

Regisseur Frank Simon folgte Stewart damals auf Schritt und Tritt, im Hotelzimmer filmte er den dreifachen Formel-1-Weltmeister sogar in der Unterhose, wie er Polanski auf dem Frühstückstisch die richtige Einfahrt in eine Kurve erklärte. Das Wetter spielte damals verrückt, doch auch der Regen in der Vorbereitung und schließlich das Nieseln am Ende des Rennens verhinderten den souveränen Sieg des leidenschaftlichen Piloten nicht. „Weekend of a Champion“ ist nicht nur ein großartiges Zeitdokument, sondern vermittelt einen tiefen Einblick in einen Sport, in dem es damals regelmäßig Todesopfer zu beklagen gab und für dessen verbesserte Sicherheit sich nicht zuletzt Sir Jackie als Fahrer und später Funktionär einsetzte.

Jackie Stewart gibt Autogramme bei der Viennale

Viele Motorsportfans waren gestern anwesend

Viel Lob für Vettel

Natürlich hatte Stewart im Gartenbaukino dann beim anschließenden Bühnengespräch auch jede Menge Anekdoten zu erzählen – von Graham Hill, der seinen Kollegen im belgischen Spa einst aus dem Unfallauto zog und ihn am Heuwagen aus der feuerheißen Kleidung schälte („darin hatte er viel Übung“), über seine Freundschaft mit der verunglückten österreichischen Fahrerlegende Jochen Rindt bis hin zu der Tatsache, dass er einst quasi aus Versehen die Champagnerdusche für den Grand-Prix-Sieger erfunden hat. Viel Lob hatte Stewart auf eine Frage aus dem Publikum hin für den deutschen Champion Sebastian Vettel übrig: Auch wenn die Autos und die Technik heute besser seien, sei Vettel in der Tat ein außergewöhnlicher Fahrer.

Letzte Chance

„Weekend of a Champion“ ist bei der Viennale heute, Dienstag, um 11 Uhr im Stadtkino im Künstlerhaus noch einmal zu sehen.

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